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Zur Studie "Digitalagenturen im Umbruch"
Rankings: Das sind die größten B2B- und B2C-Onlineshops der Schweiz 2026
13.07.2026 Wachablösung im schweizerischen ECommerce-Markt. Der eidgenössische Herausforderer Galaxus setzt auch im sechsten Jahr in Folge seinen Siegeszug fort und überholt erstmals den bisherigen Marktführer Zalando.ch. Doch der eigentliche Sieger im diesjährigen B2C-Ranking ist ein anderer.
Zalando.ch , Tochter des deutschen Moderiesen Zalando , war vier Jahre lang in Folge umsatzstärkster Onlineshop der Schweiz. Das ändert sich im Jahr 2026. Erstmals übernimmt der bisherige Zweitplatzierte Galaxus die Pole-Position. Mit 2,3 Mrd. CHF wuchs der auch in Deutschland aktive Generalist um 28 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Im deutschen Shopranking landete er im vergangenen Jahr mit 372,2 Mio. Euro noch auf Platz 30.
Auch Zalando (mit 2,2 Mrd. Euro in Deutschland auf Platz 3) wuchs in der Schweiz um sieben Prozent auf jetzt 1,820 Mrd. CHF. Dieses Wachstum genügte jedoch nicht, Galaxus' Sprung an die Spitze aufzuhalten.
Das geht aus dem von der ECommerce-Beratung Carpathia AG zusammengestellten Ranking der größten Onlineshops der Schweiz 2026 hervor.
Galaxus distanziert den aus demselben Konzern stammenden Elektronik-Händler Digitec deutlich, der mit 1,05 Mrd. CHF (Vorjahr 1,1 Mrd.) wieder auf Platz drei des eidgenössischen B2C-Rankings rangiert. Digitec wird im Ranking mit einem erneuten Minus von zehn Prozent eingestuft. Das Wachstum der Konzernschwester ist ungebrochen: Um knapp 28 Prozent wuchs Galaxus im vergangenen Jahr, nach einem Plus von 18, 30 und 41 Prozent in den Jahren zuvor.
Erstmals erreichen vier Anbieter im Schweizer Onlinehandel einen Milliardenumsatz. Neben Galaxus und Zalando gehören dazu Digitec mit 1,05 Mrd. CHF sowie Temu mit einer Mrd. CHF. Temu wuchs damit mit Plus 30 Prozent noch schneller als der neue Marktführer Galaxus.
Auffällig ist dabei vor allem die Wachstumsverteilung: Galaxus und Temu vereinen nach Carpathia-Angaben zusammen ein Plus von 950 Mio. CHF auf sich. Amazon wächst dagegen seit Jahren nur verhalten, verlor sogar im Vorjahr fünf Prozent, während der US-Riese in diesem Jahr immerhin vier Prozent zulegen konnte. Carpathia sieht in dem unterdurchschnittlichen Wachstum eine Folge des fehlenden Schweiz-Fokus.
| Rang | Onlineshop | Umsatz 2024 (Mio.CHF) | Sortiment |
|---|---|---|---|
| 1 | galaxus.ch | 2.300 | Universal |
| 3 | zalando.ch | 1.820 | Fashion & Accessoires |
| 2 | digitec.ch | 1.050 | Electronics & more |
| 4 | temu.com/.ch | 1.000 | Universal |
| 5 | amazon.ch | 950 | Universal |
Top 50 kontrollieren 90 Prozent des Marktes
Die 50 größten B2C-Onlineshops setzen zusammen 14,2 Mrd. CHF um. Bei einem Gesamtmarkt von 15,8 Mrd. CHF entspricht das einem Marktanteil von 90 Prozent. Allein die fünf größten Anbieter kommen auf 7,1 Mrd. CHF Umsatz. Sie sind es auch, die besonders stark wachsen: Um 14 Prozent ging es mit den Top-Five im vergangenen Jahr beim Umsatz nach oben - nach 12 Prozent Plus im Vorjahr. Das aktuelle Wachstum ist das höchste seit dem Jahr 2020, als die Top-Five um 22 Prozent zugelegt hatten. Das Jahr 2023 war mit minus 5 Prozent das einzige Jahr, in dem die führenden fünf Schweizer ECommerce-Akteure Umsätze abgeben mussten.Die ersten sechs Anbieter des Rankings arbeiten ganz oder teilweise als Marktplätze. Neben Galaxus, Zalando, Digitec und Temu zählen dazu Amazon mit 950 Millionen CHF sowie Ricardo mit 880 Millionen CHF. Carpathia wertet dies als Zeichen für eine hohe Akzeptanz des Marktplatzmodells bei der Schweizer Kundschaft.
