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Finanzkrise trifft vor allem Web-2.0-Start-ups
23.10.2008 Wer jetzt ein Web-2.0-Unternehmen auf die Beine stellen will oder dies erst kürzlich getan hat, muss sich auf heftigen Gegenwind einstellen. Dies sagen Branchenexperten und die Verbände voraus. Der Markt beginnt sich zu bereinigen.
"Kein Problem" mit dem Web-2.0-Sterben hat sein Schöpfer Tim O'Reilly . "Der ökonomische Abschwung wird viele Web 2.0 Start-ups umbringen, die sowieso untergegangen wären", sagt der Interaktiv-Guru in einem Interview mit Netzökonom Holger Schmidt voraus. O'Reillys besonderer Groll gilt dabei der Einfallslosigkeit vieler Web2.0-Entrepreneure. Es seien einfach zu viele Start-ups die nur me-too-Produkte auf den Markt werfen würden. "Ich habe kein Problem damit, wenn diese Start-ups wieder verschwinden", zürnt der Web2.0-Mose.
Eine Einschätzung, der sich Prof. Dr. Paul Alpar vom Institut für Wirtschaftsinformatik der Universität Marburg nicht so einfach anschließen möchte. Seiner Ansicht nach werden nicht die First-Mover, sondern die besten Anbieter von Web-2.0-Angeboten die Finanzkrise am ehesten überstehen können. "Start-ups, die im Vergleich zu ihren Konkurrenten die schlechteren Produkte anbieten, werden Probleme bekommen", prognostiziert er im Gespräch mit iBusiness. Zudem werde unter dem Eindruck der Krise der Marktwert vieler Web-2.0-Unternehmen drastisch sinken. "Die Investoren werden nicht mehr bereit sein wie in der Vergangenheit Millionen Euro beispielsweise für ein Social Network zu bezahlen", mutmaßt Alpar. Und selbst die Unternehmen, die noch Investorengelder erhalten, müssten mit einer stärkeren Erfolgsfixierung durch die Geldgeber rechnen. "Die VC-Geber werden sich künftig sehr genau ansehen, für welche Zwecke ein Web-2.0-Unternehmen das investierte Kapital verwendet". Für den Ausbau des Geschäftsmodells werde es sehr wahrscheinlich auch in Zukunft immer noch frisches Geld geben. Unternehmen, die darauf hoffen, Liquditätsengpässe mit Investorenkapital ausgleichen zu können, werden es vermutlich sehr schwer haben, glaubt Alpar.
Wer im Web 2.0 künftig als junges Unternehmen Erfolg haben wolle, müsse damit anfangen Produkte zu entwickeln, die "wirklich wichtig" seien, fordert daher auch O'Reilly. Dies sieht auch Internet-Guru Ossi Urchs so. In einem Interview mit iBusiness sieht er solche Interaktivunternehmen im Vorteil, die "den Nutzern einen echten Mehrwert bieten können". Wie auch Groth rät Urchs den Unternehmen "gerade jetzt auf die Kostenbremse zu treten". Dies reiche aber nicht aus. Gleichzeitig sollte der Fokus auf "langfristig angelegte Entwicklungsprojekte" gesetzt werden. "Am besten vernetzt mit komplementär aufgestellten Unternehmen und Wissens-Netzwerken, auf die Entwicklung innovativer Lösungen zu setzen. Die nächsten YouTubes und Facebooks müssen ja nicht alle aus dem Silicon Valley kommen. Auch zwischen München und Hamburg sollte Kreativität zu finden und zu vermarkten sein", so Urchs gegenüber iBusiness.
Zu: Finanzkrise trifft vor allem Web-2.0-Start-ups
Und dies meine ich gänzlich ironiefrei.
server-daten hat inzwischen Kunden sowohl aus München (der IT-Hauptstadt) als auch aus dem restlichen Bundesgebiet und der Schweiz / Österreich. Die Kunden fangen klein an - und bauen dann dramatisch aus, weil es sich für sie rechnet. Fremdkapital ist da nicht sinnvoll, das Wachstum kann aus den laufenden Umsätzen finanziert werden.
