Jetzt anmelden und Suchergebnisse optimieren
Zum Online-Dossier
Gestohlene Identitäten sind das größte Cybersicherheitsrisiko
27.06.2023 Kompromittierte digitale Identitäten und Nutzerkonten stellen eines der größten Cybersicherheitsrisiken für Unternehmen dar.
Die Lage in Deutschland
Für Deutschland zeigt eine Reihe von Zahlen aus verschiedenen Quellen eine signifikante Bedrohungslage. Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) berichtet beispielsweise in seinem jährlichen Report 'Die Lage der IT-Sicherheit in Deutschland', dass eine der Top 3-Bedrohungen für die Zielgruppe "Gesellschaft" Identitätsdiebstahl ist. Eine Umfrage des deutschen Branchenverbands Bitkom unter 1.000 deutschen Unternehmen hat zudem ergeben, dass bei 63 Prozent aller befragten Unternehmen "sensible digitale Daten oder Informationen" gestohlen wurden, darunter "Kommunikationsdaten wie E-Mails" (68 Prozent der Fälle) und "Kundendaten" (45 Prozent der Fälle). Dabei stellten "Angriffe auf Passwörter", "Phishing" und "Infizierung mit Schadsoftware bzw. Malware" (jeweils 25 Prozent der Fälle) die häufigsten Angriffsvektoren dar.Die gängige Praxis, gestohlene Daten auf DarkNet-Plattformen zu veröffentlichen, wenn Lösegeldforderungen nicht erfüllt werden - und manchmal sogar dann, wenn sie erfüllt werden -, schafft eine zusätzliche Bedrohungsebene für die betroffenen Organisationen: Andere Cyberkriminelle können diese Daten nutzen, um weitere Angriffe zu ermöglichen, entweder auf die Organisation selbst oder andere, die mit ihr verbunden sind. Nach Untersuchungen des Hasso-Plattner-Instituts , das seit 2006 Datenlecks von kompromittierten Nutzerkonten in Deutschland aufzeichnet, wurden allein im Jahr 2022 etwa 62,9 Millionen Nutzerkonten kompromittiert.
Mit KI, aber ohne Passwörter: Das Cybersicherheitskonzept der Zukunft
Ausgehend von dieser Bedrohungslage kann die Absicherung und Verwaltung von Nutzerkonten und digitalen Identitäten nicht mehr isoliert betrachtet werden, sondern muss ein zentraler Teil jeder Cybersicherheitsstrategie sein. Passwörter stellen dabei eine der Hauptschwachstellen dar, was verdeutlicht, dass Sicherheitskonzepte, die komplett auf sie verzichten, zunehmend unabdingbar werden. Die Implementierung von Maßnahmen wie Single Sign-On (SSO), passwortloser Multi-Faktor-Authentifizierung, Strong-Customer-Authentication-Workflows (SCA) sowie biometrischer Authentifizierungsverfahren bieten Unternehmen hier eine flexible und effektivere Alternative zur Sicherung ihrer internen und externen Systeme, Dienste, Prozesse und Endgeräte - besonders wenn diese innerhalb einer Zero-Trust-Architektur implementiert werden.Die Nutzung von künstlicher Intelligenz stellt laut Studie eine weitere wichtige und einfach skalierbare Säule für den Schutz vor unberechtigten Zugriffen dar. KI-gestützte Sicherheitsfunktionen können dabei helfen, potenzielle Bedrohungen effizient zu erkennen und zu stoppen, indem sie IT- und IT-Sicherheitsverantwortliche in die Lage versetzt, schneller informierte Entscheidungen zu treffen. Nicht zuletzt sollten Organisationen gründliche Risikobewertungen durchführen, wenn sie die Dienste von Drittanbietern in ihre Prozesse integrieren - vor allem die Aspekte Datenschutz, Zugriffsmanagement sowie Prozesse und Reporting bei eventuellen Vorfällen sollten dabei überprüft und regelmäßig reviewt werden.
