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Neue Strategie: Wie die Bild-Zeitung deutschen TV-Websites die Leser klauen will
30.07.2007 Regional-Portale, Communities und IPTV: Mit massiven Investitionen will die Bild-Zeitung nun "führendes Entertainment- und Nachrichtenportal in Deutschland" im Internet werden. Mit seiner Online-Offensive will das Boulevard-Blatt aber nicht Spiegel Online überrollen, wie mehrere Medien berichten. Vielmehr müssen RTL und Prosieben im Internet mit einem zunehmenden Konkurrenzdruck rechnen.
"Unser Ziel ist es, die Marke Bild im Internet erlebbarer zu machen", gibt Welte als Ziel aus. Er baut daher in Berlin eine gut 50-köpfige "integrierte digitale Redaktion" auf, die künftig technisch alle Plattformen von Online über Handy bis Web-TV bedienen soll.
Übrigens: Auf Nachfrage der iBusiness-Redaktion widerspricht die Bild-Zeitung Medienberichten , wonach das Boulevard-Magazin im Internet Spiegel Online überholen will. Was übrigens auch ein unmögliches Unterfangen wäre. Denn laut IVW verfügt die Bild-Zeitung bereits aktuell über eine höhere Online-Reichweite als der Spiegel . So kommt Bild derzeit auf über 500 Millionen Page Impressions pro Monat, der Spiegel nur auf 394 Millionen.
Unter der Bild-Offensive leiden sollen Welte zufolge vielmehr die Websites der privaten TV-Sendern wie RTL und ProSieben , die ihm zufolge allesamt ein konkurrierendes Sortiment an "Nachrichten und Unterhaltung" anbieten. Bereits jetzt verfügt Bild.T-Online aber über deutlich mehr Reichweite als die Konkurrenz. Im Juni 2007 kam ProSieben nur auf 424 Millionen PIs und RTL auf nur 406 Millionen.
Reichweite will Welte über zwei Wege aufbauen. Zum einen ist geplant, das vorhandene Angebot an Web-2.0-Diensten wie Communities (z.B. Sport-Forum ) und Video-Diensten (Videos ) weiter auszubauen. Denkbar ist unter anderem, dass verstärkt Kamerateams los geschickt werden, um extra für das Web-TV-Angebot von Bild.de zu berichten.
Dazu will Welte neue Dienste anbieten. Geplant ist, das Angebot der Bild-Zeitung zu regionalisieren und online - wie im Printgeschäft - ebenfalls Regional-Ausgaben anzubieten. Auch ein heißes Thema ist Handy-TV. Was hier allerdings geplant ist, will die Zeitung auf iBusiness-Nachfrage nicht verraten. Geplanter Start für die Regional-Ausgaben ist der Herbst.
Die Weichen für eine webwonullige sind im Hause Bild jedenfalls bereits gestellt. So übernimmt zum ersten August Tom Kerschke in der Redaktion von Bild.T-Online die Funktion 'Head of Community' (iBusiness berichtete). Der 42-Jährige soll in der neu geschaffenen Position "den Aufbau neuer Interaktions-Plattformen und -Formate" verantworten.
Im April hatte bereits Ove Saffe , Verlagsgeschäftsführer vom Stern , das Ziel ausgegeben, aus dem Internet-Auftritt seiner Zeitschrift "das führende Online-Magazin Deutschlands" zu machen. Sein ambitioniertes Ziel ist, in den kommenden sieben Jahren die Zahl der monatlichen Page Impressions zu vervierfachen: von derzeit rund 140 Millionen auf circa 600 Millionen im Jahr 2015.
Damit soll Stern.de am Markführer Spiegel Online vorbeiziehen, der es laut IVW aktuell auf rund 394 Millionen Page Impressions im Monat Juni bringt.
