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ECommerce-Prognose 2030: Wachstumsmarkt Tierbedarf
04.09.2023 Der ECommerce-Umsätze für Heimtierbedarf sind im Branchenvergleich am stärksten gewachsen. Ein Ende des Wachstums ist nicht in Sicht.
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Bedeutend mehr ECommerce-Umsatz hat erwartungsgemäß der Bundesverband E-Commerce und Versandhandel (BEVH) e.V für die Warengruppe Tierbedarf errechnet: Auf knapp 1,86 Milliarden Euro Onlinehandelsumsatz kommt die BEVH-Hochrechnung für das Jahr 2022. Den BEVH-Zahlen nach entspricht das einem Wachstum von 6,4 Prozent gegenüber 2021 (1,75 Milliarden Euro). Der Marktanteil des E-Commerce am gesamten Umsatz mit Tierbedarf würde damit bei knapp 28 Prozent liegen und bereits mehr als ein Viertel der Einnahmen ausmachen. Verhältnismäßig nach an den Zahlen des IVH liegt die Berechnungen des Handelsverband Deutschland (HDE) . Auf 1,3 Milliarden Euro, was einem Marktanteil von 20 Prozent entspräche, beziffert der HDE die deutschen ECommerce-Umsätze für den Heimtiermarkt 2022 in seinem aktuellen Online-Monitor 2023.
Von den zehn betrachteten Branchen ist aktuell nur das Segment Tierbedarf als ECommerce-Wachstumsmarkt einzustufen. Als Wachstumsmarkt bezeichnen wir die ECommerce-Märkte, die ein Umsatz-Plus von mindestens zehn Prozent verbuchen. Der Online-Umsatz mit Tierbedarf weist ein starkes Plus (14 Prozent) im Vergleich zum Vorjahr auf und liegt deutlich über dem Wachstum des Gesamtmarktes. iBusiness geht daher davon aus, dass der Onlineanteil hier bis 2030 durchaus auf 25 bis 30 Prozent steigen kann. Entgegen den bisherigen Annahmen ist keine Sättigung erreicht und online wächst das Segment weiter, wenn auch auf niedrigem Niveau gemessen am Gesamtmarkt (zumindest bei Betrachtung der IVH-Zahlen). Das Onlinewachstum kommt dabei aus Nischensegmenten und dem Bereich Bedarfsartikel und Zubehör. Laut Einschätzungen von Branchenvertretern hat sich das Internet als relevanter Vertriebsweg für Heimtierprodukte etabliert und soll weiter an Bedeutung gewinnen. Was das konkret heißt, erörtert der Verband nicht, da nach wie vor keine "differenzierte, tierartenspezifische Daten zum Online-Markt derzeit noch nicht verfügbar sind."
Trotz steigender Bedeutung des Onlinehandels bleibt der mit Abstand wichtigste Absatzkanal im deutschen Tierbedarfsmarkt weiterhin der stationäre Fach- und Lebensmitteleinzelhandel, der laut IVH 5,13 Milliarden Euro schwer ist. Dabei entfällt der Mammutanteil des Umsatz im Fach- und Lebensmitteleinzelhandel auf das Segment "Heimtier-Fertignahrung". Der Absatz übertraf das Vorjahresergebnis mit nunmehr über vier Milliarden Euro um 9,5 Prozent. Das gute Wachstum ist allerdings auch in dieser Branche der Inflation geschuldet. "Während die Absätze beim Futter weitgehend stabil blieben, liegt die Umsatzsteigerung in diesem Bereich wesentlich in der aktuellen Inflation begründet", sagt Georg Müller , Vorsitzender des Industrieverbands Heimtierbedarf (IVH) e.V. "Wie Hersteller anderer Produkte des täglichen Bedarfs, mussten auch die Produzenten von Heimtier-Fertignahrung angesichts teils immenser Kostensteigerungen bei Energie, Verpackung und Logistik ihre Preise anheben."
Obwohl der Internethandel in der Branche Tierbedarf wichtiger wird, verhält es sich mit Tierfutter im deutschen E-Commerce ähnlich wie mit Lebensmitteln: Der Onlinehandel funktioniert in diesem Segment nicht wirklich gut. Gekauft wird Tiernahrung traditionell im Lebensmitteleinzelhandel (einschließlich Drogeriemärkte und Discounter). Hier wurden 2022 mit einem Umsatzanteil von 62 Prozent 2,502 Milliarden Euro des gesamten Tierbedarfsmarkt umgesetzt. Das Filialnetz im Lebensmittelhandel ist in Deutschland so dicht, dass der Onlinehandel hier nur wenig Vorteile bietet. Hinzu kommt der hohe und extrem preisgetriebene Wettbewerb. Zurückzuführen ist diese Besonderheit auf die Marktsättigung durch eine hohe Dichte an Handelsschwergewichten und preisgünstigen Discountern.
Digitalisierung: Fachhandel unter Druck
Die Digitalisierung macht vor dem Heimtiermarkt keinen Halt und wird sich auf die entsprechende Industrie und den Handel auswirken. Ein Umbruch im deutschen Markt für Heimtierbedarf ist längst im Gange. Entsprechend ist das Internet der schnellstwachsende Vertriebskanal im Heimtiermarkt. Außerdem expandieren Franchiseanbieter seit Jahren, immer mehr Umsätze werden online generiert - vor allem der klassische Fachhandel steht vor großen Herausforderungen.Andreas Steinle vom Zukunftsinstitut mahnte bereits auf der FEDIAF-Jahreshauptversammlung 2019, die die Vorstandschefs der Heimtiernahrungsproduzenten in Europa zusammengebracht hat: "Auch der E-Commerce verändert sich fortlaufend. Dabei verschwimmen die Grenzen zwischen online und offline und schaffen einen neuen Einzelhandel, der sich darauf konzentriert, die individuellen Bedürfnisse jedes Kunden zu erfüllen." Megatrends seien Lawinen in Zeitlupe: Sie veränderten alles, aber langsam, und die Veränderungen würden lange andauern.
Während der Onlinehandel im Bereich Heimtierbedarf munter wächst, gerät der Fachhandel zunehmend unter Druck. Das zeigt die Studie "Quo Vadis, Zoofachhandel? Eine Untersuchung über Zielgruppen, Strategien und Zukunftsperspektiven des Zoofachhandels , herausgegeben vom IFH Köln und Zookauf . Hinzu kommt, dass nur ein Bruchteil der Heimtierbesitzer tatsächlich zufrieden mit dem stationären Einkaufserlebnis ist. Lediglich 13 Prozent stört beim Einkauf von Heimtierbedarf nichts. Im ersten Schritt zeigt die Studie, dass der Informationsbedarf von Heimtierbesitzern groß und ihr Informationsverhalten vielschichtig ist. Durchschnittlich 4,3 verschiedene Infoquellen nutzen die befragten KonsumentInnen. Somit besteht ein großes Potenzial, die wichtigsten Touchpoints online und offline mit relevantem Content zu bespielen und die Kundin oder den Kunden dort zu erreichen, wo sie oder er sich informiert. Neben Onlineshops einzelner Anbieter und Websites spielen dabei auch Plattformen wie Amazon, soziale Medien oder Onlinewerbung eine immer größere Rolle.
- Prognose Onlinehandel 2030: Wie sich die ECommerce-Segmente entwickeln
- Detailanalyse Bürobedarf/PBS
- Detailanalyse Tierbedarf
- Detailanalyse Computer/Unterhaltungselektronik
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