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Das böse Internet: Warum Verbände und Gewerkschaften mit dem Internet nicht klarkommen

15.01.2013 Die Zukunft der Arbeit kommt und gerade jüngere Arbeitnehmer der Netzgeneration finden das gut. Gewerkschaftsfunktionäre und Verbandsvertreter der alten Schule hingegen blockieren, wettern, warnen vor bösem Crowdsourcing, üblen Cloudworking und der widerlicher Selbstständigkeit. Selbst aus der Gewerkschaft selbst kommt mittlerweile Kritik an dem rückwärtsgewandten Blick der Großorganisationen. Doch welche Chancen haben Arbeitnehmerorganisationen und -verbände in Zeiten von Granularisierung und Telearbeit? Vier Szenarien für die Zukunft von Arbeit, Arbeitnehmern und Gewerkschaften.

 (Bild: Rudi Stumberger)
Bild: Rudi Stumberger
Früher war die Aufgabe der Gewerkschaften noch eindeutig ... (Bild: NASA/Visipix)
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Früher war die Aufgabe der Gewerkschaften noch eindeutig ...

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Die iBusiness-Handlungsmatrix zeigt, wie langfristig die vorgestellten Aufgaben angegangen werden müssen.
Es waren 17 Betriebsräte und Funktionäre von ver.di  , die im Herbst ihr Cloudworking-Papier unterzeichneten. Darin steht - immerhin - auch eine positive Beurteilung: "Die Chancen der neuen Arbeitsmodelle liegen in der Beteiligung von Menschen am Produktionsprozess, denen bisher durch ihre räumliche Lage - zum Beispiel in infrastrukturell weniger erschlossenen Ländern Afrikas, Asiens oder Amerikas - ein Zugang zu Arbeitsmärkten erschwert war."

Doch die Gewerkschaft sieht vor allem "gigantische" Risiken durch Cloudworking - iBusiness berichtete.

Die Folgen seien eine Austrocknung und steigende Anforderung der Sozialversicherungssysteme, wegbrechende Steuereinnahmen und eine Kannibalisierung der Arbeitsbedingungen.

Zur Kritik am Ver.di-Papier

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Die Reaktionen auf das Papier ließen nicht lange auf sich warten. "Wir wollten aufzeigen, dass der Blick der Gewerkschaft sehr einseitig ist", sagt Marlon Litz-Rosenzweig , Mitbegründer und Geschäftsführer des Crowdsourcingportals Mylittlejob  , das Jobs an Studenten vermittelt - pro Monat werden 1500 bis 3000 Studentenjobs angeboten. Daher verfassten er und sein Kompagnon einen "offenen Brief aus der Cloud" mit dem Titel "Warum Verdi sich irrt". Darin sprechen die Verfasser die Gewerkschaft direkt an, würdigen ihren gesellschaftlichen Auftrag, halten aber fest: "Dein Positionspapier deutet aber auf eine Unkenntnis der Lebenssituation der Menschen hin, für die Du Dich letztendlich einsetzt, was wir nicht unkommentiert lassen können." Den von der Gewerkschaft genannten "gigantischen" Risiken werden "gigantische" Vorteile gegenübergestellt.

Handelt es sich tatsächlich um Unkenntnis einer Organisation wie der Gewerkschaft? Kann es sein, dass eine über 150 Jahre alte Organisation so eingefahrene Strukturen hat, dass sie keine Ahnung hat, wie sie mit den neuen Herausforderungen umgehen soll? Oder ist schon die Bezeichnung "die Gewerkschaft" unzutreffend, weil es ebenso wie in Parteien oder NGOs auch in Gewerkschaften einen "notwendigen und erwünschten Pluralismus" gibt, wie Gunter Haake vom ver.di - Referat Selbstständige und Inhaber von mediafon  , der Beratung für Solo-Selbstständige, betont. Und so gebe es bei einer Organisation, die aus der Tradition kommt, ausschließlich Arbeitsverhältnisse zu regeln, natürlich "immer auch Tendenzen Einzelner und von Interessengruppen, sich auf den persönlich erlebten, altbekannten Bereich zurückzuziehen", beschwichtigt Haake.

