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Payment-Zukunft (2): Wie mobiles Payment vielleicht doch noch zu retten ist

16.05.2013 M-Payment dümpelt so vor sich hin. Daran konnte bisher keine der ach so innovativen, sicheren und komfortablen Lösungen etwas ändern. Ob Mobile Payment überhaupt noch zu retten ist und welche Lösungen für Händler den meisten Erfolg versprechen.

 (Bild: Rainer Klose)
Bild: Rainer Klose
 (Bild: Rainer Klose)
Bild: Rainer Klose
Immer mehr hoffnungsvolle Start-ups drängen in den MPayment-Markt, gleichzeitig versuchen etablierte Unternehmen sich ebenfalls dort breit zu machen. Jeder von ihnen hat die Hoffnung, dass sich gerade seine Lösung durchsetzen wird. Denn wenn es funktioniert, dann ist sie das neue Paypal - und das eigene Unternehmen folglich milliardenschwer. Das Blöde dabei ist nur: Es gibt schon ein Paypal.

So tun die Möchtegern-Paypals in der Hatz auf den heiligen Gral 'Payment-Dominanz' letztlich niemandem einen Gefallen. Denn je breiter das Angebot, desto schwieriger wird es für jede einzelne Lösung, die kritische Masse an Kunden und Händlern zu erreichen.

Während Mobile Payment vor allem in weniger entwickelten Ländern boomt, hat es der Markt naturgemäß in Deutschland besonders schwer. Schließlich haben wir mit Barzahlung, Überweisung, EC- und Kreditkarten, Schecks und Lastschriftverfahren bereits ein funktionierendes Bezahl-Ökosystem, das so gut wie alle Bedürfnisse abdeckt. So lang sich die Bedürfnisse nicht ändern, wird es M-Payment weiterhin schwer haben. Schließlich ist der Mensch ein Gewohnheitstier.

Zu allem Überfluss haben sich die Banken - nachdem sie sich zu den Internet-Boomzeiten der Endneunziger-Jahre mit digitalen Walletsystemen die Finger verbrannt haben - keine Lust auf eine Neuauflage. Und schon gar nicht auf eine von einem bankenfernen Newcomer, selbst wenn er Google heißt.

Die Nutzung und die Betreitschaft zur Nutzung von Mobile Payment,
Die Nutzung und die Betreitschaft zur Nutzung von Mobile Payment, (Grafik: ECC Köln) Quelle: http://www.ecckoeln.de/News/Mobile-Payment-steckt-station%C3%A4r-noch-in-den-Kinderschuhen
Weitere Hürden für M-Payment sind:
  • Fragmentierung des Marktes
  • Hohe Anfangsinvestitionen
  • Unzureichende Verbreitung von NFC-Smartphones
  • Komplizierte Benutzung
  • Fehlendes Vertrauen in unbekannte Anbieter
  • Wenige Akzeptanzstellen
  • Sicherheitsbedenken
  • Widerstand der Banken
  • Henne/Ei-Problem zwischen unzureichenden Nutzerzahlen durch mangelnde Zahl der Akzeptanzstellen und umgekehrt

Kein Wunder also, dass sich laut der MPayment-Studie   des ECC Köln und der Hochschule Aschaffenburg   fast die Hälfte (47,2 Prozent) der Befragen nicht vorstellen kann, im stationären Handel mit dem Handy zu bezahlen. Nur knapp 13 Prozent haben Mobile Payment überhaupt schon einmal verwendet. Entgegen der vielen positiven Rückmeldungen und Prognosen aus der technikfixierten Mobilbranche, dürfte also die Marktdurchdringung der folgenden in Deutschland verfügbaren MPayment-Lösungen nach wie vor ausgesprochen übersichtlich sein:

Mobile-Payment-Anbieter in Deutschland
Name/ Anbieter In Dtld. seit: Technik Betriebs- systeme Händler Nutzer Trans- aktionen Sonstiges Händler-Hardware
Deutsche Post   / Valuephone   Mai 2013 Benutzer- konto mit Pin-Eingabe iOS, Android, Windows Keine Angabe Keine Angabe Keine Angabe Keine
Mpass   Oktober 2012 NFC-Sticker iOS, Android Mehrere tausend Keine Angabe Keine Angabe NFC-Terminal
Paycash   Januar 2013 QR-Code iOS, Android Keine Angabe Keine Angabe Keine Angabe Inkl. Kunden- bindungs-Programm Bezahl- terminal/ Smartphone
Paypal QR-Shopping   April 2012 QR-Code iOS, Android Keine Angabe 65.000 App- Downloads Keine Angabe
Secucard    2011 QR-Code/ NFC iOS, Android 550 13.000 250.000 (2012) Inkl. Kunden- bindungs-Programm Spezielles Terminal
Sqwallet   Juni 2012 QR-Code iOS, Android Keine Angabe Keine Angabe Keine Angabe Integriert in die Barcoo-App Smartphone/ Tablet