Omnichannel bleibt marktfähig
Insgesamt wachsen 80 Prozent der Top 50 oder halten ihr Umsatzniveau gegenüber dem Vorjahr. Besonders Heimelektronik- und Fashion-Anbieter können sich in einem wettbewerbsintensiven Markt behaupten. Unter den Top 15 liegen unter anderem Brack.ch , Coop.ch , Migros , AliExpress , Nespresso , IKEA , Shein , Interdiscount und Apple .Der Blick auf Coop zeigt zugleich, dass Omnichannel-Modelle weiterhin funktionieren können. Neben Coop.ch nennt Carpathia in diesem Zusammenhang auch Interdiscount, Fust und Jumbo als Belege dafür, dass stationäre Handelsstrukturen mit fokussierten Onlineangeboten im Markt bestehen können.
Insgesamt finden sich unter den fünfzig Top-Onlineshops der Schweiz über ein Drittel ausländische Anbieter. Allerdings sind sie wie auch schon im Vorjahr umsatztechnisch sehr relevant: Allein das chinesische Trio aus Temu (1000 Mio), Aliexpress (Platz 10 mit 360 Mio.), und Shein (Platz 13 mit 290 Mio.) setzt zusammengenommen 1,65 Mrd. CHF um. Aufgrund deren Tiefstpreise sei eine "Multiplikation mit Faktor 3 für den Substitionswert von 'Schweizer Händlerware'" betrachtenswert, so Carpathia im Vorjahr.
Der eidgenössische E-Commerce teilt sich nach wie vor in wenige große und sehr viele kleine Onlineshops. Alleine Amazon ist beispielsweise mit seinen drei Ländershops DE, FR und IT in den Top-50 präsent. So gibt es nach wie vor lediglich drei Shops mit Milliardenumsatz. Ab Platz 26 liegt der jeweilige Gesamtumsatz wie auch schon im Vorjahr unter 100 Mio. CHF. Diese Untergrenze erreicht das deutsche Shopranking bei seiner Top-75 überhaupt nicht.
Den Schweizer B2B-Onlineshops geht es wieder besser
Im B2B-Segment bleiben Mercanto.ch der Pistor Holding Genossenschaft sowie Alltron AG und Elektro-Material.ch unverändert auf den ersten drei Plätzen. Die Webshops Transgourmet und Integrale werden gemeinsam aufgeführt, aufgrund der Übernahme von Saviva/Integrale durch Transgourmet im Jahr 2024 und der "aktuell noch unklaren zukünftigen Marktpositionierung", wie Autor und Carpathia-CEO David Morant betont.Neu im B2B-Ranking vertreten ist die V-ZUG AG . Das Onlineportal für Fachhändler und Küchenbauer setzte im abgelaufenen Jahr 2025 rund 160 Mio. CHF um. Das reicht für Platz 11.
2025 war ein leicht besseres Jahr für den B2B-Onlinehandel als 2024. Sechs von 15 B2B-Onlineshops haben im vergangenen Jahr Umsätze verloren oder stagnieren. Im Jahr 2024 hatten acht B2B-Shops Umsatzrückgänge zu beklagen.
| Rang | Onlineshop | Unternehmen | Umsatz 2024 (Mio.CHF) |
|---|---|---|---|
| 1 | Mercanto.ch | Mercanto AG | 700 |
| 2 | alltron.ch | Alltron AG | 576 |
| 3 | elektro-material.ch | Elektro-Material AG | 560 |
| 4 | Transgourmet.ch /Integrale.ch | Transgourmet Schweiz AG | 550 |
| 5 | hogashop.ch * | HOGALOG AG | 424 |
Der Elektrogroßhandel in der Schweiz legt seit vielen Jahren stetig zu. Diese Entwicklung ist auch im aktuellen Erhebungszeitraum zu beobachten. Eine stabil starke Nachfrage gibt es laut der Erhebung in den Bereichen Photovoltaik, Gebäudeautomation und E-Mobility. Während der Foodservice aufgrund Marktwachstum und Kanalshift zulegt, stagnieren Umsätze bei B2B-Unternehmen aus Baugewerbe und Heizung/Klima/Lüftung/Sanitär (HLKS). Von diesem Trend kann sich nur Debrunner Acifer als Ausnahme abkoppeln - offenbar dank des breiteren Sortiments.
Über die vergangenen fünf Jahre sind Elektrogroßhandel und Foodservice klare ECommerce Gewinnerbranchen. Sie legen seit 2021 mit Wachstum zwischen 25 und 50 Prozent zu. Intelligente Features reduzierten Prozesskosten und vereinfachten Arbeitsaufgaben der Kundschaft und treiben laut Carpathia die Digitalisierung voran. Digitale Bauwerkinformationsmodellierung (BIM) sei zudem für die Bauwirtschaft ein "ECommerce-Boost in Warteposition".
Das Ranking umfasst die Top 50 B2C- und Top 15 B2B-Shops. Alle Angaben sind Unternehmensinformationen, öffentliche Angaben oder Carpathia-Schätzungen (mit einem * gekennzeichnet) und stellen die reinen Onlineumsätze in CHF an Schweizer Lieferadressen des Geschäftsjahres 2025 dar. Der gelistete Umsatz entspricht den Eigen- und Marktplatzumsätzen (GMV) ohne MwSt. und bereinigt um Retouren und Storni.
