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Award-Marketing: Welche Preise für Interaktivagenturen wirklich wichtig sind
12.03.2018 Awards sind Aushängeschilder für Agenturen. Doch nicht mal die Hälfte der Agenturen setzt überhaupt auf Award-Marketing. Die iBusiness-Award-Studie zeigt, welche Awards für die Branche wichtig sind, warum Agenturen an Kreativwettbewerben teilnehmen und wie viel Geld sie ins Award-Marketing investieren.
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Doch während die einen Agenturen das Teilnehmen an Kreativ-Wettbewerben wärmstens empfehlen und fünfstellige Euro-Beträge in ihr Award-Marketing pumpen, sind die anderen gar nicht überzeugt: Zu teuer, zu hoher Zeitaufwand, zu geringe Gewinnchancen lauten die Kritikpunkte, die Agenturvertreter in der iBusiness-Umfrage zum Thema Award-Marketing in der Interaktivbranche vom März 2018 nennen.
Agentur-Awards haben zwei Seiten: Auf der einen können sie viel mediale Aufmerksamkeit mit sich ziehen, Kunden beeindrucken und bei der Akquise unterstützen. Auf der anderen Seite aber kosten sie viel Geld sowie Ressourcen und bringen unter Umständen keinen messbaren Vorteil - außer vielleicht den Stolz der Agenturmitarbeiter. Die Erfahrungen der Digitalagenturen zum Award-Marketing sind sehr unterschiedlich, wie eine aktuelle Umfrage von iBusiness unter rund 80 Agenturen zeigt.
Insgesamt ist die Zahl der teilnehmenden Agenturen an Kreativ-Awards im Vergleich zu der iBusiness-Umfrage des Vorjahres leicht gestiegen. Der Anteil derjenigen, die an Kreativ-Awards teilnehmen, hat sich von 40,3 Prozent auf 44 Prozent erhöht. Massiv abgenommen hingegen hat die Zufriedenheit der Award-Teilnehmer: Fast zwei Drittel der befragten Agenturen (63 Prozent) sagen, dass sich die Teilnahme für ihre Agentur unter dem Strich nicht lohnt. Noch weniger Digitalagenturen werden von ihren Kunden oder potenziellen Neukunden auf gewonnene Awards angesprochen: Von den Award-Teilnehmern bekommen nur 33 Prozent positives Feedback von Kunden oder werden von ihnen auf Awards angesprochen. Zwei Drittel schenken dem Thema keine Beachtung. Damit scheint für den Großteil der Agenturkunden der Stellenwert von Award-Gewinnen nicht sonderlich hoch zu sein.
Im Umkehrschluss zeigen die Zahlen aber auch, dass Award-Marketing für jede dritte Agentur durchaus eine lohnenswerte Strategie ist. Legen beispielsweise Unternehmen bei der Agenturauswahl großen Wert auf Kreativität, sind Awards und gute Platzierung im Kreativranking durchaus probate Mittel, um Aufmerksamkeit zu generieren und als kompetenter Partner zu überzeugen. Möchte man als Agentur jede Option der Kundenakquise und -bindung ausloten, dann gehört Award-Marketing definitiv dazu. Unter Umständen rechtfertigen namhafte Gewinne sogar höhere Preise. Und ein Kunde, dessen Projekt eine Auszeichnung abgeräumt hat, wird sicherlich nicht so schnell die Agentur wechseln.
Kundenbindung und Kundenakquise sind laut der iBusiness-Studie die wichtigsten Argumente für Agenturen, an Kreativwettbewerben teilzunehmen. 79 Prozent fahren diese Strategie, um dem Kunden eine Bestätigung über die Qualität der Arbeit abzuliefern. 78 Prozent nutzen die Awards als Akquise-Argument gegenüber potenziellen Kunden. Für immerhin 63 Prozent der befragten Agenturen ist der Werbeeffekt in der Öffentlichkeit ein wichtiges Argument, um sich an entsprechenden Ausschreibungen zu beteiligen. Auch agenturintern sind Awards offenbar von Bedeutung: Für mehr als jeden zweiten Interaktivdienstleister (53 Prozent) ist ein wichtiger Grund zur Teilnahme der Effekt, dass sich die Bindung unter den Mitarbeitern stärkt.
Für die Award-Verweigerer dagegen ist mit deutlichem Abstand der wichtigste Grund, der gegen Award-Beteiligungen spricht, ein zu hoher Zeitaufwand (66 Prozent). Dass Award-Beteiligungen einfach zu teuer sind beziehungsweise die Kosten und Zeitaufwand höher seien als der positive Effekt bemängeln jeweils 48 Prozent der Agenturen. Ohnehin volle Auftragsbücher sind immerhin für mehr als ein Viertel (28 Prozent) der Dienstleister der Grund, warum sie nicht an Kreativwettbewerben teilnehmen. Selbstbewusst gehen mit dem Thema auch nicht alle Befragten um: Immerhin nehmen 23 Prozent aus dem Grund nicht teil, weil sie keine Chance sehen zu gewinnen.
