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OMD-Chaos: Name und Messe-Chef weg
16.01.2008 Messe-Chaos in Düsseldorf: Nach ihrem bisher erfolgreichsten Jahr steht die 'Online Marketing Düsseldorf' (OMD) nun vor einigen Problemen. Neben der Suche nach einem neuen Messe-Chef und einem PR-Verantwortlichen muss Messe-Veranstalter Igedo nun auch um das bewährte OMD-Logo kämpfen.
Neben Schneiders Weggang hat die OMD vor ein weiteres Problem. Bisher war per Handschlag mit der BBDO-Tochter BBDO Germany vereinbart worden, dass die Messe mit dem Kürzel OMD für die Veranstaltung werden darf. Jetzt aber, wo sich die Abkürzung OMD zu einem Markenzeichen für die Düsseldorfer Messe entwickelt hat, reicht BBDO laut Schneider eine mündliche Absprache nicht mehr. Die Folge: Aktuell wirbt die Messe nur noch mit dem vollen Namen.
Neben der OMD veranstaltet Igedo in erster Linie Mode-Messen wie die Herrenmode Düsseldorf . Was laut Igedo-Sprecher Kötter dem einstigen OMD-Chef, der für das Marketing dieser Messen mit verantwortlich war, weniger gefiel: "Seine Aufgaben im Rahmen unserer Modemessen waren nie so richtig Schneiders Ding, er wollte sich von daher verändern."
Schneider selbst erklärt auf Nachfrage von iBusiness: "Die OMD ist in ihrer jetzigen Form gut aufgestellt. An der ein oder anderen Stelle hätte man aber noch mehr machen müssen, ich denke da an den weiteren Aufbau von Manpower." Was sich mit Insider-Informationen deckt: Wie iBusiness erfahren hat, will Schneider wegen mangelnder Unterstützung durch Igedo für die OMD das Handtuch geworfen haben. Was Igedo-Sprecher Kötter nicht nachvollziehen kann: "Schneider hat alle Unterstützung bekommen, die er eingefordert hat", kontert er. "Denn für Igedo Company ist die OMD eine strategisch sehr wichtige Messe.".
Wie auch immer der weitere Werdegang der OMD aussehen mag: Die bisherige PR-Agentur Cocodibu wird es aller Voraussicht nach nicht kommunizieren. Wie Igedo-Sprecher gegenüber iBusiness angibt, habe Cocodibu-Chef Christian Faltin seinen Vertrag mit Igedo nicht mehr verlängern wollen, als Schneiders Abschied feststand. Mittlerweile hätte Faltin laut Kötter zwar wieder Interesse an einer weiteren Zusammenarbeit signalisiert. "Wir sind jetzt in Gesprächen mit einer anderen PR-Agentur", schließt Kötter die Akte Cocodibu.
Das Messe-Chaos trifft die OMD auf dem Höhepunkt ihres Erfolgs: Noch nie war die OMD so gefragt wie im vergangenen Jahr. An den zwei Messetagen pilgerten stolze 10.900 Fachbesucher auf das Düsseldorfer Messegelände. Das entspricht einem Plus von 65 Prozent gegenüber 2006: 2006 waren erst 6.600 Besucher vor Ort.
Auch die Zahl der Aussteller konnte im vergangenen Jahr stark zulegen: um 46 Prozent von 180 auf 263 Unternehmen. Und mit mehr als 1.000 Fachbesuchern aus dem Ausland und 26 internationalen Ausstellern hatte sich die OMD nach Einschätzung von Igedo 2007 endgültig als "führende Kongressmesse für digitales Marketing in Europa etabliert".
Im Vergleich zu 2006 (500 ausländische Besucher) konnte die OMD im vergangenen Jahr doppelt so viele Besucher aus dem Ausland zählen. Faltin gab daher im Oktober 2007 gegenüber iBusiness noch das Ziel aus, 2008 mindestens 1.500 ausländische Besucher auf die Messe zu ziehen.
Bereits im Oktober verließ Projektleiterin Ellen Faust nach Angaben der aktuellen OMD-Projektleitung aus perönlichen Gründen den Messe-Veranstalter Igedo . Die 32-Jährige verantwortete unter anderem Marketing und Verkauf der OMD (iBusiness berichtete).
Laut einer aktuellen iBusiness-Befragung gilt die OMD derzeit als wichtigste Messe der Interaktiv-Branche. Die kommende Messe findet am 17. und 18. September in Düsseldorf statt.
