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Europa bietet für mobile Learning kaum einen relevanten Markt
27.03.2008 Ob im Business-Meeting mit ausländischen Geschäftspartnern oder im Cafe auf der Piazza, das Handy ist immer mit dabei. Darauf hoffen immer wieder Anbieter von Lernsoftware-Lösungen und machen ihre Produkte mobil. Doch Experten halten diesen Schritt für verfrüht.
Mobilinga setzt bei seiner mobilen Lernsoftware auf eine Java ME Applikation, die auf Java-fähigen Handys der Hersteller Nokia , Sony-Ericsson und RIM (Blackberry) laufen soll. Weitere Sprachlektionen wie Spanisch, Französisch, Italienisch und Türkisch sind in Vorbereitung. Das Handy sei heute immer dabei und "damit eine echte mobile Alternative zu Lernanwendungen auf dem heimischen PC", gibt sich Kose optimistisch.
Dieser Aussage kann sich ELearning-Expertin Thea Pajome , Chefredakteurin bei Check.point eLearning , nicht anschließen. "Mobile Learning wird immer wieder zum aktuellen Trend hochgekocht", dämpft sie die Erwartungen. "In Europa gibt es zur Zeit keinen relevanten Markt, der mobiles Lernen für Anbieter interessant machen würde", erklärt sie gegenüber iBusiness. Das Lernen auf dem Handy sei vor allem in solchen Ländern ein Thema, in dem der Internetzugang hauptsächlich über das Mobiltelefon erfolge: Afrika und Asien. Dementsprechend hätten sich auch die großen Konferenzen zum Thema mobile Learning in diese Regionen verlagert.
Dass mobiles Lernen in Europa nicht aus den Startlöchern kommt, liegt nach Ansicht von Payome vor allem am Nutzerverhalten. Die Displays der Handys seien "einfach zu klein, damit ein Europäer komfortabel daran arbeiten würde". Das haben auch die meisten Schulbuchverlage und Anbieter von Lernsoftware erkannt und bieten daher eher mobile Lernsoftware für PDA oder Tablet-PCs an.
Ähnlich sieht es auch Kirsten Warweg , Sprecherin beim ELearning-Anbieter Digital Publishing. "Solange sich mobile Endgeräte mit großen Displays, wie Smartphones oder das iPhone, nicht wesentlich stärker in Deutschland verbreitet haben, wird mobiles Lernen ein sehr begrenzter Markt bleiben." Zudem ließen sich für das Lernen von Fremdsprachen wichtige Feedback-Funktionen zur Zeit technisch noch nicht auf Mobiltelefone übertragen. Statt kompletter Lernsysteme, da ist sich Warweg sicher, werden einzelne Module wie Vokabeltrainer oder ein Audio-Sprachtrainer in Zukunft verstärkt für mobile Endgeräte angeboten werden.
