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Studie: So wichtig wird der Online-Einkauf im B2B-Bereich
06.11.2015 Online-Einkauf wird im B2B-Bereich immer wichtiger. Dank Internetsuche, digitaler Kommunikation und Online-Produktberatung laufen heute 57 Prozent des Einkaufsprozesses online ab. Doch viele Anbieter sind nicht dafür gerüstet. Das geht aus einer Studie von Roland Berger und Google hervor.
"Damit wird die Digitalisierung des Vertriebs zum wichtigen Erfolgsfaktor", sagt Ralph Lässig , Partner von Roland Berger. "Wer sich nicht an die Bedürfnisse dieser neuen Generation von Einkaufsentscheidern anpasst, setzt langfristig seine Wettbewerbsposition aufs Spiel." Laut der Umfrage unter Vertriebsverantwortlichen in B2B-Unternehmen sind sich zwar 60 Prozent bewusst, dass ein digitaler Vertriebskanal künftig ausschlaggebend für den Geschäftserfolg sein wird. Doch gerade einmal 42 Prozent verfolgen auch eine Strategie zum Ausbau digitaler Aktivitäten und 33 Prozent bieten noch nicht einmal eine Online-Bestellung ihrer Produkte an.
B2B-Vertrieb bietet großes Potenzial
Unter Digitalisierung verstehen viele Firmen lediglich den Wandel bei Produkten und Produktionsprozessen. Dabei umfasst die Digitalisierung alle Unternehmensbereiche, auch den B2B-Vertrieb. Wie viel, zeigt ein Beispiel: Ein Telekommunikationsausrüster stattete seine Vertriebsmitarbeiter mit einem Tablet und einer Verkaufs-App aus, mit der sie Produkte direkt mit dem Kunden konfigurieren konnten. Nach sechs Monaten erzielten die Verkäufer pro Kontakt 5 bis 10 Prozent mehr Vertragsabschlüsse. Gleichzeitig sank der Zeitbedarf pro Kunde und der Gesamtwert der Verkäufe stieg um knapp 70 Prozent.Bisher steuerte der Vertrieb den Fluss von Informationen, verschickte Marketingmaterial an Kunden und organisierte Treffen mit ihnen. Heute gibt der Kunde den Impuls: Er entscheidet, wann, wo und in welcher Form er mit seinem Gegenüber im Vertrieb interagieren möchte. Deshalb sollte die Vertriebsstrategie die Kontaktpunkte mit den Kunden und deren Bedürfnisse ins Zentrum rücken.
Zudem sollten alle Vertriebskanäle digital aufgerüstet und vernetzt werden. "Die heutigen Entscheider wollen Daten und Fakten jederzeit auf allen Kanälen abrufen, sich mit Experten austauschen, bestellen und umtauschen können", sagt Lässig. "Es muss daher sichergestellt sein, dass potenzielle Einkäufer nahtlos zwischen den Kanälen wechseln können." Das verlangt auch eine gewisse Zentralisierung, etwa eine zentrale IT-Abteilung und ein zentrales Customer Relationship Management-System.
Vier Schritte zur erfolgreichen Digitalisierung des B2B-Vertriebs
Die Experten von Roland Berger und Google empfehlen deshalb vier Schritte zur erfolgreichen Transformation des B2B-Vertriebs ins Digitalzeitalter:- Wahl der richtigen Methoden für die Umsetzung. Die Umsetzungsmethoden müssen der Geschwindigkeit des digitalen Wandels standhalten. "Wir setzen dabei auf eine Inseltaktik, bei der zunächst geeignete Leuchtturmprojekte identifiziert und ausgeführt werden", so Ralph Lässig von Roland Berger.
- Bestimmung eines Verantwortlichen, der sich der Digitalisierung annimmt - am besten im Vorstand. Dieser sollte das gesamte Unternehmen für das Thema sensibilisieren und den Umbau Schritt für Schritt vorantreiben. Klassisches Projektmanagement scheitert dagegen oft an den volatilen Rahmenbedingungen der digitalen Welt.
- Einschwören des gesamten Unternehmens auf eine neue "digitale Mentalität", in der der Impuls zum Verkaufsprozess vom Kunden ausgeht. Mitarbeiter sollten entsprechend geschult werden, um die neue digitale Denkweise zu fördern.
- Die Kooperation mit externen Partnern. So können zum Beispiel Firmen aus dem B2C-Bereich oder Internetunternehmen ihre jeweiligen Erfahrungen beisteuern.
Roland Berger und Google haben die Umfrage unter knapp 3.000 Vertriebsverantwortlichen in B2B-Unternehmen durchgeführt und die Ergebnisse in ihrer Publikation "Die digitale Zukunft des B2B-Vertriebs - Warum Industriegüterunternehmen sich auf veränderte Anforderungen ihrer Kunden einstellen müssen" zusammengefasst.
