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Nischensegment 2025: Wie sich der E-Commerce in der PBS-Branche entwickelt
14.08.2020 Der ECommerce-Anteil in der Papier-, Büroartikel- und Schreibwaren-Branche (PBS) wächst kontinuierlich bei einem schrumpfenden Marktvolumen - mit Herausforderungen für die stark analog verwurzelte Branche .
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Mit einer wirklichen Erholung in der Branche oder gar einer positiven Marktentwicklung ist jedoch nicht zu rechnen. Im Gegenteil: Mittelfristig wird sich der Markt nicht festigen können und tiefer in die roten Zahlen abrutschen. "Die unverändert stabile Nachfrage aus dem privaten Bereich wird die schwache Gewerbenachfrage nicht kompensieren können. Darüber hinaus wird sich die gesamtwirtschaftliche Lage durch weniger Steuereinnahmen perspektivisch verschlechtern und damit negativ auf die PBS-Branche einwirken", meint Uwe Krüger , Senior Consultant am IFH Köln. Das geht aus dem "Branchenfokus PBS-Artikel" , der gemeinsam von IFH Köln und der BBE Handelsberatung GmbH herausgegeben wird.
Der Abwärtstrend beim Umsatz und die düsteren Aussichten für die kommenden Jahre "stellen die klassischen Vertriebsformen des Einzelhandels für PBS vor stetig wachsende Herausforderungen. Da die Internet-Pure-Player ihre Umsätze im schrumpfenden Marktvolumen zudem ausbauen können, wird es in der PBS-Branche wohl zu weiteren Konsolidierungen kommen", prognostiziert Andreas Reindl , Consultant der BBE Handelsberatung. Der ausschließliche Blick auf den E-Commerce zeigt: Im Onlinehandel gaben die Deutschen 2019 etwa 788 Millionen Euro für Bürobedarf aus, so die Berechnung des Bundesverband E-Commerce und Versandhandel Deutschland e.V. (BEVH) . Damit hat der Onlinehandel seinen Umsatzanteil am Gesamtmarkt im Zeitraum von 2007 bis 2019 von 0,8 auf nach wie vor überschaubare sechs Prozent gesteigert. Im Gegensatz zu anderen Warengruppen spielt der E-Commerce beim Vertrieb von PBS-Artikeln also bisher kaum eine Rolle. Nichtsdestotrotz: Er entwickelt sich mäßig, aber kontinuierlich aufwärts. Immerhin ist er im Vergleich zu 2018 um neun Prozent gewachsen. "Der Wunsch nach schneller Verfügbarkeit, geringen Versandkosten und flexiblen Einkaufserlebnissen über alle Kanäle hinweg kennzeichnet den modernen Konsumenten. Daher wird das Zusammenspiel von Online und Offline immer wichtiger", schlussfolgerte der HBS im Vorjahr. Aber der stetige Trend zur Digitalisierung der Büroarbeit fordert die starkt analog verwurzelte Branche nach wie vor heraus. Insgesamt steigt der Druck auf alle Verantwortlichen, und diese drehen an der Preisschraube. Das macht weniger starke Marken schwächer, worunter der Handel leidet.
Aber es gibt Lichtblicke: Starke Umsatzgewinne melden vereinzelt mittelständische Unternehmen, die auf neue IT-affine Konzepte und damit Digitalisierung setzen. Das Umsatzplus dieser Unternehmen entsteht durch das Zusammenspiel von Warenumsatz und Dienstleistung. "Während sich die Fachbetriebe viele Jahre lang mit dem Verkauf von Produkten inklusive Service- und Wartungsleistung sowie Reparatur befassten, steht heute die Beratung und Dienstleistung im Vordergrund. Es geht dabei immer häufiger um die Analyse von Geschäftsprozessen und deren Optimierung. Das verlangt eine umfangreiche IT- und Servicekompetenz. Cyber Security, die Digitalisierung von Papierdokumenten in oft großem Umfang und die Optimierung des Workflows stehen meist im Vordergrund der Leistungspalette der mittelständischen Unternehmen", teilt der HBS mit.
Dennoch steht der Fachhandel vor großen Herausforderungen. Insbesondere die PBS-Fachgeschäfte sehen sich beim Wettbewerb um Kunden starken Vertriebswegen und -formen gegenüber. Sie stehen im harten Wettbewerbsumfeld der Pure Online-Anbieter, der Kauf- und Warenhäuser sowie der branchenfremden Player wie Drogerien und Discounter. Der Verband der PBS-Markenindustrie beschreibt die bevorstehenden Herausforderungen so: "Digitalisierung und verändertes Kundenverhalten, und hier vor allem sich ändernde Verbraucherbedürfnisse und Einkaufsgewohnheiten, bleiben die zentralen Entwicklungen, die auf die Geschäftsprozesse der PBS-Markenfirmen einwirken." Insgesamt weiß die PBS-Branche offensichtlich nicht, wie sie der Digitalisierung begegnen soll. Hinzu kommt, dass laut Marketmedia24 PBS-Artikel aus dem Bereich Büro- und Schulbedarf speziell mit seinen traditionellen Artikeln schwächelt. Denn die Nachfrage der privaten und gewerblichen Konsumenten nach langlebigen und nachhaltigen Produkten steigt. Auch diesen Trend muss die PBS-Branche schnellstmöglich konsequent und strategisch in ihre Produkt- und Sortimentspolitik einfließen lassen.
Auch die Arbeitswelt der Zukunft, die eine Vielfalt an verschiedenen digitalen und flexiblen Lösungen erfordert, stellt die PBS-Branche vor Herausforderungen. Dabei müssten die massiven Veränderungen insbesondere in der Wissensarbeit sowie den wachsenden Anforderungen an Arbeitsplatz und Umgebung die Umsätze der PBS-Branche kräftig ankurbeln. Wenn denn die Branche mit klugen Konzepten aufwarten würde. Denn der Trend, immer mehr Prozesse digital abzubilden, der durch Corona einen starken Auftrieb erfahren hat, führt dazu, dass Bürobedarf ein weiter abnehmendes Segment sein wird. Wie die Branche künftig wachsen will, ist derzeit unklar. Auf Industrieebene ist daher mit einer Konsolidierung und Diversifizierung zu rechnen. Auf Handelsebene wird die Breite der Sortimente und vor allem der Dienstleistungen zunehmen. Damit sind die Zukunftsaussichten für die stark analog verwurzelte Branche düster: Tiefrote Zahlen und keine Marktfestigung lauten die Prognosen.
| Die Detailanalysen des deutschen E-Commerce |
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Dieser Beitrag ist ein Teil aus der Serie 'Detailanalysen des deutschen E-Commerce'. Die Teile im Überblick:
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