Mobile-Payment-Anbieter (noch nicht in Deutschland verfügbar)
Name Wann in Dtld. geplant Technik
Google Wallet   Noch nicht verfügbar NFC
Telekom MyWallet   Für 2013 geplant NFC
Visa payWave   In 1-2 Jahren geplant NFC
Yapital (Otto)   Juli 2013 QR-Code

Während im Moment auch die Zahl der MPayment-Anbieter noch überschaubar ist, stehen für die nächsten ein bis zwei Jahre bereits einige große Anbieter mit neuen Lösungen in den Startlöchern. Ob Google  , die Deutsche Telekom   , Visa   und die Otto Group   den MPayment-Markt aufmischen können, ist fraglich. Zwar haben sie in anderen Bereichen eine mehr oder weniger hohe Marktdurchdringung und genießen das Vertrauen vieler potenzieller Kunden. Doch auch sie werden mit dem Problem zu kämpfen haben, dass der deutsche Bezahlmarkt bereits durch Bargeld, Kreditkarte und Co. gesättigt ist. "Der deutsche Markt ist ein Bargeld-Markt", klagen Payment-Anbieter darum, wenn man sie auf die Zukunft der Mobilbezahlsysteme anspricht.

Hinzu kommt, dass die verschiedenen MPayment-Initiativen sich gegenseitig Konkurrenz machen und damit die Fragmentierung des Marktes weiter vorantreiben.

Welche Anbieter dennoch die MPayment-Branche retten können

Die MPayment-Techniken
Zwei Techniken für mobiles Bezahlen gibt es zurzeit am Markt: QR-Code- und NFC-basiertes Payment.

QR-Code-Lösungen haben den Vorteil, dass der Händler für sie nicht extra ein spezielles Bezahlterminal anschaffen muss. Eine Software, die den QR-Code generiert und ausdruckt, reicht aus. Der Kunde benötigt lediglich ein Smartphone mit Kamera zum Abfotografieren der Codes.

Um die NFC-Technologie nutzen zu können, müssen sich sowohl Verkäufer als auch Käufer NFC-fähige Geräte, also Handys und Bezahlterminals, anschaffen.
Auch wenn die Chancen hierzulande für Mobile Payment nicht besonders groß sind, lassen sich Eigenschaften und Voraussetzungen definieren, unter denen sich M-Payment doch noch etablieren könnte.
  • Der Mehrwertaspekt
    Das Zahlen mit Bargeld oder EC-Karte ist für den Kunden bequem, er fühlt sich sicher damit und ist daran gewöhnt. Eine Mobile-Payment-Lösung kann deshalb nur dann erfolgreich sein, wenn sie ihm einen Mehrwert bietet, den eine klassische Zahlungsmethode nicht vorweisen kann. Dies können zum Beispiel Coupons oder Rabatte sein.

    Tatsächlich finden laut einer Payment-Studie vom Steinbeis Research Center for Financial Services   fast drei Viertel (71,6 Prozent) der Befragten Coupons und Rabatte attraktiv. Auch Bonusprogramme oder Preisvergleiche stehen hoch im Kurs.

    Weitere mögliche Mehrwerte: Das mobile Bezahlverfahren wird dort angeboten, wo nicht jeder Kunde seine Geldbörse mitnehmen möchte, aber dafür sein Handy. Oder der Kunde kann über eine App sofort in Echtzeit seine Kontobewegungen einsehen - hier ist die Sicherheit der Vorteil.
Attraktivität von Mehrwertangeboten als Erweiterung von Mobile Payment
Attraktivität von Mehrwertangeboten als Erweiterung von Mobile Payment (Grafik: Steinbeis Research Center for Financial Services) Quelle: http://www.google.de/url?sa=t&rct=j&q=&esrc=s&source=web&cd=1&cad=rja&ved=0CE4QFjAA&url=http%3A%2F%2Fwww.steinbeis-research.de%2F04_studien_zahlungsverkehr.html&ei=PB2SUbWmDoek4ASvzIHIAg&usg=AFQjCNGvuwn9GDyBjvbnJKTZV7bUFlvNlQ&sig2=btG-vFnBMu5gZs2EU5-JzA&b
  • Der Nutzerfreundlichkeits-Aspekt
    Mobile Bezahllösungen sind für den Kunden oftmals kompliziert anzuwenden und nachzuvollziehen. Dadurch ist die Hürde für ihn groß. Hier haben einfache, intuitive und im Vorfeld gut erklärte Lösungen Vorteile. Mikro-Bezahlung im Ausland ist allerdings außerhalb des Euro-Raumes leichter digital durchführbar, weil unterschiedliche Münzen verschiedener Nationalität schwerer zu handhaben sind als das eigene Smartphone.

