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Web 2.0: Investitionsfieber der deutschen Großverlage erreicht neues Hoch
16.05.2007 Die großen deutschen Verlagshäuser liefern sich weiter ein Kopf-an-Kopf-Rennen, was Akquisition im Web 2.0 betrifft. So steigt Holtzbrinck nun nach der StudiVZ-Übernahme bei einem amerikanischen IPTV-Sender ein. Burda wiederum beteiligt sich an einem heimischen Blog-Dienstleister. Und auch der Berliner Axel Springer Verlag hat Großes vor.
Kyte-TV bringt nach eigenen Angaben als erster Online-Service User-Generated Content, Mobilfunk, Internet und Fernsehen zusammen. Bei dem Online-Dienst können Internetnutzer eigene TV-Kanäle starten und die selbst produzierten Shows gleichzeitig auf Webseiten, Blogs und Handy veröffentlichen. Neben Holtzbrinck ist auch Swisscom als Investor bei Kyte.TV eingestiegen. Finanzielle Details zu den Beteiligungen verraten die beteiligten Unternehmen nicht.
"Holtzbrinck möchte eine fünfte Säule aufbauen, die einen signifikanten dreistelligen Millionenbereich an Umsatz zeigt und so profitabel ist wie der Rest des Verlages", begründete Holtzbrinck-Venture-Co-Chef Martin Weber gegenüber der Financial Times Deutschland die Beteiligung. Holtzbrinck war im Online-Sektor in den vergangenen Monaten bereits sehr umtriebig: So hat sich das Unternehmen an zahlreichen Portalen, wie Imagekind , Webnews , Erento und Dawanda beteiligt.
Der Verlag hatte zudem das Studentenportal StudiVZ übernommen, das StartUp-Finanzierungsprogramm 'Fast Forward' gestartet und den Online-Preisvergleichsdienst Vertical Commerce gegründet (iBusiness berichtete).
Burda fischt ebenfalls derzeit kräftig im Web-2.0-Pool, wie das Blog Deutsche Startups berichtet. Demnach hat sich Burda an Blog.de beteiligt und damit die ebenfalls interessierten Konkurrenten Springer und Bertelsmann aus dem Rennen geworfen. Burda hatte sich zuletzt zu an IPTV-Anbieter TV Gusto , dem Lifestyle-Portal Nachtagenten und Sevenload beteiligt.
Auch für die Axel Springer AG hat "die Digitalisierung höchste Priorität", wie Vorstandsvorsitzender Mathias Döpfner bei der Vorstellung der aktuellen Konzernzahlen ankündigt. "Unsere Expansion im internationalen und digitalen Geschäft zahlt sich aus."
Springer hält bereits Mehrheitsbeteiligungen an Wallstreet online , Hamburg.de , Amiado und Anima Publishers, Betreiber des größten tschechischen Autoportals Auto.cz .
Auch in den kommenden Monaten will Springer laut Döpfner "weitere Wachstumsoptionen in Angriff nehmen". Gemeinsam mit der Essener KarstadtQuelle AG hat der Konzern eine ECommerce-Gesellschaft gegründet, deren Plattform noch in diesem Jahr online gehen soll. Außerdem steht laut Branchenkennern die Übernahme von Affiliate-Dienstleister Zanox unmittelbar bevor.