Er räumt daher auch ein, dass ver.di als Großorganisation und andere Gewerkschaften noch nicht in allen Bereichen darauf eingestellt sind, "dass auch Freelancer bzw. Solo-Selbstständige aller Branchen sowohl ein gewerkschaftliches Schutzinteresse haben können als auch ein Potenzial für die gewerkschaftliche Organisation und ein besseres gewerkschaftliches Agieren in bestimmten Arbeitsmärkten bieten". Wenn der Hauptfokus die betriebliche Interessenvertretung von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern ist, könnten andere Zielgruppen teils aus dem Blickwinkel geraten, so Haake. Entsprechende Wahrnehmungsmängel träfen aber insbesondere auf ver.di nicht zu. Denn die Gewerkschaft habe eigene Strukturen für die dort derzeit 30.500 organisierten Solo-Selbstständigen (Tendenz steigend) geschaffen und es gebe einige ver.di-Fachgruppen, die sich in ihrer Arbeit auf diese Erwerbsform konzentrieren, da die die Mehrzahl ihrer Mitglieder als Selbstständige arbeitet. So etwa die Fachgruppe Journalismus, in der rund zwei Drittel aller Mitglieder als "Freie" arbeiten.

Gigantische Risiken durch Cloudworking aus Ver.di-Sicht
  • Die massenhafte Vernichtung guter, sicherer und hochqualifizierter Arbeitsplätze.
  • Durch einseitig auf die Interessen der Auftraggeber ausgerichtete Bewertungssysteme werden die Beteiligten, die auf Freelancerplattformen ihren Lebensunterhalt verdienen müssen, zu gläsernen Akteuren.
  • Das unternehmerische Risiko wird auf die Arbeitnehmer verlagert.
  • Bei der Verteilung von Arbeit durch Internetplattformen mit Sitz in Drittländern wird die Unternehmensbesteuerung ausgehöhlt.
  • Durch eine Konkurrenz aller mit allen wird ein Preisdumping bisher ungekannten Ausmaßes angetrieben werden.

Unterm Strich hält auch Haake das Papier auf den ersten Blick für "zu kurz gegriffen." Es wäre sicher sinnvoll gewesen, "auch die positiven Aspekte einer echten Selbstständigkeit zu nennen", führt Haake aus. Denn das Papier beschäftige sich mit Verhältnissen, die der Mann vom Referat für Selbstständige als Entartung bezeichnet. Gemeint sind "übelste Auswüchse einer Dumping-Kultur mit der Folge einer prekären Arbeit, die es angestellt wie selbstständig gibt und in beiden Erwerbsformen nach ver.di-Meinung nicht geben sollte."
Ein Graben hin zur Welt der Freelancer ist für Haake nicht zu erkennen. Soweit die Honorare in Ordnung sind und kein Dumping um Arbeitsbedingungen und Einkommen stattfänden gebe es aus ver.di-Sicht keinerlei Grund, eine Anstellung zu bevorzugen. Im Gegenteil: Wo Selbstständige tatsächlich über diese Beschäftigungsform eine größere Autonomie gewinnen, ist diese Arbeitsform aus meiner Sicht der Anstellung weit überlegen", macht Haake klar.

