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Ausbaufähig: Jedes sechste Unternehmen verzichtet auf EGovernment-Angebote
18.08.2014 Deutsche Unternehmen liegen bei der Nutzung von EGovernment-Angeboten weit hinten. 83 Prozent aller Firmen haben 2013 per Internet Daten und Informationen mit staatlichen Stellen ausgetauscht. 2010 waren es erst 67 Prozent. Trotz dieser Steigerung befindet sich Deutschland auf dem Stand von Ländern wie Griechenland, Ungarn oder Bulgarien.
Eigentlich sollte bereits 2011 eine gesetzliche Grundlage geschaffen werden, um den Datenaustausch zwischen Behörden und Unternehmen so weit wie möglich zu digitalisieren und zu automatisieren. Eine gesetzliche Grundlage für den entsprechenden "Prozessdatenbeschleuniger" (P23R) fehlt aber bis heute. "Wichtig wäre vor allem, dass bei neuen Gesetzen die Mitteilungs- und Meldepflichten als maschinenlesbare Regeln formuliert werden", fordert Bitkom-Präsident Dieter Kempf . P23R stellt dazu eine technische Basis für alle Arten der Datenübermittlung zwischen Unternehmen und Behörden sowie Sozialversicherungsträgern bereit. Unternehmen können hiermit ihre gesetzlichen Informations- und Meldepflichten in einer abgesicherten Umgebung weitgehend automatisiert erfüllen. Die Datenhoheit bleibt beim Unternehmen. "Derzeit müssen in Deutschland insgesamt von der Wirtschaft rund 13.000 Informationen an den Staat gemeldet werden, oft zu rein statistischen Zwecken," erklärt Kempf. Eine sichere Übermittlung, die die Datenhoheit bei den Unternehmen belässt und auf zentrale Datenbestände verzichtet, würde den Datenaustausch zwischen Wirtschaft und Staat spürbar erleichtern.
Auch Privatverbraucher sind in Deutschland bei der Nutzung digitaler Bürgerdienste zurückhaltend. 2013 luden sich 49 Prozent aller Bundesbürger über das Internet amtliche Formulare herunter, schickten Anträge an Behörden oder baten um Auskunft - nicht mehr als bereits 2009. Laut Eurostat liegt Deutschland damit auf Rang 10 aller EU-Mitglieder. Spitzenreiter ist Dänemark mit 85 Prozent der Einwohner.
Zur Methodik: Die Berechnungen zur Nutzung von E-Government-Angeboten in den einzelnen EU-Staaten (Ranking) basieren auf Daten der europäischen Statistikbehörde Eurostat. Die Behörde befragte Unternehmen aus allen Branchen mit mindestens zehn Mitarbeitern außer dem Bankensektor.
