Unsichtbare Marktpotenziale mit Kaufkraftdaten erschließen Jetzt zum Webinar anmelden
Eigene Daten zeigen oft nur einen Teil des Bildes. Erfahren Sie, wie Kaufkraft-, Markt- und Regionaldaten zusätzliche Perspektiven auf Kunden, Regionen und Standorte eröffnen. Anhand konkreter Praxisbeispiele lernen Sie, wie sich bislang verborgene Marktpotenziale erkennen und gezielter nutzen lassen.
Jetzt zum Webinar anmelden
Expert-Talk: GEO-PR: "Es geht um Relevanz in KI-Systemen" Video-Podcast ansehen
Wer in ChatGPT, Gemini oder Perplexity sichtbar sein will, darf sich nicht auf die eigene Website verlassen. Denn KI-Systeme prüfen, was andere über eine Marke sagen - auf Fachportalen, Bewertungsplattformen, Vergleichsseiten, Reddit oder YouTube. Hier setzt GEO-PR an. Video-Podcast ansehen

November 2026 · Unser Geburtstagsgeschenk

35 Jahre iBusiness.
Im November alles frei lesen.

Zum Jubiläum öffnen wir alle iBusiness-Inhalte: vom 1. bis 30. November, für alle, ohne Anmeldung und ohne Bezahlschranke.

Alle Inhalte im November kostenlos
Heute frei lesen. Morgen nichts verpassen.

Registrieren Sie sich kostenlos und abonnieren Sie anschließend den iBusiness-Newsletter. So bleiben Sie bei den Themen auf dem Laufenden, die für Sie zählen.

Das Newsletter-Abo erhalten Sie im Rahmen der kostenlosen Registrierung.

Klingel-Insolvenz

Gegen Klingel ermittelt jetzt die Staatsanwaltschaft

23.04.2024 Ist bei der Insolvenz von Versender Klingel ein Schaden in Höhe von 270 Millionen entstanden? Nun ermittelt die Staatsanwaltschaft gegen Manager des untergegangenen Pforzheimer Versandhandelsunternehmens.

 (Bild: Dr. Andreas Zachmann)
Bild: Dr. Andreas Zachmann
Bild: Dr. Andreas Zachmann unter Creative Commons Lizenz
Das Polizeipräsidium Pforzheim war stutzig geworden: Strafanzeigen in Sachen Wirtschaftskriminalität erreichten in der Goldstadt im Jahr 2023 einen ungeahnten Höchststand: "So hatten die 295 Fälle im Polizeipräsidium eine Gesamtschadenssumme von über 280 Millionen Euro verursacht", heißt es in der polizeilichen Kriminalstatistik  . Dabei ausschlaggebend sei gewesen "ein Verfahren gegen ein Wirtschaftsunternehmen wegen Insolvenzverschleppung mit einer Schadenssumme von über 270 Millionen".

Hintergrund: Den ehemaligen Geschäftsführern des Versandhauses Klingel in Pforzheim werden Fahrlässigkeit und Insolvenzverschleppung vorgeworfen. Mehrere anonyme Anzeigen sind seit dem vergangenen Jahr bei der Staatsanwaltschaft Pforzheim eingegangen. Jetzt ermittelt die Staatsanwaltschaft Mannheim zu diesen Vorwürfen. Wegen ihrer besonderen Spezialisierung auf dem Gebiet der Wirtschaftskriminalität hat die Staatsanwaltschaft Mannheim im Januar die Ermittlungen zur Klingel-Insolvenz übernommen, bestätigte Staatsanwältin Dr. Jeanie Henn auf Anfrage der Redaktion. In Mannheim werde "ein Ermittlungsverfahren wegen Insolvenzdelikten in Bezug auf die Unternehmensgruppe Klingel""ergebnisoffen" geprüft, ob die Klingel-Geschäftsführung zu spät Insolvenz angemeldet, oder ob sie diese sogar mutwillig herbeigeführt hat. Es gilt die Unschuldsvermutung.

Es war eine Milliardenpleite im deutschen E-Commerce: Die Unternehmensgruppe (Platz 66 in der Liste der Top-100 Onlineshops hatte ihren Geschäftsbetrieb Ende Januar 2024 eingestellt, nachdem kein Investor gefunden worden war. Neben der K-Mail Order GmbH & Co. KG   landeten ab Mai 2023 auch die Hamburger Tochtergesellschaften Impressionen Versand GmbH   und Einrichtungshändler Schneider GmbH   in einem Insolvenzverfahren und wurden später verkauft. In den drei Unternehmen arbeiteten rund 1.800 Mitarbeitende.

"Eine dauerhafte Fortführung des Geschäftsbetriebs ist ohne Investorenlösung nicht möglich. Angesichts der schwierigen Branchen- und Unternehmenssituation ist jedoch kein Interessent bereit, in die Unternehmensgruppe als Ganzes zu investieren und diese auf Basis der ausgearbeiteten Sanierungskonzepte fortzuführen", hatte das Management bei der Insolvenzanmeldung erklärt. Trotz erheblicher Kostenreduktionen habe die Unternehmensgruppe weiterhin Verluste gemacht.

Die Transformationsmaßnahmen zum Multichannel-Anbieter der vergangenen Jahre bei Klingel   sowie die erfolgte Digitalisierung von Vertriebs- und Marketingmaßnahmen allein hätten nicht ausgereicht, um dem sich in den vergangenen Monaten stark veränderten Marktumfeld weiterhin gerecht zu werden", hatte das Unternehmen im Mai 2023 erklärt. Das Umsatzniveau der Gruppe könne man aufgrund der anhaltend schwierigen konjunkturellen und branchenwirtschaftlichen Situation kurz- bis mittelfristig nicht ausreichend verbessern. Auch mit umfassenden Kostenmaßnahmen sei keine Fortführung für die Unternehmensgruppe möglich, so die jetzt Beklagten.

Als Ursachen der Insolvenz hatte das Management die signifikante Verteuerung von Katalogproduktion und -versand sowie gestiegene Kosten durch höhere Logistikpreise genannt. Zudem habe eine notwendige Umstellung der IT-Systeme, die im zweiten Halbjahr 2022 umgesetzt wurde, den Geschäftsbetrieb erheblich beeinträchtigt. Die Gruppe hat dabei eine Mainframe Lösung durch eine moderne Systemlandschaft ersetzt. Die Umstellung, die ebenfalls hohe Kosten verursachte, sei die technische Grundlage für die Transformation der Gruppe gewesen.

Die Firmengruppe mit Sitz in Pforzheim wurde 1923 gegründet und entwickelte sich vom klassischen Katalog-Versender zum internationalen Multichannel-Distanzhändler mit Fokus auf das Online-Geschäft. Zahlreiche Marken gehörten zum Unternehmen. Dazu zählten die Marken KLiNGEL, WENZ   und MONA   für Damenmode, die Männerbekleidungsmarke BABISTA  , der Schmuckanbieter DIEMER  , die Plus-Size-Modeanbieter HAPPYsize  , MIAMODA   und Meyermode   sowie der Schuh-Versender Vamos   und die Gesundheitsmarke WELLSANA  . Die Umsatzerlöse der Gruppe lagen im noch mit positivem Ergebnis abgeschlossenen Jahr 2021 bei knapp 1 Milliarde Euro.
Neuer Kommentar  Kommentare:
Schreiben Sie Ihre Meinung, Erfahrungen, Anregungen mit oder zu diesem Thema. Ihr Beitrag erscheint an dieser Stelle.
alle Veranstaltungen Webcasts zu diesem Thema:
Dienstleister-Verzeichnis Agenturen/Dienstleister zu diesem Thema:
Experten-Profile Genannte Personen: