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Urteil: Wikimedia ist für Inhalte nicht veranwortlich
19.05.2008 Wikis gehören mittlerweile zum klassischen Handwerkszeug im Web 2.0-Baukasten. Doch nach wie vor müssen Gerichte klären, wer eigentlich die juristische Verantwortung für nutzergenerierte Inhalte trägt. Ein aktuelles Urteil bringt mehr Klarheit.
Im vorliegenden Fall wollte eine Frankfurter Verlagsgruppe erreichen, dass die Beschreibung ihrer Geschäftspraktiken aus der Wikipedia entfernt wird. In dem Wikipedia-Artikel war zu lesen, dass der Verlag von seinen Autoren Geld für die Veröffentlichung ihrer Texte verlangt. Nach Ansicht des Verlages sei der Verein Wikimedia Deutschland und dessen Geschäftsführer Arne Klempert für die Inhalte der Wikipedia verantwortlich. Die Kölner Richter wiesen die Klage auf Unterlassung ab.
Denn der Verein ist nicht Betreiber des Online-Lexikons, sondern nur im Besitz der Domain Wikipedia.de, die auf die Seite de.wikipedia.org weiterleitet. Alleinig verantwortlich ist die Wikimedia Foundation in San Francisco. Damit bestätigte das Gericht der Auffassung von Wikimedia, dass der Verein selber "weder redaktionellen noch technischen Einfluss auf die Inhalte der Wikipedia" habe, läßt Klempert verbreiten. "Nun stellt das Gericht im aktuellen Urteil klar, dass sich Wikimedia Deutschland durch die Weiterleitung von seiner Domain wikipedia.de auf die Hauptseite der deutschsprachigen Wikipedia nicht sämtliche Inhalte der Enzyklopädie zu eigen macht", beurteilt Klempert die Entscheidung.
Auch Thorsten Feldmann von der Berliner Kanzlei JBB , der den Verein vor Gericht vertreten hat, zeigte sich mit dem Ausgang des Verfahrens zufrieden: "Wir freuen uns vor allem darüber, dass sich die Richter die Mühe gemacht haben, sich mit der Wikipedia detailliert auseinanderzusetzen und die Besonderheiten dieser Art der Verfügbarmachung von Drittäußerungen über das Internet herauszuarbeiten. Es ist davon auszugehen, dass dieses Urteil Signalwirkung für künftige Verfahren haben wird."
