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E-Commerce: Neue Betrugsmasche bei Ebay
25.11.2008 Im E-Commerce drohen Einbußen durch eine neue Form von Internetbetrug. Das Bundeskriminalamt (BKA) warnt vor der Masche, die so gut funktioniert, dass die Behörde für Ebay, Amazon und Co. keine Tipps parat hat. Besonders die großen Onlinehändler sind in Gefahr. iBusiness zeigt, wer betroffen und wie groß derzeit der Schaden ist.
Angeworben die Warenagenten durch ungezielt gestreute Spam-Mails und ihnen lukrative Nebenjobs angeboten: "Betreff: 7.858 pro Monat ist vorstellbar Anlieferer gesucht!!! Auch für Frührentner geeignet! Ein Fahrzeug kann gestellt werden. Bewerbung bitte an xxx". So oder so ähnlich lautet der Text in den Akquisemails. Um das Arbeitsangebot seriös erscheinen zu lassen, übersenden die Täter nach Kontaktaufnahme echt wirkende Arbeitsverträge. Die so angeworbenen Warenagenten haben dann die Aufgabe, Pakete entgegenzunehmen und diese an die Täter weiterzuleiten.
Momentan weckt wohl besonders Ebay die Begehrlichkeiten der Betrüger: Die Täter "gehen bei diesem Geschäftsmodell neue Wege, um anonym zu bleiben und illegal Kundenkonten von Online-Auktionshäusern zu übernehmen mit dem Ziel, über diese Accounts hochpreisige Waren zu ersteigern" heißt es beim BKA. Diese würden nach Änderung der Empfängeradresse im Konto des Online-Auktionshauses vom ahnungslosen Verkäufer an die zuvor angeworbenen Warenagenten verschickt. Die Bezahlung der Ware erfolgt durch die Täter. Die Gelder wurden zuvor illegal von Onlinebankkonten abgephisht. Die Warenagenten leiten danach die Waren an vorgegebene Adressen weiter oder - noch anonymer für die Hintermänner - "an Packstationen eines deutschen Postdienstleisters", womit im BKA-Deutsch nur die Stationen der DHL gemeint sein können. Da sich auch die sogenannten Warenagenten strafbar machen, rät die Behörde, nicht auf E-Mails zu antworten, die auf diese Weise Jobs anbieten.
Man wolle die Branche und Privatpersonen warnen, heißt es bei der Ermittlungsbehörde. Allerdings erklärt das BKA auf iBusiness-Nachfrage, dass es für die E-Commerce-Unternehmen keine Tipps gebe, um sich und ihre Kunden vor dem Betrug zu schützen. "Bisher haben wir bundesweit zwar erst sechs Fälle mit einem Schadensvolumen von 40.000 Euro ermittelt. Aber wir befürchten ein Ansteigen dieser neuen Betrugsmasche", so ein BKA-Sprecher gegenüber iBusiness.
