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Tirendo: Entlassungen, Betriebsratswahlen und Angst
31.07.2014 Vor knapp einem Jahr hat Reifenhändler Delticom ("Reifendirect ") seinen Konkurrenten Tirendo für 50 Millionen Euro übernommen (iBusiness berichtete). Jetzt geht die Angst um bei den Mitarbeitern des Onlineshops. Rund 20 Mitarbeiter mussten die junge Firma bereits verlassen.
Das bisherige Tirendo-Management war im Vorfeld entlassen worden. Mit sofortiger Wirkung übernahmen die Delticom-Manager Sascha Jürgensen und Andreas Faulstich die Nachfolge. Wobei die bisherigen Macher erst Ende dieses Jahres offiziell ausscheiden.
Dass zwei Delticom-Manager die Tochter Tirendo führen, deutet darauf hin, dass man das Unternehmen enger an die Mutter binden will: "Gestern fand bei uns eine Mitarbeiterversammlung statt. Dort wollte man uns beruhigen. Das Gegenteil war der Fall. Uns wurde mitgeteilt, dass Tirendo als eigenständige Firma nur dann eine Chance hat, wenn wir innerhalb von 18 Monaten rentabel werden. Wir haben uns aus dieser Unsicherheit und einem starken Wunsch nach Gerechtigkeit heraus entschlossen, einen Betriebsrat zu gründen. Wir werden dafür sorgen, den Geschäftsbetrieb zu sichern und sozialer zu gestalten", begründet einer der Beschäftigten die Entscheidung zur Gründung eines Betriebsrates.
Wie ernst die Lage bei Tirendo ist, erklärt Markus Hoffmann-Achenbach von Verdi gegenüber Deutsche-Startups: "Wenn die neuen Eigentümer und Geschäftsführer weiterhin auf krassen und harten Umstrukturierungen des Unternehmens bestehen, kann ein Betriebsrat bei Tirendo eine eventuelle Schließung bzw. die angedachte Verlegung des Kundenservice nach Polen und Rumänien nicht aufhalten. Er kann sich aber für einen geordneten und sozialen Ablauf stark machen. Auch Verdi wird sich für seine Mitglieder und den Betriebsrat stark machen.""
