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Oracle Commerce - Größe macht den Unterschied
11.03.2016 Oracle Commerce spielt mit IBM Webshere in der Konzern-Liga. In diesem Vergleich rächt sich dies, da die speziellen Anforderungen von Großunternehmen nicht abgefragt werden. Rein von der Shop-Funktionalität her betrachtet, ist die Lösung überdimensioniert.
Die ECommerce-Lösung von Oracle tut sich auf dem deutschen Markt schwer: Keiner der Top-100-Händler, die im vergangenen Jahr vom EHI Retail Institute in der Studie "Shopsysteme in Deutschland 2015" ermittelt wurden, setzte eine Oracle-Lösung ein. Trotzdem sind in der B2B-Referenzliste von Oracle mit Deutscher Telekom und Siemens wenigstens einige deutsche Unternehmen. Darüber hinaus herrschen - ähnlich wie bei IBM - internationale Konzerne oder angelsächsische B2C-Händler vor.
Aber dies ist nicht die einzige Gemeinsamkeit. Auch die ECommerce-Plattform fügt sich organisch in komplexe IT-Infrastrukturen ein. Das Verhältnis zwischen Aufwand und Nutzen kann allerdings nicht überzeugen, wenn allein die Funktionalität des fertigen Shops als Maßstab dient. Ähnlich wie schon bei IBM zu beobachten, macht sich die Investition nur bezahlt, wenn weitere, in unserer Beispielrechnung nicht berücksichtigte Argumente, für die Plattform sprechen. Diese können etwa in der Unternehmensstruktur oder IT-Infrastruktur angelegt sein. Vermutlich ist dies der Grund, weshalb sich vornehmlich international agierende Konzerne in der Referenzliste finden.
Bewertung des Shopsystems im Detail
Basis-System. Die Setup-Kosten liegen bei Oracle auf hohem Niveau. Das Budget muss mindestens Ausgaben in der Größenordnung von 200.000 bis 500.000 Euro decken (Gesamtkosten inklusive Implementation, Anpassung und Gestaltung), damit Oracle überhaupt in die engere Wahl kommt. Oracle positioniert sich damit eindeutig in der Enterprise-Liga.State-of-the-Art-Shop. Mit hohen Einstiegskosten ist es nicht getan. Die modulare und flexible Anlage macht zudem Anpassungsarbeiten notwendig, die auch aufgrund der teuren Dienstleisterlandschaft mit weiteren nennenswerten Aufwendungen zu Buche schlagen.
Erweiterte ECommerce-, Marketing- und B2B-Funktion. Im mittleren Segment flacht die Aufwandskurve ab und bildet - zumindest was die ECommerce-Funktionen anbelangt, ein Plateau. Deutlich mehr Aufwand muss für erweiterte Marketing- und B2B-Funktionen eingeplant werden. Bemerkenswert ist zwar auf der einen Seite, dass sich ein CRM flexibel einbinden lässt, auf der anderen Seite aber selbst B2B-Funktionen wie elektronische Rechnungsstellung oder Freigabe-Workflows vom Kunden implementiert werden müssen.
Umfangreiche / Komplexe B2B-Funktionen. Dieses Bild setzt sich bei komplexen Anforderungen fort: Generell wird bei Oracle keine der abgefragten Funktionen schlecht unterstützt. Andererseits liegt der Fokus aber auch nicht darauf, Funktion "Out-of-the-Box" anzubieten. Oracle positioniert sich als Plattform, die eine leichte Integration von Drittsystemen und komplexen IT-Landschaften ermöglicht. In der iBusiness-Beispielrechnung bleibt der Implementationsaufwand daher auch im Top-End noch sehr hoch.
Anders dürfte das Bild aussehen, wenn zusätzliche Anforderungen eines (internationalen Groß-)Unternehmens berücksichtigt werden müssen.
Eine genaue Übersicht über den Implementationsaufwand der einzelnen Funktionen finden Sie in der Detailansicht Oracle-Implementationsaufwand.
