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Überraschend: Self-Hosting ist in Deutschland weit verbreitet
08.08.2025 Vor allem Privatpersonen und KMU's betreiben hierzulande ihre IT-Infrastruktur häufig selbst, während die öffentliche Verwaltung meist Big Tech-Angebote nutzt. Nur in Finnland sind eigene Server beliebter als in Deutschland.
In einem Index erfasst Nextcloud rund 50 selbst gehostete Softwarelösungen für File Hosting, Groupware, Kollaboration und Projektmanagement und gibt die Anzahl der Implementierungen pro 100.000 Einwohner im Vergleich zu den anderen untersuchten Ländern an. Finnland führt den Digital Sovereignty Index mit 64,5 Punkten an, Deutschland liegt auf Platz 2 mit 53,85 Punkten, gefolgt von den Niederlanden, Frankreich und der Schweiz. Die USA (14,88) performen unter dem EU-Durchschnitt (16,31). Im Bereich Datenspeicherung auf eigenen Servern nimmt Deutschland den ersten Platz ein.
"Die Untersuchung zeigt ein hohes Bewusstsein in Deutschland. Privatpersonen sowie kleine und mittlere Unternehmen nutzen selbst gehostete Technologien, die oft Open Source sind. Behörden sind jedoch nach wie vor weitgehend von großen Technologieunternehmen abhängig. Diese Kluft zeigt, dass öffentliche Verwaltung stark von ausländischen Big-Tech-Anbietern abhängig sind, während die Bevölkerung und kleine Unternehmen tatsächlich Wert auf digitale Souveränität legen", sagt Frank Karlitschek , CEO und Gründer von Nextcloud.
Die Studie beruht auf Daten von Shodan.io und beschränkt sich auf öffentlich zugängliche Server. Applikationen, die hinter einem Proxy oder einer Firewall liegen, konnten nicht eingesehen werden und wurden daher nicht berücksichtigt. Nextcloud betont, dass die hohe Zahl von selbst gehosteten Servern keine Rückschlüsse auf Datenvolumen, Nutzerzahlen und Eigentümerstrukturen zulässt.
