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Krieg der Social Networks: Was StudiVZ wirklich wert ist

22.07.2008 Vorbei die Zeiten, in denen sich die großen sozialen Netzwerke über Open-Social-Initiativen oder offene APIs bekämpften. Facebook fährt jetzt juristische Geschütze auf. Mit dem Ziel das deutsche Netzwerk StudiVZ zu übernehmen, wie Experten mutmaßen. iBusiness hat ausgerechnet, was die Yankees für die Schwaben auf den Tisch legen müssten.

Das weltweit größte Social Network, Facebook  , schafft es nicht, in Deutschland Fuß zu fassen. Laut dem Marktforscher Nielsen Online besuchten nur 1,2 Millionen Deutsche das Netzwerk im ersten Quartal 2008. Damit lag Facebook noch hinter Randgruppen-Netzwerken wie Knuddels.de   und Lokalisten.de  . Marktführer ist nach wie vor StudiVZ   mit sechs Millionen Besuchern.

Um endlich auch in Deutschland durchstarten zu können, böte es sich für Facebook an, die rund zehn Millionen Nutzer der drei VZ-Netzwerke der Verlagsgruppe Holtzbrinck   zu übernehmen. Ein entsprechendes Angebot soll Facebook nach unbestätigten Angaben schon Ende 2006 an die damaligen Inhaber von StudiVZ gemacht haben. Die StudiVZ-Eigentümer hätten sich für ihre damaligen Nutzer fünf Prozent der Facebook-Anteile sichern können, schrieb Netzökonom Holger Schmidt .

iBusiness hat nun nachgerechnet, wie viel Facebook für die zehn Millionen VZ-Nutzer jetzt auf den Tisch des Hauses legen müsste, wenn es die Deutschen übernehmen will. Dabei wurde der Unternehmenswert von Facebook bei 15 Milliarden US-Dollar festgelegt. Dies entspricht dem Wert, den Mircosoft für seine Beteiligung an dem Netzwerk angesetzt hatte. Vor einem Jahr sicherte sich das Software-Haus für 240 Millionen US-Dollar 1,6 Prozent der Firmenanteile.

Bei weltweit rund 80 Millionen Nutzern, ist jedes Facebook-Mitglied in etwa 187 Dollar wert. Für die zehn Millionen Nutzer von StudiVZ, SchuelerVZ   und MeinVZ   muss Facebook somit 1,87 Milliarden Dollar berappen. Dies entspräche in etwa 15 Prozent des eigenen Firmenwerts.

Diese stolze Summe will Facebook nach Ansicht von Web-2.0-Experten anscheinend nicht zahlen und erhebt gegen StudiVZ vor einem US-Gericht massive Plagiatsvorwürfe. StudiVZ hat mit einer Feststellungsklage beim Landgericht Stuttgart   auf die von Facebook eingeleiteten juristischen Schritte reagiert. "Facebook wird alles tun, um seinen Nachahmer aus dem Weg zu räumen - was in diesem Fall eine Übernahme bedeutet", bewertet Web-2.0-Experte Martin Weigert die Facebook-Aktion.

In dieselbe Richtung spekuliert Marcel Weiss , der hinter Facebooks Vorstoß die Absicht vermutet, dass Netzwerk wolle "so mit einem Schlag zum größten deutschen Social-Network-Anbieter" werden. Dafür sei es notwenidig, "dass Facebook über diese Klage nun versucht, den Kaufpreis zu drücken und letztlich StudiVZ für eine geringere Summe zu übernehmen".

Neuer Kommentar  Kommentare:
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Von: Ole Wiemeler ,  nonuniform ,  Verbindungen
Am: 22.07.2008

Zu: Krieg der Social Networks: Was StudiVZ wirklich wert ist

Glaubt man Google Trends hat FB im zweiten Quartal 2008 aber deutlich besser Fuß gefasst in Deutschland. http://tinyurl.com/5cwuk7 Aber wie heißt das so schön: Glaube niemals einer Statistik, die du nicht selbst gefälscht hast.

Die Zeit läuft eindeutig für Facebook.
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