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Studie ermittelt Wachstumsstreiber im TK-Markt
25.01.2007 Einen Ausblick auf die diesjährigen Entwicklungen im Telekommunikationsmarkt gibt eine aktuelle Studie von Booz Allen Hamilton. Demnach sind die Telcos gefordert, den Spagat zwischen Kostensenkung und Investitionen in Produkte und Service zu schaffen.
Die Telekommunikationsunternehmen müssen einerseits Kosten senken, andererseits jedoch verstärkt in Kundenservice und Produkte investieren. "Im Mobilfunk droht zwar nicht mehr die Gefahr eines Preiskrieges, die Auswirkungen der Marktsättigung auf die Profitabilität der Anbieter sind jedoch beträchtlich", schätzt Dr. Roman Friedrich , Geschäftsführer von Booz Allen Hamilton. Telekommunikationsunternehmen seien gefordert, in neue Dienste zu investieren, um in den nächsten Jahren Umsatzrückgänge abzufedern und die Margen zu stabilisieren.
Breitband bleibt Wachstumstreiber, UMTS wird stark zulegen
Im Festnetzmarkt setzt sich der Trend zu geringeren Umsätzen im Sprachbereich fort. Ursachen hierfür sehen die Unternehmensberater in der verstärkten Nutzung von VoIP, aber auch in der noch anhaltenden Substitution durch Mobilfunk. Der Anteil des Gesprächsvolumens im Festnetz werde sich weiter reduzieren. Wachstumstreiber bleibe der Markt mit Breitbandanschlüssen. Hier eröffnen sich auch für den Mobilfunk Potenziale durch Cross-Selling, Bündelangebote und neue konvergente Produkte, schätzen die Studienautoren. Anbieter von mobilen Diensten generieren bis 2012 immerhin acht bis zehn Prozent ihres Umsatzes mit DSL- und Konvergenzprodukten. Auch UMTS werde rasant zulegen. Booz Allen rechnet mit einer Verdopplung des Marktvolumens von heute 1,7 Milliarden auf 3,5 Milliarden Euro bis 2008. Dies entspricht einem Anteil von 14 Prozent am deutschen Mobilfunkmarkt.
Triple-Play stößt auf Kundeninteresse
Technische Entwicklungen führen zur weiteren Verschmelzung von Mobilfunk- und Festnetz. Verbraucher profitieren von Konvergenzprodukten mit integriertem Festnetz- und Mobilfunkangebot. Schon heute interessiert sich laut einer Booz Allen-Umfrage jeder Dritte für entsprechende Produkte. 2007 wird darüber hinaus das Jahr der Medien- und Inhaltekonvergenz. 58 Prozent der Kunden mit Konvergenzprodukten nutzen bereits das Triple-Play aus Mobilfunk/Festnetz/Breitband, wohingegen 38 Prozent ein Triple-Play-Bündel aus Festnetz/Breitband/Medienzugang bevorzugen. Dabei gibt es insgesamt eine verstärkte Nachfrage nach Hardware innerhalb der Bündelangebote.
Zwar nimmt die Marktpenetration von Triple-Play-Produkten in Deutschland 2007 von derzeit zwei auf vier Prozent stark zu, im europäischen Vergleich hinkt diese aber weiter deutlich hinterher. In Deutschland bestimmen immer noch Voice-over-IP und WLAN das Marktgeschehen. Außerdem gewinnen Bündelangebote mit starken Medieninhalten an Bedeutung, unabhängig vom Zugangsweg. Roman Friedrich: "Triple- und Quadruple-Play werden mit inhaltlich attraktiven, kundenfreundlichen Bündel- bzw. Konvergenzangeboten erfolgreich sein. Der Telekommunikationsmarkt ist reif für diese Innovation."
Der Trend: Outsourcing des Netzbetriebs
Der hohe Wettbewerbsdruck in teilweise gesättigten Märkten erfordert von den Anbietern rigides Kostenmanagement. Klarer Trend ist derzeit das Outsourcing auch strategisch wichtiger Komponenten und großer Kostenblöcke, wie beispielsweise Netzbetrieb oder Call Center. Hier sehen die Studienautoren Einsparpotenziale in einer Größenordnung von bis zu 20 Prozent. Allerdings sei nicht für jeden Anbieter das Outsourcing die beste Lösung, da damit auch Differenzierungsmöglichkeiten aus der Hand gegeben würden.
Segmentierung schafft neue Angebote
Großes Wachstumspotenzial sieht Booz Allen bei der Adressierung spezifischer Kundengruppen. Beispielsweise sind im Gesundheitsbereich Handys mit Alarmfunktionen für Diabeteskranke bzw. Notfallhilfe bei pflegebedürftigen Personen denkbar. Neben der Entwicklung eigener, segmentspezifischer Marken wird die Nutzung etablierter, branchenfremder Marken zukünftig eine größere Rolle spielen. Eine Segmentierungsstrategie erfordert insgesamt von Unternehmen konsequentes Umdenken, bis hin zur Veränderung von Organisationsstrukturen sowie der Einführung neuer Service- und Betriebsmodelle.
Guter Kundenservice wiederum trägt laut Booz Allen zu 30 bis 35 Prozent zur Kundenzufriedenheit bei. So sind negative Erfahrungen mit dem Kundenservice für durchschnittlich jede zehnte Kündigung verantwortlich. Die Unternehmen müssen daher verstärkt in Service-Mitarbeiter und Ladenpräsenz investieren.
