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Nachhaltigkeit

Tools für Nachhaltigkeit, die wirklich etwas bringen

13.01.2023 Wenn man als Unternehmen nachhaltig werden will, gibt es inzwischen eine ganze Reihe von digitalen Tools und Services, die einem dabei helfen. Wir stellen wichtige vor.

 (Bild: Gerd Altmann / Pixabay)
Bild: Gerd Altmann / Pixabay
Nachhaltigkeitsstrategien von Unternehmen bedeuten in der Praxis oft vor allem die Kompensierung ihrer CO2-Emissionen, beispielsweise, indem Bäume gepflanzt werden:
  • So hat die DMEXCO   einen eigenen Wald in Kenia,
  • die Vaillant Group   (Slogan: "Wir sorgen für ein besseres Klima") einen in Costa Rica
  • und die Agentur Achtung!    einen Forst in Norddeutschland.
Der Trend geht offenbar zum "Firmenwald". Und Dienstleister wie Treedom   oder Tree Trust   unterstützen die Unternehmen dabei.
In unserem Nachhaltigkeits-Podcast gehen iBusiness-Herausgeber Joachim Graf und iBusiness-Analystin Christina Rose der Frage nach, wie nachhaltig solche Aktionen wirklich sind. Besser Greenwashing dieser Art als gar nichts, mag man argumentieren. Zumal Zuspruch von der ETH Zürich   kommt, die in einer Studie   herausgefunden hat, dass die weltweite Aufforstung von Wäldern auf einer Fläche von 0,9 Milliarden Hektar möglich wäre und so zwei Drittel der vom Menschen verursachten CO2-Emissionen aufnehmen könnte. "Unsere Studie zeigt deutlich, dass Flächen zu bewalden ein wirksames Mittel wäre, um Kohlenstoff in der Atmosphäre zu reduzieren", so die Forscher und schränken gleich ein: "Allerdings müssen wir schnell handeln, denn es wird Jahrzehnte dauern, bis die Wälder reifen und ihr Potenzial als natürliche CO2-Speicher ausschöpfen."

Die Zahl der digitalen Tools wächst glücklicherweise, mit denen Unternehmen nachhaltig werden können.
(Video: iBusiness)


Immer besser als Kompensation ist die Vermeidung von CO2-Emissionen. Aber um entsprechende Prozesse in die Wege zu leiten, müssen Unternehmen erstmal wissen, wo und wie viel CO2 sie verursachen. Wie aber misst man das?

Es gibt bereits diverse Ansätze, die über CO2-Bilanzen aufklären und messen. Als Beispiele:

  • Der Analytics-Anbieter Integral Ad Science   hat eine globale Partnerschaft mit Good-Loop   geschlossen. Im Rahmen dieser Partnerschaft können Advertiser die durch ihre digitalen Werbekampagnen verursachten CO2-Emissionen messen  .
  • Ebay  : Mein CO2-Konto   liefert Informationen über den CO2-Fußabdruck der eigenen Einkäufe. Man erfährt zudem, wie viel Emissionen durch den Kauf von gebrauchten Artikeln anstelle von neuen Produkten gespart werden. Grundlage ist ein von dem Startup für Klimaschutzlösungen South Pole   entwickeltes Berechnungsmodell, das den CO2-Fußabdruck von Produkten bei Ebay ermittelt. Die Methodik folgt bestehenden und wissenschaftlich erprobten Verfahren entlang des Greenhouse Gas Protocols  , eine private transnationale Standardreihe zur Bilanzierung von Treibhausgasemissionen.
    Für jede Produktkategorie werden die Emissionen anhand eines Durchschnittsprodukts berechnet. Um das Durchschnittsprodukt zu modellieren, werden die meistverkauften Produkte analysiert. Anhand dieser Analyse wird ein für die jeweilige Produktkategorie repräsentatives Durchschnittsgewicht sowie ein Emissionsfaktor definiert. Basierend auf dem modellierten Gewicht (in kg) und dem Emissionsfaktor (kgCO2e/kg Produkt) berechneten die South Pole-Experten dann die CO2-Emissionen.
  • Hubspot  : FutureBens   ist eine Plattform, auf der Mitarbeitende Rabatte bei über 100 nachhaltigen Marken in Deutschland und Europa erhalten. Das soll ihnen den nachhaltigen und bewussten Konsum erleichtern.
  • Showheroes  : Im Mittelpunkt des Better Media Frameworks   steht die Selbstverpflichtung, nur noch mit Partnern zusammenzuarbeiten, die die Better Media-Prinzipien konsequent befolgen und einhalten. Im Fokus stehen dabei die vier zentralen Grundsäulen nachhaltige Medien, Datenethik, der ökologische Fußabdruck des Unternehmens sowie Vielfalt, Gleichberechtigung und Integration.
  • Showheroes nutzt Cedara  , um den betrieblichen CO2-Fußabdruck zu messen. Cedara stellt Unternehmen eine Plattform zur Verfügung, auf der sie ihre Daten eintragen und aktualisieren können. Dazu zählen Daten, wie die Anzahl der MitarbeiterInnen, aber auch veränderliche Größen, wie zum Beispiel der eingesetzte Strom-Mix. Die Cedara-Plattform analysiert die unterschiedlichen Unternehmensbereiche und vergleicht die Werte mit Industrie-Benchmarks.
  • Treibhausgasemissionen werden vom meist benutzten internationalen Berechnungstool, dem Greenhouse Gas (GHG)-Protocol, in drei Kategorien oder 'Scopes' unterteilt. Scope 1 deckt direkte Emissionen aus eigenen oder kontrollierten Quellen ab. Scope 2 deckt indirekte Emissionen aus der Erzeugung von gekauftem Strom, Dampf, Wärme und Kühlung ab, die das betreffende Unternehmen verbraucht. Scope3   umfasst alle anderen indirekten Emissionen, die in der Wertschöpfungskette eines Unternehmens entstehen.
  • Im Agenturbereich gibt es die B Corporation (B Corp)  , ein internationales Nachhaltigkeitszertifikat, mit dem die Non-Profit-Organisation B Lab Unternehmen für ihre sozialen sowie ökologischen Standards auszeichnet. Hierbei wird nicht nur Nachhaltigkeit im Sinne von Umweltschutz in Betracht gezogen, sondern das gesamte Unternehmen, soziale Nachhaltigkeit, Diversität, Kultur sowie die digitale Zukunftsfähigkeit geprüft. Mit B Impact Assessment   steht Agenturen ein kostenloses Tool zur Verfügung, mit dem weltweit bereits über 70.000 Unternehmen die Auswirkungen ihrer Unternehmensaktivitäten auf ihre Stakeholder messen, indem sie die fünf Dimensionen Unternehmensführung, MitarbeiterInnen, Community, Umwelt, und Kunden beleuchten - eine laut SZ "Art Michelin-Stern für vorbildliches Handeln".

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Thema: Tools für Nachhaltigkeit, die wirklich etwas bringen

Kommentar von Christina Rose

Hilfe bei der Fleißarbeit

Es gibt sie: Die Tools zur Messung der eigenen CO2-Bilanz und zu deren Verbesserung. Hier werden aber noch einige Kraftanstrengungen nötig.

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Christina Rose (Timo Bierbaum)
Bild: Timo Bierbaum
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