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E-Commerce-Studie: Wie die Deutschen im Netz Mode kaufen

09.01.2009 Eine aktuelle Studie im Auftrag von Yahoo bringt eine gute und eine schlechte Nachricht: Immer mehr Internetnutzer kaufen mittlerweile Modeartikel auch im Netz ein. Doch diese Onlineshopper sind nur bedingt markentreu. Wie Händler und Markenartikler von diesem Trend profitieren können, hat iBusiness zusammengestellt.

 (Bild: Staendecke/ideas-ahead.de)
Bild: Staendecke/ideas-ahead.de
Von 1.508 Befragten wollten die Marktforscher von Innofact   in einer für das Internet repräsentativen Umfrage wissen, wie sie sich vor dem Bekleidungskauf informieren - und wo sie Mode kaufen. Auch wenn 55 Prozent der Befragten in Sachen Mode die Meinung ihres Partners konsultieren und der klassische Stadtbummel für jeden Zweiten wichtig ist, hat das Netz als Informationsmedium und Ort des Kaufabschlusses an Bedeutung gewonnen. Ein großer Teil der Testpersonen konsultierte in Modefragen das Internet: Ein Drittel der Befragten (34 Prozent) bestätigte etwa den Einfluss des Web auf ihre Entscheidung beim Kauf von Bekleidung. "Die Hemmschwelle, Mode und Bekleidung im Internet zu kaufen, wird immer geringer", bestätigt Heiko Genzlinger , Commercial Director Yahoo Deutschland den Trend. Die Kunden schätzten vor allem bequem von zu Hause aus Angebote und Preise zu vergleichen und dadurch modische Schnäppchen zu ergattern.

 (Bild: Yahoo)
Bild: Yahoo

Die Hälfte der Befragten verbringt aus diesen Gründen zwischen einer und fünf Stunden pro Monat im Netz. Der unkomplizierte Preisvergleich von Bekleidung ist dabei für sie laut der Untersuchung ein Hauptgrund für die Internetnutzung. Besonders Frauen bekennen sich zur Schnäppchensuche. So informieren sich Onlineshopper im Netz über Modetrends:

InformationskanalNutzungsanteil
Händlerseiten, Shops und Auktionsseiten30 Prozent
Suchmaschinen26 Prozent
Preisvergleichsportale20 Prozent


 (Bild: Yahoo)
Bild: Yahoo

Schlechte Nachricht für die Guccis dieser Welt: So stark das Preisbewusstsein bei den Befragten ausgeprägt ist, so gering scheint ihre Markenaffinität bei Modeartikeln in der Informationsphase zu sein: Rund drei Viertel gaben an, dass sie im Vorfeld einer Anschaffung noch keine Vorstellungen davon haben, von welcher konkreten Marke der Artikel sein soll, den sie kaufen möchten. Die Werbungtreibenden sind deshalb gezwungen, die Kaufentscheidung durch gezielte Online-Werbung in thematisch passenden Umfeldern für ihr Produkt zu beeinflussen. Das zeigt auch die Suchmaschinenwerbung für Damen- und Herrenmode. Wie eine exklusive iBusiness-Auswertung der Suchmaschinen-Analysten von Xamine   zeigt, sind Hersteller und Händler bereits heute mit umfangreichen und teuren SEM-Kampagnen aktiv.

 (Bild: Yahoo)
Bild: Yahoo

Freuen können sich der Yahoo-Studie zufolge dagegen Onlinehändler wie Otto.de   oder Neckermann.de  . Denn der Online-Versandhandel holt beim Kauf von Mode und Bekleidung auf, fanden die Marktforscher heraus. Wenn es um den Kauf von Bekleidung und Modeartikeln geht, liegt der stationäre Handel wie die großen Bekleidungshäuser (21 Prozent), Geschäfte, die nur eine Marke führen (20 Prozent), und die Kauf- und Warenhäuser (18 Prozent) in der Gunst der Kunden noch vorne. Allerdings belegt der Online-Versandhandel für Mode schon den vierten Platz, denn 15 Prozent der Befragten gaben an, dort häufig einzukaufen. Am liebsten tun sie das beim Auktionshaus eBay  , wo 24 Prozent bereits einmal Bekleidung eingekauft haben, dicht gefolgt von den Online-Versandhäusern Quelle.de  , Otto.de und Neckermann.de. Beliebte Ziele für den Einkaufsbummel im Netz sind auch die Internet-Shops der Modehersteller Esprit   und H&M  . Als Argumente für einen Einkauf im Internet sprechen in erster Linie die günstigen Preise, die Breite des Angebots, der bequeme Einkauf von Zuhause aus sowie die Lieferung der gekauften Ware nach Hause. Bei denjenigen, die Mode lieber im konventionellen Handel kaufen, war die fehlende Möglichkeit, die Artikel vorher anzuprobieren oder genau in Augenschein zu nehmen, der Hauptgrund, nicht im Internet einzukaufen.

 (Bild: Yahoo)
Bild: Yahoo

Fazit: Schon jetzt spielt Online beim Informationsprozess und Kauf von Mode eine große Rolle. Künftig werde diese Bedeutung jedoch noch mehr steigen, sind sich Yahoo und Innofact sicher. Die Aussagen der Befragten zeigten, dass die Vorteile des Kaufs von Mode im Internet gegenüber dem stationären Handel klar gesehen würden. Daher sei davon auszugehen, dass der Kauf dieser Artikel über das Internet künftig weiter steigen werde. Die sei eine klare Chance für Markenartikler und Werbetreibende diese Zielgruppe auf den einschlägigen Modeumfeldern im Internet anzusprechen und für ihre Produkte einzunehmen. Allerdings zeigte im vergangenen Sommer eine Studie der Agentur Proximity  , dass noch lange nicht alle Möglichkeiten der Kundenansprache genutzt werden. So würden Social Shopping und andere Innovationen von der Modebranche noch stiefmütterlich behandelt.

Auftraggeber Yahoo   stellt die Studie 'Informations- und Kaufprozess bei Modeartikeln' zum Download bereit  .

Thema: E-Commerce-Studie: Wie die Deutschen im Netz Mode kaufen

Kommentar von Thomas Kletschke

Mode: Höhere Investitionen können durchaus lohnen

Klar: In der momentanen Lage ist das große 'I' für Investition schon ein 'L' wie Luxus. Onlinehändler mit gut gefüllter Kasse, große Marken mit großzügiger Kreditlinie könnten durch Investitionen in ihre Websites und Onlinekampagnen die Konkurrenten auf die Plätze verweisen, wie die Studie nahelegt.

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 (Foto Studio 54)
Bild: Foto Studio 54
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