Fünf Gründe, warum die Gewerkschaft falsch liegt

Das Ver.di-Papier gekontert hat auch Ulrich Dietz , Vorstandsvorsitzender der GFT Technologies AG  . Das Stuttgarter Unternehmen mit 1300 Mitarbeitern ist zugleich Mitglied der Arbeitsgruppe "ITK im Mittelstand" für den Nationalen IT-Gipfel. Das Thema Risiken durch Crowdsourcing für Arbeitnehmer werde "heißer gekocht, als es gegessen wird", so Dietz. Der 54jährige nennt fünf Gründe, warum die Einschätzung der Gewerkschaft falsch sei:

Gigantische Vorteile durch Cloudworking aus Sicht von Mylittlejob
  • Positiv sei eine flexible Arbeitsweise von zu Hause aus, insbesondere wenn die Aufgaben den eigenen Fähigkeiten mehr entsprechen als zum Beispiel Kellnern oder Kisten packen. So werde universitäre Bildung für mehr Menschen bezahlbar.
  • Auf der anderen Seite hätten Unternehmen die Möglichkeit, in Zeiten von hohem Auftragseingang mithilfe von externen Kräften Leistungen fristgerecht zu erbringen. Das helfe gerade kleineren Unternehmen, die eine Überkapazität finanziell nicht stemmen können.
  • Hoch qualifizierte Arbeitsplätze würden durch Studenten, die sich noch in der Ausbildung befinden, nicht bedroht. Vielmehr unterstützten Studenten Fachkräfte, sodass diese weniger Überstunden leisten müssen und sich auf ihre eigentliche Qualifikation konzentrieren könnten.
  • In der Cloud gehe es allein um die Leistung. Damit würden Arbeitnehmer nicht mehr der Diskriminierung und der potenziellen Willkür und möglicherweise unfairen Bewertung durch Vorgesetzte ausgesetzt.
  • Als Teil der Crowd habe der Auftragnehmer mehrere Auftraggeber und sei somit unabhängiger, als wenn er von einem Einzigen abhängig wäre. Das bedeutet erst einmal ein geringeres Risiko für das Individuum, denn die Abhängigkeit von einem einzelnen Auftraggeber könne durchaus drastische Konsequenzen haben.
  1. Da der deutsche IT-Markt stark von beratungsintensiven IT-Services lebe, sei die Verlagerung von Arbeit in die
    Wolke nicht so relevant wie in anderen Ländern. Und: "Beratung ist an Menschen gebunden, die einen engen Kontakt zum Kunden haben. Mehr als ein Drittel des Umsatzes im deutschen IT-Markt wird von Unternehmen im Dienstleistungsbereich erzielt. Gute und langfristig beschäftigte Mitarbeiter sind für sie das wichtigste Kapital. Sie würden gerne mehr Fachkräfte fest einstellen, als der Arbeitsmarkt derzeit hergibt."
  2. Internationale Ausschreibungen der globalen IT-Unternehmen böten deutschen Experten die Chance auf lukrative und spannende Projekte: "Bekanntlich gibt es in Deutschland nur wenige IT-Anbieter von weltweiter Bedeutung. Darunter leiden die exzellenten deutschen Informatik-Köpfe, die an innovativen Zukunftsprojekten mitwirken wollen. Über die Online-Plattformen der Big Player kann sich jeder mit seiner Expertise bewerben."
  3. Immer mehr junge Menschen setzten nicht mehr auf herkömmliche Arbeits- und Karrieremodelle, sondern suchten stattdessen nach einer Beschäftigung, die Abwechslung und Work-Life-Balance ermögliche.
    "Auf der anderen Seite suchen Unternehmen angesichts kürzerer Innovationszyklen und wiederkehrender Perioden wirtschaftlicher Unsicherheit nach einem flexiblen Arbeitskräftemanagement. Für Arbeitnehmer kann dies mit einem Verlust an Stabilität verbunden sein, wenn sie nur für ein Projekt befristet engagiert werden. Andererseits hat ein Freelancer mehr Unabhängigkeit und - wenn die Person in einem konjunkturschwachen Land lebt - überhaupt die Chance auf eine Arbeit, ohne gleich dauerhaft in die Ferne ziehen zu müssen."
  4. Der Fachkräftemangel lasse auch die Honorare für Freiberufler steigen. In Deutschland gebe es derzeit rund 43.000 offene Stellen für Informatiker. Der Mangel an qualifizierten Fachkräften steige zunehmend. Gezwungen in eine Existenz als Freiberufler werde angesichts dieser Zahlen niemand.
  5. Die gute Ausbildung der deutschen Informatiker schütze vor Lohndumping. Die hohe Qualifikation der heimischen Informatik-Absolventen sei international anerkannt, sowohl im Hinblick auf IT-technische Grundlagen als auch hinsichtlich anwendungsspezifischer Fähigkeiten und Soft Skills. Entsprechend attraktiv seien die Gehälter in der IT- und Telekommunikationsbranche, die im Vergleich zu anderen Wirtschaftszweigen auf einem Spitzenplatz lägen.

