Unsichtbare Marktpotenziale mit Kaufkraftdaten erschließen Jetzt zum Webinar anmelden
Eigene Daten zeigen oft nur einen Teil des Bildes. Erfahren Sie, wie Kaufkraft-, Markt- und Regionaldaten zusätzliche Perspektiven auf Kunden, Regionen und Standorte eröffnen. Anhand konkreter Praxisbeispiele lernen Sie, wie sich bislang verborgene Marktpotenziale erkennen und gezielter nutzen lassen.
Jetzt zum Webinar anmelden
Was ist Deine Digitalagentur wert? Agenturwert berechnen
Sechs Zahlen aus der BWA genügen, um herauszufinden, was aktuell Deine Agentur wert ist und welche Faktoren den Wert beeinflussen.
Agenturwert berechnen

November 2026 · Unser Geburtstagsgeschenk

35 Jahre iBusiness.
Im November alles frei lesen.

Zum Jubiläum öffnen wir alle iBusiness-Inhalte: vom 1. bis 30. November, für alle, ohne Anmeldung und ohne Bezahlschranke.

Alle Inhalte im November kostenlos
Heute frei lesen. Morgen nichts verpassen.

Registrieren Sie sich kostenlos und abonnieren Sie anschließend den iBusiness-Newsletter. So bleiben Sie bei den Themen auf dem Laufenden, die für Sie zählen.

Das Newsletter-Abo erhalten Sie im Rahmen der kostenlosen Registrierung.

Abruf exklusiv für Premium-Mitglieder

Wikipedia-Beiträge: DAX-Unternehmen wehren sich gegen Fälschungsvorwürfe

10.04.2008 Einer Untersuchung des auf Reputation Management spezialisierten Bloggers Malte Landwehr zufolge sind bei Wikipedia viele Beiträge zu namhaften deutschen Konzernen gefälscht. Die DAX-Unternehmen weisen nun Manipulationsvorwürfe zurück.

 (Bild: http://de.wikipedia.org)
Bild: http://de.wikipedia.org
"Jeder dritte DAX-Konzern manipuliert bei Wikipedia", will Blogger Malte Landwehr herausgefunden haben. Er hatte untersucht, wie Einträge bei Wikipedia von Internetnutzern verändert wurden  , die über die Adressbereiche der jeweiligen Firmen (IP-Ranges) auf die Online-Enzyklopädie Zugriff hatten. "Der Verdacht liegt also sehr nahe, dass es sich dabei auch um Mitarbeiter dieser Firmen handelte", argumentiert Landwehr (iBusiness berichtete).

So sei laut Landwehr "absolut krass", was sich BASF   geleistet habe. Seit 2003 seien die Artikel zu BASF und BASF Coatings mehrfach massiv geschönt und von unliebsamen Inhalten bereinigt worden. Als Beispiele führt Landwehr an:
  • So nüchterne Tatsachen wie "erweiterte die BASF 1913 mit einer neuen Fabrikationsanlage in Oppau ihre Produktpalette um Düngemittel", habe man zu Werbung aufgepeppt": "erweiterte die BASF 1913 mit der weltweit ersten Ammoniak-Syntheseanlage in Oppau ihre Produktpalette um Düngemittel".
  • Laut Landwehr "ganz besonders bemüht" war der Chemieriese, sich vom Bezug zu Hitler zu distanzieren. Aus "Im Zeichen von NS-Autarkiepolitik und Rüstungswirtschaft profitierte die IG Farben von Mengen- und Preisgarantien, aber auch von den durch die Regierung bereitgestellten Zwangsarbeitern" wurde: "Im Zeichen von NS-Autarkiepolitik und Rüstungswirtschaft profitierte die IG Farben von Mengen- und Preisgarantien."

BASF-Sprecherin Annemie Diefenthal weist die Vorwürfe zurück, dass BASF Wikipedia-Beiträge manipuliert habe. "Als Unternehmen beschränken wir uns darauf, Fakten richtig zu stellen. Maßgeblich ist für uns unser eigener Internet-Auftritt Dort informieren wir umfassend über Geschichte, Management, Strategie, Produkte und Philosophie der BASF", betont sie. Die offenbar erfolgten Änderungen in den Beiträgen erklärt sie sich wie folgt: Einträge in Wikipedia könnten von jedem Internetnutzer bearbeitet werden. Die BASF habe keine Möglichkeit nachzuvollziehen oder zu kontrollieren, wer Einträge zum BASF-Artikel bei Wikipedia macht. "Wir streben dies auch nicht an, denn eine solche Kontrolle ließe sich nicht mit den Grundwerten des Unternehmens vereinbaren."