  • Der Sicherheitsaspekt
    Sicherheit bei der Bezahlung ist für den Onlineshopper ein subjektives Empfinden, denn objektiv reicht seine Kenntnis nicht, um die Sicherheit einer Lösung zu beurteilen. Er verlässt sich daher auf vermeintliche Sicherheitsmerkmale wie die Marke. Deshalb haben, wie auch beim Online-Payment, renommierte Unternehmen bessere Chancen am Markt als kleine, unbekannte. Ganz weit vorne stehen hier Banken. Die renommierten Markennamen sollten auch sofort anhand des Namens oder Logos erkennbar sein.

    Für die Händlerseite sind mögliche Zahlungsausfälle ein Problem, das eine gute MPayment-Lösung kompensieren kann, indem sie Risikomanagement anbietet.

  • Der Kostenaspekt

    Gerrit Seidel, Sofort AG (Bild: Gerrit Seidel)
    Bild: Gerrit Seidel
    Gerrit Seidel, Sofort AG

    Händler scheuen sich davor, nur für Mobile Payment neue, teurere Kassenterminals anzuschaffen. Auch Gerrit Seidel, CEO von der Sofort AG  , ist der Meinung: "Mobile Payment muss auf Technologien beruhen, die heute am Kassenscanner bereits existieren und die leicht in die Händler-IT integriert werden können. Alles was beim Händler zusätzliche Hardware erfordert, wird vermutlich nicht funktionieren."

    Auch der Kunde schreckt vor Kosten zurück. Laut der Steinbeis-Studie akzeptieren 85,5 Prozent keine Extrakosten. Deshalb dürfen mobile Transaktionen für den Händler nicht teurer sein als herkömmliche Kreditkartentransaktionen. Und den Kunden sollten sie gar nichts kosten - zumindest nicht mehr als EC-Karten-Transaktionen.

  • Der Zeitaspekt
    Die Zahlungsabwicklung im Laden darf höchstens so lang dauern wie andere bargeldlose Zahlungsmöglichkeiten. Eine schnelle Abwicklung ist laut Steinbeis für 100 Prozent der Händler wichtig. Der kritische Faktor hierbei ist die Internetverbindung. Für alle Beteiligten ist es nervig, wenn der Bezahlende erst lang warten muss, bis sich die Payment-Seite aufgebaut hat oder die Daten weggeschickt wurden. Deshalb haben Offline-Lösungen unter diesem Aspekt einen Vorteil.

  • Der Vertrauensaspekt
    Dass die Reichweite von MPayment-Anbietern in Deutschland bisher gering ist, liegt unter anderem daran, dass es Anbieter sind, denen die Konsumenten kein Vertrauen in Finanzfragen entgegenbringen. Anbieter eines mobilen Zahlungssystems soll aus Konsumentensicht möglichst die eigene Bank sein: Sie ist der mit großem Abstand am häufigsten gewünschte Anbieter zur Abwicklung von Mobile-Payment-Diensten. Mehr als 80 Prozent der befragten Konsumenten würden eine Abwicklung über die eigene Bank bevorzugen. Onlinezahldienste wie Paypal folgen auf dem zweiten Platz, gefolgt von Telefongesellschaften.
Vom Konsumenten gewünschter Anbieter von Mobile Payment
Vom Konsumenten gewünschter Anbieter von Mobile Payment (Grafik: Steinbeis Research Center for Financial Services) Quelle: http://www.google.de/url?sa=t&rct=j&q=&esrc=s&source=web&cd=1&cad=rja&ved=0CE4QFjAA&url=http%3A%2F%2Fwww.steinbeis-research.de%2F04_studien_zahlungsverkehr.html&ei=PB2SUbWmDoek4ASvzIHIAg&usg=AFQjCNGvuwn9GDyBjvbnJKTZV7bUFlvNlQ&sig2=btG-vFnBMu5gZs2EU5-JzA&b