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Wie eine neue Aufgabe für Gewerkschaften aussehen kann

Publizistischer Vorreiter eines digital-gestützten freien Arbeitslebens ist Holm Friebe, Autor von "Intelligentes Leben jenseits der Festanstellung" (mit Sascha Lobo ). Für den 39-Jährigen ist klar, dass es etwa darum geht, den "Präsentismus" der Anwesenheit am Schreibtisch von neun bis 19 Uhr abzulehnen. Demgegenüber gelte: "Selbstständigkeit macht zu einem vollständigeren Menschen". Arbeiten in der Cloud ist eine der Möglichkeiten, sich diesem Postulat anzunähern.

Doch Friebe sieht als Ausrufer der "digitalen Boheme" auch mögliche Schattenseiten des freien Arbeitsdaseins. So dürften sich die selbstständigen Kreativen nicht gegenseitig ihre Preise herunter konkurrieren. In Berlin gebe es eine Kampagne, den Tagessatz für Selbstständige nicht unter 250 Euro fallen zu lassen. Und in einem Interview mit einer Tageszeitung meint Friebe schließlich: Im Grunde sei es eine Aufgabe der Gewerkschaft, die neuen Selbstständigen zu unterstützen. Friebe thematisiert damit einen interessanten Aspekt der Diskussion: Kann es in der Welt der Freelancer und des Crowdsourcing einen Platz für die traditionellen Gewerkschaften geben und wie sieht dieser aus?

Für Gunter Haake ist der Platz dort, "wo Solo-Selbstständige Schwierigkeiten haben". Hier müsse ihnen beratend und auch juristisch zur Seite gestanden werden. Und dass ver.di dort, wo es in der Selbstständigkeit Ausbeutung gibt, mit den Betroffenen solidarisch für die Verbesserung der Verhältnisse kämpft", sieht Haake einen klaren Einsatzrahmen für die Gewerkschaften.

Denn problematisch werde es dort, wo es nur darum geht, über die Selbstständigkeit (und dann oft nur noch maximal eine Scheinselbstständigkeit) Betriebskosten zu senken. Und dies geschehe "in der Regel auf Kosten der Einkommen, der sozialen Sicherungssysteme und der Gesellschaft insgesamt". Vor genau solchen "Beschäftigungs"formen warne das vorliegende Papier zu Recht, erklärt Haake.

Gewerkschaften als Organisierer und Berater

Die Antwort aus der Net-Community ist vielfältig: Marlon Litz-Rosenzweig etwa meint, dass eine gewerkschaftliche Vertretung für Freelancer in der Crowd technisch möglich wäre, sieht aber keinen wirklichen Bedarf. Die Honorare würden eine bestimmte Marke nicht unterschreiten, weil dann keiner mehr den Auftrag erledigen würde. Dadurch, dass alle vernetzt seien, geschähe die Meinungsfindung sowieso im Internet durch gegenseitige Kommunikation. Vorstellbar wäre aber eine Plattform der Gewerkschaften, die den Austausch der Freelancer organisiert.

