Bitte aktivieren Sie Javascript in ihrem Browser um alle Vorteile von iBusiness nutzen zu können.
Dieser Vortrag erklärt fünf wertvolle Methoden, damit Sie Ihren Cross Border Commerce in 2020 starten und erfolgreich umsetzen - und zeigt, wie Risiken bewerten und umschiffen können.
zum Programm der Virtuellen Konferenz
Erfahren Sie, wie Maschinen Mitarbeiter unterstützen, datengetrieben zu arbeiten, wie sie konkret repetitive Arbeiten abgeben können und dadurch mehr Zeit für Kernaufgaben haben.
zum Programm der Virtuellen Konferenz

Geoblocking-Verordnung: Was für Händler ab heute alles verboten ist

03.12.2018 Seit heute gilt die neue Geoblocking-Verordnung. Online-Händler müssen ab sofort eine Reihe von Verbote berücksichtigen haben, sonst drohen Abmahnungen.

 (Bild: geralt / pixabay.com)
Bild: geralt / Pixabay

Was bisher erlaubt war

Beim Geoblocking konnte der Zugriff eines Webnutzers auf eine Website oder spezielle Inhalte aufgrund seines Aufenthaltsortes beschränkt werden. Diese Beschränkungen erfolgen zumeist aufgrund der Zugriffsanfrage von IP-Adressen. Im Onlinehandel zum Beispiel dadurch, dass Versandadressen beschränkt, ausländische Zahlungsmittel nicht akzeptiert Rechnungsadressen im Ausland verboten waren.

  • Was seit heute gilt
  • Die Geoblocking-VO zur Homepage dieses Unternehmens Relation Browser findet gegenüber Kunden Anwendung. Von diesem Begriff werden sowohl Verbraucher als auch Unternehmen erfasst. Unternehmen sind jedoch nur in ihrer Eigenschaft als Kunde geschützt, das heißt nur soweit, wie sie die Waren oder Dienstleistungen erwerben, ohne sie wirtschaftlich weiter zu verwerten. Unklar ist allerdings noch, wie diese Endnutzer-Eigenschaft überprüft werden soll.

  • Weiterleitung ist verboten
  • Viele Online-Shops betreiben verschiedene Länderseiten, auf welche die Nutzer aus den unterschiedlichen Ländern automatisch weitergeleitet werden und hinsichtlich Sprache, Zahlungsarten und Lieferbedingungen entsprechend angepasst sind. Eine solche Weiterleitung ist künftig grundsätzlich verboten. Von diesem Grundsatz gibt es jedoch zwei Ausnahmen.

  • Erste Ausnahme: Ausdrückliche Zustimmung zur Weiterleitung
  • Wenn verschiedene Versionen des Shops für verschiedene Mitgliedstaaten bestehen, darf z.B. der deutsche Kunde, der einen französischen Shop aufruft, grds. nur mit ausdrücklicher Zustimmung -etwa durch Abhaken in einem Pop-up - auf eine deutsche Version des Shops weitergeleitet werden.

    Um eine Einwilligung zur Weiterleitung nicht jedes Mal neu einholen zu müssen, soll es an dieser Stelle möglich sein, diese Angabe als Präferenz im Nutzerkonto zu speichern. In diesem Fall muss jedoch der jederzeitige Widerruf dieser Zustimmung möglich sein. Außerdem muss die Shopversion, auf die der Nutzer ursprünglich zugreifen wollte, für ihn weiterhin leicht zugänglich bleiben.

  • Zweite Ausnahme: Weiterleitung ist rechtlich erforderlich
  • Zudem gilt dieses Verbot der Weiterleitung dann nicht, wenn sie erforderlich ist, um rechtliche Anforderungen der EU oder entsprechende nationale Anforderungen, die auf Unionsrecht basieren und denen der Anbieter unterliegt, zu erfüllen.

    In diesem Fall muss der Anbieter die Gründe für eine Sperrung, Beschränkung oder Weiterleitung klar und deutlich erklären und in der Sprache der ursprünglich aufgerufenen Shopversion angeben. Diese kann z.B. ein Werbe- oder Vertriebsverbot für bestimmte Produkte (E-Zigaretten, Heilmittel, Nahrungsergänzungsmittel etc.) sein oder aus Gründen des Jugendschutzes erfolgen. Zumindest bei Misch-Sortimenten wird es hier technisch schnell kompliziert, wenn nicht alle angebotenen Produkte von einem solchen Verbot erfasst werden.