MAN  : Gelöscht wurde laut Landwehr der komplette Absatz Besitzverhältnisse, so wie dieser Satz:

  • "Während des Zweiten Weltkriegs wurden im Werk Nürnberg auch Panzer vom Typ Panther gebaut."
  • Dafür habe man die Firmengeschichte mit folgendem Satz geschönt: "Das erste sichtbare Ergebnis ihres wirtschaftlichen Handelns war gleich eine Pionierleistung."


Auch MAN-Sprecher Andreas Lampersbach weist die Manipulationsvorwürfe zurück und verweist auf die Firmengröße: MAN habe weltweit 55.000 Mitarbeiter und für ca. 20.000 Mitarbeiter Internet-Zugänge. Da deren Internet-Zugänge über Proxy-Server erfolgen, lasse sich nicht feststellen, welcher Mitarbeiter möglicherweise in Wikipedia arbeite. Um dies zu verhindern, müssten wir den Zugang zu Wikipedia sperren. Da Wikipedia eine wichtige Recherche-Quelle ist, wollen wir den Zugang für Mitarbeiter nicht erschweren." Denn jeder habe natürlich die Möglichkeit, von privaten Internetanschlüssen mit Wikipedia zu arbeiten - mit dem gleichen Ergebnis. "Dass in Nürnberg während des Krieges Panzer gebaut wurden, wird von uns selbst offen kommuniziert. Warum sollten wir diese Tatsache auch verschweigen?", betont Lampersbach. Selbstverständlich überprüfe man auch Wikipedia-Einträge auf faktische Fehler (Namen, Zahlen etc.). Lampersbach verweist in diesem Zusammenhang auf ein grundsätzliches Problem: "Unseres Erachtens sollten Änderungen in Wikipedia grundsätzlich nur durch registrierte Benutzer möglich sein. Dies ist das eigentliche Wikipedia-Problem, um festzustellen, ob es sich um Manipulationen, Sabotage, eigenmächtiges Handeln oder eine wichtige Ergänzung/Korrektur handelt."


DHL  : Laut Landwehr hat DHL sich mit veränderten Beiträgen zum US-Militär distanziert und die Mitwirkung im Irak-Krieg verschleiert:

  • "Zu Beginn des Irak-Krieges wurde DHL vom US-Militär beauftragt, militärische Güter in den Irak zu transportieren" sei geändert worden in
  • " Zu Beginn des Irak-Krieges wurde DHL vom US-Militär beauftragt, Güter in den Irak zu transportieren."
  • Kurze Zeit später habe man einfach den kompletten Absatz gelöscht. Als dann der ursprüngliche Artikel wiederhergestellt worden war, hat man es mit dieser Version versucht: "Zu Beginn des Irak-Krieges wurde DHL vom US-Militär beauftragt, Feldpost in den Irak zu transportieren."

Dr. Martin Dopychai , Unternehmenssprecher der Deutschen Post World Net, kann darin "überhaupt keine Manipulation erkennen". Außer, "Herr Landwehr etikettiere grundsätzlich jegliches Editieren eines Wikipedia-Stücks, was ja grundsätzlich von den Machern dieses von mir hochgeschätzten Angebots im Sinne einer realistischen und aktuellen Darstellung erwünscht wird, per se als Manipulation." Fakt sei, dass die Firma DHL USA entgegen der ersten Text-Version keine militärischen Güter in den Irak transportiert. Und schon gar nicht für das US-Militär. Vertragspartner der Firma DHL USA ist die US-Regierung, die unter anderem für die Postversorgung amerikanischer Bürger im In- und Ausland Verantwortung trägt.

Dopychai erklärt sich die Veränderungen in den Beiträgen von daher so, dass zufällig jemand, dem der tatsächliche Vertragsgegenstand 'Feldpost' bekannt gewesen ist, die von ihm berechtigterweise für falsch angesehene Darstellung im Interesse der künftigen Leser korrigiert habe.