Einige Agenturen investieren fünfstellig
Dass Award-Marketing für viele Agenturen zu einem wichtigen Bestandteil des Marketingmixes wird, zeigen die Beträge, die die von iBusiness befragten Agenturen in diesen Bereich investieren. Die Mehrheit der antwortenden Agenturen investiert bis zu 5.000 Euro im Jahr. Das Gros zwischen 2.000 und 5.000 Euro. Aber einige stecken sogar einen fünfstelligen Euro-Betrag pro Jahr in ihr Award-Marketing.Wie schon bei der iBusiness-Umfrage 2017 sind die deutschen Awards (78 Prozent) weiterhin die wichtigsten. Die Bedeutung von europäischen und internationalen Awards dagegen scheint im Jahresvergleich abzunehmen. So fanden 2017 noch 49 Prozent der Befragten internationale Awards und 56 Prozent europäische Awards wichtig. Heute sehen 30 Prozent der Agenturen europäische Awards und 26 Prozent internationale Awards als bedeutsam an.
Aus thematischer Sicht sind absteigend Branchen-Awards mit Online-Kategorien wie der Touristik-Award, Marketing- & Werbe-Awards wie der ADC sowie Produzentenbranchen-Awards wie der Semy für Suchmaschinenmarketing die wichtigsten.
Das sind die bedeutendsten Awards der Branche
Was 2018 die 20 wichtigsten Awards für die deutsche Digitalbranche sind, hat der Bundesverband der Digitalen Wirtschaft (BVDW) in seinem Kreativranking jüngst ermittelt und veröffentlicht. Darüber hinaus haben auch wir Agenturen gefragt, welche die für sie bedeutendsten Awards sind. Abseits des BVDW-Rankings gab es in unserer Umfrage zusätzlich ganz klar einen auf die deutsche ECommerce-Branche speialisierten Branchen-Award, der den meisten Zuspruch erhielt: Shop Usability Award .Die wichtigsten Awards für die deutschsprachige Interaktivbranche | ||||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| Award | Thema/Bereich | Geografische Ausrichtung | Gewinneranteil | |||
| Cannes Lions | Werbung | International | ca. 3 Prozent | |||
| Webby Awards | Digitale Umsetzungen | International | ca. 3 Prozent | |||
| One Show | Entertainment | International | ca. 3 Prozent | |||
| LIA Award | Werbung, Design | International | <1 Prozent | |||
| D&AD Professional Awards | Werbung,Design, Kommunikation | International | ca. 3 Prozent | |||
| Deutscher Digital Award | Digitalmarketing | Deutschland | <10 Prozent | |||
| ADC Annual Award | Werbung | International | k.A. | |||
| Clio Awards | Werbung, Design, Kommunikation | International | < 5 Prozent | |||
| New York Festival | Werbung, Kommunikation | International | k.A. | |||
| Red Dot Award | Kommunikations-Design | International | < 10 Prozent | |||
| ADC Deutschland | Werbung | Deutschland | ca. 20 Prozent | |||
| Golden Award of Montreux | Werbung | International | k.A. | |||
| Eurobest | Werbung, Kommunikation | International | k.A. | |||
| IF Design Award | Design | International | <1 Prozent | |||
| Cresta | Werbung, Kommunikation | International | 33 Prozent | |||
| Lovie Awards | Digitalmarketing | International | 4 Prozent | |||
| Cristal Festival | Werbung | International | <1 Prozent | |||
| Econ Awards | Werbung | International | 20 Prozent | |||
| Deutscher Preis für Onlinekommunikation | Werbung | National | 5 Prozent | |||
| Annual Multimedia | Digitale Markenkommunikation | Deutschland | ca. 30 Prozent | |||
Es wundert nicht, dass unter den bedeutendsten Wettbewerben für Interaktivagenturen einige Schwergewichte sind. Allen voran die Cannes Lions mit gut 41.000 Einreichungen beim letzten Mal. Oder der ADC Wettbewerb, zu dem rund 3.000 Projekte eingereicht wurden, sowie der IF Design Award mit knapp 9.000 Einreichungen. Klein aber branchenspezifisch ist dagegen der Deutsche Digital Award, der letztens gut 500 Projekte erhielt, sowie der Shop Usability Award mit rund 700 Bewerbungen im vergangenen Jahr.