  • Keine unterschiedlichen AGB mehr erlaubt
  • Ebenfalls untersagt die Geoblocking-VO eine unterschiedliche Behandlung der Kunden im Hinblick auf den Zugang zu Waren oder Dienstleistungen in AGB, wenn diese auf der Staatsangehörigkeit, dem Wohnsitz oder dem Ort der Niederlassung basiert. Die Kunden sollen in der Lage sein, Waren genau zu den gleichen Bedingungen erwerben zu können, wie es für vergleichbare Kunden mit Wohnsitz in dem betreffenden Staat möglich ist. So muss ein deutscher Kunde auch den französischen Shop aufrufen und dort kaufen können, um etwa vom lokalen Sale oder lokalen Produkten zu profitieren.

  • Unterschiedliche Brutto-Preise möglich
  • Das Verbot, unterschiedliche AGB zu verwenden, bedeutet auch nicht, dass der Händler dazu verpflichtet ist, außervertragliche gesetzliche Anforderungen des jeweiligen Mitgliedstaates für die jeweiligen Waren zu erfüllen. Hierzu zählen z.B. Kennzeichnungsvorschriften oder branchenspezifische Anforderungen. Eine unterschiedliche Behandlung ist nach wie vor möglich, solange sie in nicht diskriminierender Weise erfolgt.

  • Verschiedene Zahlungsmethoden verboten
  • Anbietern ist es untersagt, aufgrund der Staatsangehörigkeit, des Wohnsitzes oder des Ortes der Niederlassung des Kunden, des Standortes des Zahlungskontos, des Ortes der Niederlassung des Zahlungsdienstleisters oder des Ausstellungsortes des Zahlungsinstruments innerhalb der EU unterschiedliche Zahlungsbedingungen anzuwenden.

    Dieses Verbot gilt allerdings nur für solche Zahlungen, die über eine elektronische Transaktion durch Überweisung, Lastschrift oder eine Zahlungskarte innerhalb derselben Zahlungsmarke und Zahlungskategorie erfolgen, die Zahlungsdiensteanbieter eine sog. starke Kundenauthentifizierung sicherstellen und die Zahlung auch in einer Währung erfolgt, die der Anbieter akzeptiert. Damit bleibt es nach wie vor den Händlern überlassen, welche Zahlungsmittel sie akzeptieren und welche Marke.

  • Zurückbehaltungsrecht möglich
  • Zudem besteht nach der Geoblocking-VO die Möglichkeit, die Ware bei Vorliegen objektiver Gründe zurückzuhalten, bis der Händler eine Bestätigung erhalten hat, dass der Zahlungsvorgangs eingeleitet wurde (Art. 5 Abs. 2). Hauptanwendungsfall dürften Schwierigkeiten bei der Beurteilung der Kreditwürdigkeit sein. Im Falle des Lastschriftverfahrens soll daher auch erlaubt sein, eine Vorauszahlung mittels Überweisung zu verlangen, bevor die Leistung erbracht wird.

  • 300.000 Euro Geldstrafe
  • Die Mitgliedstaaten müssen Vorschriften erlassen, die Maßnahmen gegen bei Verstößen gegen diese Verordnung enthalten und ihre Umsetzung gewährleisten. In Deutschland ist das Telekommunikationsgesetz das Mittel der Wahl. Bei Verstößen gegen die Geoblocking-VO wird es sich um Ordnungswidrigkeiten handeln. Zuständig ist die Bundesnetzagentur. Bei Verstößen kann eine Geldbuße bis zu 300.000 Euro verhängt werden.

Quelle: Trusted Shops zur Homepage dieses Unternehmens Relation Browser

(Autor: Joachim Graf )

Weitere Artikel zu diesem Themenbereich:

Anzeige

Ausgewählte Agenturen und Dienstleister zu diesem Themenbereich

Trackbacks / Kommentare
Artikel Weiterempfehlen
Empfehlen Sie diesen Artikel an Kollegen oder Freunde weiter.
Alle Meldungen vom 03.12.2018:

Für diesen Seite von iBusiness steht eine Mobile Ansicht zur Verfügung.
Umleiten?