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Calvin Klein: "Fake Blogs waren keine Schleichwerbung"

von sr

16.04.2007 Und wieder lehrt uns ein Unternehmen, wie Markenführung im Web 2.0 keinesfalls funktioniert. So versucht nun Coty Lancaster, Auftraggeber der Fake-Blogs für Calvin Klein, seine missglückte Marketing-Kampagne als "Online-Telenovela" zu verharmlosen. Vom Vorwurf der Schleichwerbung wollen die Verantwortlichen aber nach wie vor nichts wissen.

Als eine "Online-Telenovela im Blogformat" versucht die Coty Prestige Lancaster Group GmbH   nun ihre aufgeflogene Fake-Blog-Kampagne zum in2u-Parfum von Calvin Klein   zu verkaufen. "Wir sehen die Kampagne nicht als Schleichwerbung", ist Coty-Sprecherin Christiane Bruszis gegenüber der iBusiness-Redaktion um Schadensbegrenzung bemüht. Nur warum die bezahlten Blog-Beiträge nicht von vornherein als werblich gekennzeichnet wurden, kann sie dann auch nicht erklären. "Wir haben uns nur der Tools bedient, die im Web 2.0 völlig normal sind", argumentiert Bruszis. Hierfür wurde eben "eine ungewöhnliche Form der Kommunikation mit SMS-Abkürzungen und Internet Leetspeak" gewählt.

Was die Glaubwürdigkeit von Coty weiter schmälert: Kaum wurde der wahre Sachverhalt rund um die Fake Blogs zugegeben, ist auch bereits Schluss mit der angeblichen "Online-Telenovela im Blogformat". So ist etwa im neusten Blog-Beitrag auf der MySpace-Seite vom fiktiven Campagnen-Girl Mirjam   zu lesen: "Charaktere und Handlung dieser Geschichte sind frei erfunden. Die Produzenten entschuldigen sich ausdrücklich bei allen, die den fiktiven Charakter der Personen und Handlungen nicht durchschaut haben und sich deshalb getäuscht fühlen könnten."
Mitte März war die getarnte Calvin-Klein-Kampagne gestartet. Es tauchten fünf neue Gesichter in der Blogosphäre auf (Namen: Alina, Joe, Katharina, Mirjam, Tomek), die sich angeblich binnen kürzester Zeit untereinander kennengelernt hatten. Dann fing die Fünfer-Bande damit an, sich gegenseitig zu verlinken sowie untereinander und auf Blogs von Dritten in schöner Regelmäßigkeit Kommentare zu veröffentlichen.

In der Regel wurde in den Beiträgen recht platt über Parties und Lebenseinstellungen philosophiert: mit mehr oder weniger offensichtlichen Reminiszenzen an die Calvin-Klein-Marke in2u (Beispiel: IN2party tonite!  ). Kurze Zeit später flog der Schwindel auf und die ersten Blogs wie Basic Thinking   berichteten über die Fake Blogger.

Die Onlinekampagne hat die Frankfurter d.k.d Internet Service GmbH    für Coty betreut.

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