Die Chancen der vier MPayment-Modelle

Im Moment existieren in Bezug auf die Anbieter und Verantwortlichen vier unterschiedliche Gruppen für MPayment-Modelle:
  1. Lösungen von Unternehmen der Finanzwirtschaft
  2. Lösungen von Mobilfunkbetreibern
  3. Lösungen von Drittanbietern
  4. Lösungen auf Basis von Kooperationen von Banken, Telekommunikationsanbietern und Hardwareherstellern
Laut der Steinbeis-Studie eignen sich die Modelle 2 und 3 nicht für den Durchbruch von Mobile Payment hierzulande, "da beide Modelle mit einem nur bedingten Vertrauen der Konsumenten zu kämpfen haben." Die Lösungen von Mobilfunkbetreibern machten zudem eine Registrierung durch den Kunden notwendig, was eine weitere Hürde darstelle. Außerdem sind sie auf das jeweilige Land beschränkt. "Unabhängige Third-Party-Modelle weisen teils eine komplexe Wertschöpfungskette und hohe Gebühren für Händler/Akzeptanzstellen auf," besagt die Studie weiter.

Dagegen seien MPayment-Produkte aus der Finanzwirtschaft am besten geeignet, da sie auf den für Kunden und Händlern etablierten Strukturen aufbauten, ein große Reichweite hätten sowie schnelle Kassendurchlaufzeiten und ebenso hohe Sicherheitsstandards wie klassische Zahlungssysteme bieten. "Mittelfristig sollen jedoch Kooperations-Modelle angestrebt werden, da diese die Stärken der Finanzwirtschaft und das Knowhow der Telekommunikationstechnologie am besten verbinden. Dadurch kann eine komfortable, sichere und schnelle Transaktionsabwicklung für Konsumenten und Händler gleichermaßen erreicht werden", sagen die Steinbeis-Experten.

Entgegen all dieser Bedenken startete Netto   als erster Lebensmitteleinzelhändler Anfang Mai 2013 Mobile Payment in seinen Filialen. Er setzt auf die neue Lösung der Deutschen Post Zahlungsdienste   und Valuephone   - die ohne QR-Code und NFC funktioniert. Stattdessen hinterlegt der Kunde in der Netto-App seine Kontodaten. Beim Zahlen an der Kasse gibt er seine Pin in der App ein, erhält eine Transaktionsnummer, die der Kassierer daraufhin in der Kasse eingibt und somit automatisch den Betrag von Konto abbucht. Die in der Netto-App verfügbaren Coupons werden ebenfalls automatisch über dieses Verfahren eingelöst.

Das klingt nach einer einfachen Lösung, vor allem weil sie ohne zusätzliche Hardware auskommt. Doch auch sie löst die Probleme der Fragmentierung und des gesättigten deutschen Bezahl-Ökosystems nicht. Der Kunde wird sich nicht für jeden Händler, nicht mal für jede Lebensmittelkette, ein gesondertes Bezahlkonto zulegen, wo doch der Mehrwert relativ gering ist. Das ist schon bei den - wesentlich unproblematischeren - Rabatt- und Sammelkarten weitgehend gescheitert. Nur die von mehreren Anbietern unterstützten Payback und Deutschlandcard haben sich hier durchgesetzt.

Bessere Chancen für den Mobile POS

Die Auswirkungen von mobilen POS-Lösungen
Die Auswirkungen von mobilen POS-Lösungen (Grafik: Mücke Sturm & Company)
Außer Konkurrenz am Mobile-Payment-Markt laufen mobile POS-Systeme, die Smartphones in Zahlungsterminals für Kredit- und Debitkarten verwandeln. Für den Massenmarkt sind sie nicht geeignet, da es sich bei ihrer Zielgruppe ausschließlich um kleine Händler handelt, die sich ein mobiles oder ein besonders günstiges Zahlterminal wünschen, um ihren Kunden die Kartenzahlung zu ermöglichen. Dennoch haben sie in ihrer Nische großes Potenzial.