Bei Siemens   leugne man laut Landwehr gar nicht, dass es sich bei manchen Beiträgen um Werbung handelt: So sei von Siemenscomputern aus der Bosch-Siemens-Hausgeräte-Artikel mehrfach mit Werbetexte gefüllt worden:

  • "Eine konsequente Innovations- und Qualitätspolitik bestimmt das Handeln und die Entwicklung des Unternehmens. Einer der wichtigsten Grundsätze der BSH ist, mit Neu- und Weiterentwicklungen von Produkten dem Gebraucher einen echten Mehrwert an Leistungsfähigkeit, Komfort und Bedienfreundlichkeit zu bieten. Dies geschieht mit der Überzeugung, dass das Vorantreiben neuer Technologien nicht nur Wettbewerbsvorteile und mehr Convenience für den Kunden schafft - sondern dass auch die Umwelt stets davon profitiert."

Siemens-Sprecherin Monika Brücklmeier betont, dass das Unternehmen Wikipediaeinträge nicht gezielt oder systematisch manipuliere, räumt aber ein, dass "Korrekturen an Artikeln durch Mitarbeiter, die das Internet in ihrer täglichen Arbeit nutzen, nicht auszuschließen sind, so wie auch jeder Nicht-Mitarbeiter Änderungen an den Texten vornehmen kann". Insgesamt sehe man die Wikipedia-Nutzung eher positiv, da diese "mit ihrem Knowhow einen wertvollen Beitrag liefern können", auch wenn man die mehr als 400.000 Mitarbeiter weltweit "nicht zu Wikipedia-Beiträgen motiviert". Bei dem von Landwehr beanstandeten Beitrag habe ein Mitarbeiter möglicherweise auf einen öffentlich zugänglichen Firmentext zurückgegriffen, sagt Brücklmeier.

Insgesamt verfolgen die befragten DAX-Unternehmen keine spezielle Strategie für PR-Maßnahmen und Imagepflege im Web 2.0. BASF beispielsweise "prüft sehr genau, was für tatsächlich geeignet ist". So seien beispielsweise Handelsplattformen sehr erfolgreich. Blogs existieren intern zum Austausch unter den Mitarbeitern. Die anderen Konzerne äußerten sich da durchweg zurückhaltender und unkonkreter: Man nutze das Internet und auch Multimedia, aber nicht gezielt Web 2.0.
Thema: Wikipedia-Beiträge: DAX-Unternehmen wehren sich gegen Fälschungsvorwürfe

Kommentar von Christina Rose

Das Märchen von der schwarmintelligenten PR

Die kollektive Intelligenz im Web ist ein Märchen - auch und besonders mit Blick auf PR.

Weiterlesen
 (ms)
Bild: ms
Neuer Kommentar  Kommentare:

Zu: Wikipedia-Beiträge: DAX-Unternehmen wehren sich gegen Fälschungsvorwürfe

Die im Artikel beschriebenen Vorwürfe sind ja nur die Spitze des Eisberges und die eher unbeholfenen Falschungsvorwürfe.
Jeder, der sich etwas mit Wikipedia beschäftigt weiß, dass es viele Unternehmengibt, die Ihre PR-Abteilung dafür bezahlen, dass Sie Fake-User anmelden und dann die "Abstimmungen" in Wikipedia bewusst beeinflussen. Jeder objektive Nutzer ist immer schnell irritiert warum plötzlich so viele Wikipedia User sich an einer speziellen Diskussion beteiligen und in eine bestimmte Richtung tendieren.
Ich selbst habe es oft erlebt, dass sich in einem Übersichtartikel bestimmte Mitglieder für ein Unternehmen aussprachen und geht man dann auf das entsprechende Blog dieser Unternehms hießen alle angemeldeten User gleich oder ähnlich.
Schreiben Sie Ihre Meinung, Erfahrungen, Anregungen mit oder zu diesem Thema. Ihr Beitrag erscheint an dieser Stelle.
alle Veranstaltungen Webcasts zu diesem Thema:
Dienstleister-Verzeichnis Agenturen/Dienstleister zu diesem Thema: