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Mobilem Internet fehlen in Deutschland die Nutzer
19.06.2008 Hohe Kosten, schlechte Navigation und zu kleine Seiten schrecken viele potenzielle Nutzer des mobilen Internet immer noch ab. Woran die Anbieter des mobilen Internets noch arbeiten müssen, hat eine aktuelle Forsa-Studie analysiert.
Heraus kam: Nur drei Millionen Internetnutzer gehen auch per Handy ins Netz, obwohl bereits knapp 26 Millionen ein internetfähiges Mobiltelefon besitzen. Den meisten reicht der PC, denn dieser Weg ins Web erscheint ihnen günstiger und komfortabler. Allerdings könnten Location Based Services und mobiles Online-Banking die Nutzung ankurbeln, so die Studienautoren.
Zwar habe das Web zum Sprung aufs Handy angesetzt, so Dr. Nikolaus Mohr , Geschäftsführer im Bereich Communications & High Tech von Accenture. "Aber boomen wird es erst, wenn der Verbraucher mehr bekommt als herkömmliches Internet über sein Mobiltelefon", so Mohr. Wer Kunden überzeugen wolle, müsse Mehrwert für unterwegs schaffen, mobiles Internet nutzerfreundlicher machen und Daten-Flatrates anbieten, die mit dem DSL-Markt vergleichbar sind, interpretiert die Studie die Umfragedaten.
Denn noch genügt den meisten Deutschen der Internetzugang von zuhause oder im Büro: "Der PC reicht mir aus, um ins Netz zu gehen", sind drei von vier Befragten, die die Internetfunktion ihres Handys nicht nutzen (79 Prozent), überzeugt. Auch am Geld hapert's: 71 Prozent finden die Kosten für mobile Datenverbindungen zu hoch.
Zudem fänden viele Nutzer, dass das "Hosentaschen-Internet" unbequem und schwierig zu bedienensei. Zwei von fünf Befragten sagen, Online-Angebote würden auf Handy-Displays zu klein und zu unübersichtlich dargestellt (39 Prozent). 22 Prozent finden es zu kompliziert, auf Internetseiten per Mobiltelefon zu navigieren.
Klassische Dienste sind mobil gefragt - wenn sie wenig Verbindungszeit und Datenvolumen kosten: E-Mail (54 Prozent), Nachrichten aus Politik, Wirtschaft, Sport und Gesellschaft (44 Prozent) sowie Wetterinformationen (32 Prozent) werden genutzt. Dabei geht jeder dritte befragte Kunde allerdings höchstens in Ausnahmefällen mobil ins Internet (36 Prozent).
Online-Unterhaltungs- und Web 2.0-Angebote "fristen noch ein Schattendasein" auf dem Mobiltelefon, so die Accenture-Experten. Nur 13 Prozent der Nutzer laden per Handy Musik aus dem Netz, neun Prozent laden Videos und besuchen außerdem Social Networks wie Facebook und StudiVZ . Junge Kunden haben da allerdings eine veränderte Mediennutzung. Jeder vierte 14- bis 19-Jährige nutzt Musik- und Videodownloads sowie Social Networks mobil. Handy-TV hat es aber noch schwer: Nur 17 Prozent der Befragten würden es nutzen. "Handy-TV wird kommen, aber wohl nur als Nischenanwendung", prognostiziert Mohr.
Er rät Anbietern von Internet-Diensten für das Handy, die Mobil-Karte besser auszuspielen. Navigationsdienste und auf den Aufenthaltsort des Nutzers zugeschnittene Dienste - Location Based Services - stoßen auf Interesse: 70 Prozent aller befragten Internetnutzer würden ihr Handy auch als Navigationsgerät verwenden. Für 42 Prozent wäre es ein Mehrwert, wenn es ihnen anzeigte, wo unterwegs interessante Geschäfte, Gaststätten oder Veranstaltungen zu finden sind. Mobile Bezahldienste finden ebenfalls Anklang: 35 Prozent der Befragten würden ihr Mobiltelefon wie eine Geld- oder Kreditkarte nutzen und jeder vierte würde Online-Banking per Handy betreiben (24 Prozent).
UMTS und GPS seien wichtige Voraussetzungen, um sinnvoll Unterhaltungs- und auf den Aufenthaltsort zugeschnittene Dienste anbieten zu können, meinen die Berater. Google senke mit der offenen Entwicklungsplattform Android die Barrieren, um neue mobile Internet-Dienste entwickeln zu lassen. Dies werde dem Markt eine hohe Dynamik geben.
Auf welche Basis beziehen sich die Prozentangaben?
bitte nennen Sie doch mal die Basis, wenn Sie Prozentzahlen zitieren:
22 Prozent der "Nutzer" finden es zu kompliziert, auf Internetseiten per Mobiltelefon zu navigieren.
-> Sind es dann "Nutzer" oder nicht doch eher Befragte?
54 Prozent nutzen E-Mail-Dienste mobil.
-> Sind das 54 Prozent der Deutschen, der Internetnutzer, der Befragten oder der mobilen Internetnutzer?
Ich kann die Daten sehr gut gebrauchen, vielen Dank für die Klärung! Gruß B.R.
