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Sechs Kennzahlen, die den Wert eines Online-Shops wirklich bestimmen

16.06.2008 Darüber, wie viel ein Online-Shop im Falle eines Verkaufs oder Kaufs wirklich wert ist, streiten die Experten. Diskussionen verlieren sich oftmals in der Bewertung von technischen Features des verwendeten Shopsystems. Alles falsch, sagt das Softwarehaus Alphasystems und nennt sechs konkrete Kennzahlen, die für Shopbetreiber und Investoren gleichermaßen wichtig sind.

 (Bild: SXC.hu/Jean Scheijen)
Bild: SXC.hu/Jean Scheijen
Wird über den Wert eines Online-Shops diskutiert, beschränken sich viele Experten oftmals ausschließlich auf die technischen Aspekte, wie Shopsystem, gute Suchmaschinenpositionierung. So wird aus der Frage nach der Werthaltigkeit eines Online-Shops die Frage nach dem Wert des Shopsystems. Jörn Steinhauer , Mitglied der Geschäftsleitung des Software-Entwicklers Alphasystems   , beruft sich bei der Bewertung eines Online-Shops lieber auf harte betriebswirtschaftliche Kennzahlen.

"Für den Verkauf des Shops sind Technik und Design nur sehr unwesentliche Faktoren. Das einzige was zählt, ist der Umsatz und die Nettoumsatzrendite. Anhand dieser Zahlen kann man sich ein Bild machen, ob es lohnen würde, den Shop zu kaufen oder nicht", erläutert er. Auch IT-Rechtsexperte Arne Trautmann ist der Meinung, dass betriebswirtschaftlichen Werte "die einzig relevanten Größen für einen Kauf eines Shops sind". Die technische Ausstattung des Shops müsse immer nach betriebswirtschaftlichen Kennzahlen betrachtet werden, erklärt er gegenüber iBusiness.

Steinhauer listet die wichtigsten Kennzahlen zur Beurteilung des Wertes eines Online-Shops wie folgt auf:

  1. Konditionen zu den Lieferanten
  2. Umsatz
  3. Verhältnis Stammkunden / Neukunden
  4. Umsatzentwicklung der letzten 12 Monate
  5. Jahresumsatz
  6. Rendite


Abhängig von diesen Kennzahlen hat Steinhauer unter Berücksichtigung des Entwicklungspotentials, des Lagerwertes und der Branchenentwicklung folgende Faustregel formuliert: Kaufpreis gleich dem 0.5 bis 1.5-fachen des Jahresumsatzes. "Diese Faustregel basiert auf konkreten Erfahrungswerten beim Verkauf von bestehenden Onlineshops und wird auch von vielen Wirtschaftsprüfern angewandt", erklärt Steinhauer im Gespräch mit iBusiness.

Wirtschaftsprüfer Michael Schneider weißt zudem gegenüber mit iBusiness auf den Wert der Kundendatenbank hin. Zwar sei der Wert der bestehenden Kunden immer eine Einzelfallprüfung, aber je höher der Anteil an Stammkunden sei, desto valider falle die langfristige Unternehmensberwertung aus. Dies gelte vor allem für den Business-Bereich, ergänzt Steinhauer, wo der Wert eines Stammkunden wesentlich höher liege als Konsumer-Segment. Demnach beträgt das ideale Stamm- zu Neukundenverhältnis bei den Business-Shops rund 50:50, bei den Konsumern sollte es eher bei 30:70 liegen. "Businesskunden sind weniger geneigt einen Online-Shop zu wechseln. Dies liegt unter anderem daran, dass viele Unternehmen spezielle Rabattkonditionen von ihren Lieferanten erhalten. Zudem sind immer mehr Unternehmen in Online-Procurement-Systeme integriert."

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