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Fischen nach Kunden: Wie das Lead-Marketing der Zukunft aussieht
05.03.2012 Webinar und Whitepaper-Marketing sind zwei Erfolgsformate bei der Vermarktung erklärungsbedürftiger Produkte. Zumindest außerhalb von Deutschland. Doch das ändert sich zusehends. Die Zukunft gehört aber nur einem der beiden.
Performance-Agenturen (zum Ranking) verdienen in Deutschland traditionell vor allem im Endverbrauchermarkt ihr Geld. Mit Co-Registrierungs-Sites (Branchensprech: "Coreg"), viel Suchwortanzeigen und Gewinnspielen werden Adressen zusammengekauft und überwiegend an die Mobilfunk-Betreiber weitergereicht, die über hohe Churn-Raten jammern und ständig neue Adressen benötigen, um ihre Verträge zu verkaufen. Doch im eigentlich wesentlich lukrativereren Geschäft mit Unternehmen ist die Luft wesentlich dünner.
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Das deutsche Handicap
Ganz offenbar scheitert das Lead ausspuckende Onlinemarketing trotz traumhafter Erfolge an den internen (Vertriebs-)Prozessen. Zumindest in Deutschland. Hier rächt sich die Silo-Organisation vieler Unternehmen und das Abschieben der Onliner in ihre separaten Digitalbiotope hierzulande. Statt ganzheitliche Vertriebsprozesse aufzusetzen, stehen nach wie vor viele Unternehmen mit beiden Beinen fest im vergangenen Jahrtausend: Das Marketingbein hoppelt im Marketing und das Vertriebsbein galoppiert im Vertrieb. Und die Onlinemarketeers machen Onlinemarketing. Irgendwie, weil es doch wichtig ist und man ohnehin schon eine Website hat und weiß, wie man "Facebook" schreibt.Erst der wachsende Erfolg onlinegestützter Prozesse enthüllt, wie wenig integriert das Ganze ist. Die Online-Experten innerhalb der Unternehmen begreifen erst ganz langsam ihre wachsende Macht, die Vertriebsorganisation im Unternehmen maßgeblich zu beeinflussen. Die Online-Agenturen wiederum haben nicht immer das Mandat (oder die Traute) sich in die Prozesse einzumischen.
Die Crux mit dem Erfolg
Im Lauf der Jahre haben sich zur Lead-Generierung im Geschäftsumfeld zwei Erfolg versprechende Methoden herauskristallisiert:- White-Paper-Marketing
Ein Whitepaper ist ein (PDF-)Dokument, das ohne Marketingsprech ein hochspezifisches Thema behandelt, um das Interesse potenzieller Kunden zu wecken. Statt dem Versprechen auf einen Gewinn oder einen Rabatt wie im B2C-Marketing ist das Versprechen hier inhaltlicher Mehrwert. Das sind beispielsweise Checklisten, So-gehts-Beiträge, Fallstudien oder Marktanalysen. Diese können vom Nutzer nach einer Registrierung kostenlos abgerufen werden. Der Vertriebsmitarbeiter meldet sich (in der Regel telefonisch) beim Abrufer des Whitepapers. - Webinare
Ein Webinar oder Live-Webcast ist ein Seminar, das live über das Internet gehalten wird. Es ist interaktiv und erlaubt direkte Kommunikation zwischen dem potenziellen Werbekunden und seinem Publikum. Auch hier dient ein (hochwertiger) Inhalt als Nutzenversprechen. Zur Teilnahme an dem Webinar ist ebenfalls eine Registrierung nötig. Der Vertriebsmitarbeiter meldet sich in der Regel nach Ende des Webinars zunächst per E-Mail, um weitere Unterlagen zuzumailen, erst im zweiten Schritt erfolgt ein telefonischer Kontakt.
Vor allem im IT-Markt in den USA sind Webinare und Whitepapers seit Jahren beliebt. Allerdings leidet vor allem das Whitepaper-Marketing zunehmend:
- Weil Nutzer lernen, dass im Internet auch hochwertiger Content kostenlos und ohne Registrierung abrufbar ist, scheinen vor allem Nutzer auf nicht-registrierungspflichtigen Portalen ihre Adresse zum Abruf zu hinterlassen.
- Das Learning "Wenn ich ein Whitepaper abrufe, muss ich unnötigerweise Daten hinterlassen und ein Vertriebi ruft mich an" führt ebenfalls mit zunehmendem Erfolg dazu, dass die Kontaktqualität und damit das Interesse der Marketeers an der Methode sinkt.
| Suchen in den USA und Deutschland nach 'Whitepaper' und 'Webinar' | |
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Studien wie die vom Contentmarketing-Institute belegen die hohe Diskrepanz zwischen vermuteter Effektivität und Einsatz.
So glauben 70 Prozent der globalen Marketeers, dass Webinare ein effektives Marketingtool sind, aber nur 46 Prozent der Befragten nutzen es. Whitepaper-Marketing nutzen 51 Prozent der Befragten - immerhin noch 60 Prozent halten es für ein effektives Tool. Allerdings: 40 Prozent glauben nicht an Whitepapers, bei Webinaren sind es nur 30 Prozent - der zweitniedrigste Wert in der Befragung - nach Veranstaltungen.