Dies sehen auch die in der Studie Mobile POS und Mobile Payment im zukünftigen POS-Payment-Portfolio   von Mücke, Sturm & Company befragten Händler, Dienstleister und Experten so: Die Auswirkungen von Mobile POS werden von den Befragten für alle Interessengruppen als positiv beurteilt, insbesondere für Kunden (96 Prozent). Aber ebenfalls für die Händler wird es zu 84 Prozent positiv beurteilt. Dies spricht für eine weitere erfolgreiche Verbreitung unter Händlern, genauso wie die zwei Mehrwerte, die sie kleinen Händlern bieten:
  1. Der Preis: Sie eignen sich besonders für kleine Händler, die neben der Barzahlung gerne die Kartenzahlung anbieten möchten, um ihren Kundenkreis zu erweitern oder den Kunden einen besonderen Service zu bieten. Denn die Adapter stellen eine günstige, praktische und kleinformatige Alternative zu teureren Kartenterminals dar.

  2. Die Flexibilität: Sie sind mobil und lassen sich daher zum Beispiel auch in Taxis einsetzen, der Kellner kann sie im Biergarten immer mit sich herumtragen und der Pizzabringdienst kann direkt an der Haustür kassieren.
Folgende Lösungen sind bereits am deutschen Markt verfügbar. Eine sehr detaillierte Auflistung von einigen von ihnen bietet Invias   an. Vorbild für die deutschen Aufstecker war der US-amerikanische Mobile-POS-Anbieter Square  , der als erstes mit kleinen Aufstecklesegeräten Smartphones zu Bezahlterminals machte, aber in Deutschland nicht verfügbar ist.

Mobile-POS-Anbieter in Deutschland
Name In Dtld. seit: Betriebssysteme Angeschlossene Händler Kosten
iZettle   Oktober 2012 iOS, Android Keine Angabe 2,75% pro Transaktion
payleven   August 2012 iOS, Android Keine Angabe Keine Angabe
Payworks terminal   2012 iOS, Android, Windows Keine Angabe Keine Angabe
SumUp   August 2012 iOS, Android Mehrere zehntausend in Europa 2,75% pro Transaktion
Orderbird   (Gastronomie) 2012 iOS Keine Angabe 39€ pro Monat
Ordify   (Gastronomie) 2012 iOS, Android Keine Angabe Keine Angabe

Laut der Studie von Mücke, Sturm & Company sehen die Händler hierzulande aber für keine der bereits verfügbaren Lösungen gute Chancen. Stattdessen räumen sie dem Paypal-Produkt Paypal Here   die besten Chancen ein, auch wenn es in Deutschland noch nicht am Markt ist. Der Online-Zahlungsanbieter verfüge zum einen über eine große Kundenanzahl, die potenziell ein Paypal-Dongle akzeptieren würde. Zum anderen versprechen sich die Händler von Paypal eine bessere Multichannel-Strategie als von isolierten Dongle-Anbietern.

Die weltweit besten Mobile-POS-Anbieter nach Mücke, Sturm & Company
Die weltweit besten Mobile-POS-Anbieter nach Mücke, Sturm & Company (Grafik: Mücke, Sturm & Company) Quelle: http://www.muecke-sturm.de/de/publikationen/pressemeldungen
Weltweit wurde der Vorreiter am Markt - Square - am besten bewertet. Insgesamt überzeugen die US-amerikanischen Produkte durch eine höhere Qualität als die europäischen Angebote. Dies begründet das Beratungsunternehmen mit einem Erfahrungsvorsprung und dem größeren Heimatmarkt.

Der Nutzer entscheidet über Erfolg und Misserfolg

Wenn die Erfahrung ein Indiz für den Erfolg von Mobile-Payment-Angeboten ist, dann sollte es nur eine Frage der Zeit sein, bis auch die deutschen Anbieter erfolgreicher sind - oder bis die erfahrenen amerikanischen unseren Markt überrennen. Aber allein auf die Qualität des Angebots kommt es nicht an. "Die Wette ist noch völlig offen und es wird sich allenfalls langfristig - auf keinen Fall kurzfristig - am POS eine Mobile Payment-Lösung durchsetzen", ist sich Gerrit Seidel von der Sofort AG sicher. Denn am Ende entscheidet niemand anders als der Nutzer, ob er Mobile Payment braucht, oder ob nicht.

Vier Szenerien zur Zukunft von Mobile Payment

Best-Case-Szenarien
Worst-Case-Szenarien
Aktiv
10%
Best-Case-Szenario

Die Banken ergreifen das Zepter

Die Banken sehen ein, dass sie die besten Chancen haben, Mobile Payment zu etablieren. Die Institute bieten ihren Kunden mobile Zahlungslösungen an, die auf dem gleichen System basieren. Dadurch werden sie an einheitlichen Zahlterminals erkannt - und der Handel kann sich einfach und kostengünstig darauf einstellen.

