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Deutschland-Start: Experten sehen strategische Fehler bei Facebook

04.03.2008 Der Start des Netzwerkes Facebook soll die Landschaft der Social Networks in Deutschland erschüttern. Die Erwartung, die das Netzwerk an den deutschen Markt knüpft, sind enorm. Doch haben viele Experten schon strategische Fehler ausgemacht.

 (Bild: facebook.com)
Bild: facebook.com
Das US-Netzwerk Facebook   ist nun auch in Deutschland aktiv. Nach Aussage von Matt Cohler , Vice President of Product Management bei Facebook, sind zurzeit "über eine Million aktive Nutzer in deutschsprachigen Ländern" registriert.

Der Start von Facebook wird in vielen Blogs im Wesentlichen mit Skepsis kommentiert. So empfiehlt der Blog zweinull.cc   Facebook im Falle eines Scheiterns, die "Akquisition der Holtzbrinck-Netzwerke". Der Medien-Blog turi2   fragt sich, ob Facebook den Zeitpunkt für den Deutschland-Start nicht bereits verpasst habe. "Holtzbrincks StudiVZ  , 2005 als Facebook-Klon gestartet, hat bereits fünf Millionen Nutzer eingesammelt, der kleine Bruder SchülerVZ   drei Millionen." In dieselbe Richtung argumentiert auch Holger Schmidt vom FAZ-Blog Netzökonom  .

"Durch die ungelenke und unvollständige Übersetzung wirkt die deutsche Seite oft lieblos hingeschludert. Ein wirklich großer Wurf ist das nicht", deckelt der Mediendienst Kress   den Facebook-Hype. Angst müsse jedenfalls keiner der deutschen Konkurrenten haben.

Hart ins Gericht mit dem Hype um den Facebook-Start in der deutschen Blogger-Community geht der Blog Interneteconomics  . Nur weil ein amerikanisches Unternehmen nach Deutschland geht, zeige, "wie wenig Mut man hierzulande noch hat und wie wenig man den deutschen Internetfirmen zutraut."

 (Bild: Facebook Inc.)
Bild: Facebook Inc.

Grund für die Zurückhaltung vieler Experten ist Facebooks zentralisierte Auslandsstrategie. Eine Niederlassung in Deutschland gibt es nicht. Planung, Steuerung und Kontrolle des Netzwerks bleiben weiterhin ausschließlich in den USA. In einem Interview mit dem Nachrichten-Portal Spiegel-Online hatte Javier Olivan, zuständig für das Auslandsgeschäft bei Facebook, keine Notwendigkeit für eine ausländische Niederlassung gesehen. "Regional beschränkte Netzwerke sind unpraktisch", sagte er. Das deutsche Facebook "ist dieselbe Plattform, wie in allen anderen Staaten auch."

Facebook hat "nicht nur mit professionellen Übersetzern" zusammengearbeitet, sondern auch die Nutzer aus Deutschland in die Übersetzung der Plattform mit eingebunden, erklärte Cohler die Strategie. Ziel sei es, die "wirklich richtige Ansprache" für die Mitglieder zu finden.

Kritisch bewertet Joel Berger, Geschäftsführer von MySpace Deutschland, die zentralisierte Auslandsstrategie bei Facebook. Es gebe vor allem zwei Gründe, warum ausländische Niederlassungen durchaus erfolgreich sein könnten. "Soziale Netzwerke sind ein Teil einer neuen Popkultur im Internet und somit auch an ein regionales Umfeld gebunden. Bei MySpace zeigt sich dies beispielsweise in dem hohen Anteil an Bands und Musikern, die das Netzwerk nutzen. Zum anderen lassen sich Vermarktungsaktivitäten aus der Ferne wesentlich schwerer koordinieren, als wenn man Fachleute vor Ort hat, die die Werbekunden besser einschätzen können", erklärte Berger gegenüber iBusiness.

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