Aktiv
25%
Worst-Case-Szenario

M-Payment scheitert am Kunden

Auch wenn in 2013 und 2014 große, renommierte Unternehmen MPayment-Lösungen auf den Markt bringen, stellt sich die Akzeptanz beim Kunden nicht ein. Ihm fehlt der Mehrwert, den die Handyzahlung von der herkömmlichen Kartenzahlung abhebt. Die Zahlungsmittel der Zukunft sind und bleiben EC- und Kreditkarte.

Passiv
25 %
Best-Case-Szenario

Die Großen dominieren

Google, Deutsche Telekom und Visa geben der NFC-Technik mit der Einführung ihrer MPayment-Lösungen einen kräftigen Schub. Kein neues Smartphone kommt mehr ohne den Chip auf den Markt und auch der Handel zieht nach und rüstet mit NFC-Terminals auf. Der Kunde sieht in Mobile Payment eine gute Alternative zum Bargeld, weil er sein Portemonnaie immer öfter zuhause lassen kann. Kleine MPayment-Anbieter setzen sich aber nicht durch.

Passiv
40%
Worst-Case-Szenario

Die Branche stirbt an ihrer Fragmentierung

Nicht nur globle Player, sondern auch Einzelhändler, Mobilfunkunternehmen, Banken und Drittanbieter haben ihre eigenen MPayment-Lösungen. Der Kunde ist von der Vielfalt verwirrt und keine der Lösungen erreicht die kritische Masse, weshalb sie nach wenigen Jahren wieder eingestellt werden. Nur der mobile POS setzt sich in der Nische für die Kartenzahlung durch.


Die Zukunft des deutschen Payment-Marktes
Teil 1: 15. Mai 2013 Online-Payment Wie sich Online-Bezahlverfahren entwickeln. Und worauf Händler achten müssen
Teil 2: 16. Mai 2013 Mobile-Payment Wie der MPayment-Markt doch noch zu retten ist
Thema: Payment-Zukunft (2): Wie mobiles Payment vielleicht doch noch zu retten ist

Kommentar von Verena Gründel

Auch ein Google startet allein keine Revolution

Damit sich Mobile Payment durchsetzen kann, müssen die Anbieter gegen die Fragmentierung am Markt vorgehen - zur Not mit vereinten Kräften.

Weiterlesen
Verena Gründel, iBusiness (privat)
Bild: privat
Neuer Kommentar  Kommentare:
kein Bild hochgeladen
Von: Benjamin Willmes ,  INVIAS GmbH & Co. KG ,  Verbindungen
Am: 16.05.2013

Kartenzahlungsdongles für Smartphone/Tablet

Einige der genannten Anbieter scheinen bereits wieder den Markt "verlassen" zu haben, z.B. Streetpay.
kein Bild hochgeladen
Von: Ulf Froitzheim ,  UJF.biz
Am: 16.05.2013

Zu: Payment-Zukunft (2): Wie mobiles Payment vielleicht doch noch zu retten ist

Ein ganz wichtiger Aspekt fehlt, Stichwort Bargeldland Deutschland – der Geldautomat.

Ich wäre ja liebend gerne die vielen Karten im Geldbeutel los zugunsten eines virtuellen Kartenfachs im Handy. Die Plastikdinger halten in der Gesäßtasche nie drei Jahre durch, sondern reißen an der Stelle ein, wo die nächste Karte ihren Abdruck hinterlässt.

Solange ich die lästige, unsichere, skimminganfällige Karte aber noch für den Geldautomaten brauche, kann ich sie auch dann nicht ganz abschaffen, wenn alle Händler mich mit dem Handy zahlen lassen.

Nötig ist also, dass die Banken ein kartenloses Abheben am GA ermöglichen, dann funzt das auch im Einzelhandel.
Von:  Verena Gründel ,  Koelnmesse GmbH
Am: 17.05.2013

Zu: Payment-Zukunft (2): Wie mobiles Payment vielleicht doch noch zu retten ist

Hallo Herr Willmes,
Sie haben vermutlich recht. Da Streetpay per E-Mail, Telefon und Facebook nicht zu erreichen ist, haben wir das Unternehmen aus der Liste gelöscht.
Vielen Dank für den Hinweis!
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