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Das scheint in Maßen bereits jetzt Realität zu sein. Denn schon jetzt suchen, so Haake, täglich weit über 5.000 Menschen auf den Seiten des Selbstständigenportals von ver.di Informationen für ihren Berufsalltag, dabei rufen sie jährlich gut 10 Millionen Seiten auf und es lassen sich jährlich knapp 3.000 Selbstständige in intensiven Beratungsgesprächen von ver.di informieren.

Auch der Professor der Wirtschaftsinformatik an der Universität Kassel, Jan Marco Leimeister, sieht die Crowds als Möglichkeit für Beschäftigte, in neuen Wachstumsfeldern solche Tätigkeiten auszuüben, die sie wirklich interessieren und dabei hohe Freiheitsgrade gewähren. Er sieht aber auch die Gefahr von prekären Unterbietungswettbewerben. Hier, so der Informatikprofessor, müsse es eine starke Interessenvertretung geben, das sei eine Aufgabe der Gewerkschaften.

Gewerkschaft: "Wir sind keine Ufos"



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Für Bert Stach , ver.di-Beauftragter für IBM   und Mitunterzeichner des Crowdsourcing-Papiers sind die dort skizzierten Bedrohungen "absolut realistisch", wenn auch nicht schon morgen, so aber doch im Laufe der nächsten Jahre. Noch gebe es keine großen Entlassungswellen, aber die Lage sei ernst.

Stach handelt als Gewerkschaftsvertreter mit IBM die Tarifverträge für die dort 18.000 Beschäftigten aus. Für ihn geht es dabei auch um zwei Punkte: Einerseits durchaus um Flexibilität in der Arbeitswelt, aber auch um Sicherheit. Beides müsse gegeben sein, um von "guter Arbeit" zu sprechen. Denn die Begeisterung für Flexibilität allein ende sehr schnell, wenn der erste Nachwuchs käme.

Auf Vorwürfe, die Gewerkschaften seien in der Welt von Crowdsourcing von gestern, entgegnet Stach: "Wir sind ja keine Ufos, die vom Himmel fallen und etwas Altmodisches fordern oder tun". Sondern die Gewerkschaften bestünden aus Mitgliedern, und die wollen ihre Interesse vertreten sehen. Und natürlich sei Crowdsourcing eine Chance etwa für Menschen in der Dritten Welt. Aber nur, wenn hiesige Lebens- und Arbeitsbedingungen dorthin exportiert würden, und nicht umgekehrt.

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Für den Gewerkschafter Stach ist klar, dass Freelancer und Cloudworker in Zukunft eine starke Interessenvertretung benötigen. Man könnte zum Beispiel darüber nachdenken, ob dann nicht auch Programmierer ähnlich wie Künstler durch eine bezuschusste Sozialkasse abgesichert werden könnten. Dazu benötige man aber eine starke Organisation und politische Interessenvertretung.

Ähnlich äußert sich Christiane Benner vom Vorstand der IG Metall  . Sie kann sich ähnliche Regelungen für Freelancer wie für Leiharbeiter vorstellen: Konkurrenz durch gesicherte Mindestbedingungen aufzuheben, damit Arbeit nicht zu Ramschpreisen geleistet werde.

Blaupause lautet: Wider die Entartung

Genau hier sieht Haake, der eine differenziertere Version des Papiers favorisiert hätte, die Blaupause des Berliner Papiers. In einer pluralen Organisation äußern sich verschiedene Gruppen zu verschiedenen Schwerpunkten, so Haake. Eine Versammlung angestellter Funktionäre und Betriebsräte werde nicht unbedingt den Schwerpunkt darauf legen, ein Papier zu entwickeln, das die Selbstständigkeit als eine "ideale Arbeitsform" hinstellt, sondern sich "auf die Schwierigkeiten in ihrem Aufgabengebiet konzentrieren, zu denen eben auch Entartungen der Vergabe und Bezahlung von Arbeit gehören. Das finde ich verständlich, richtig und wichtig".

Klingt nachvollziehbar, es bleibt aber fraglich, weshalb es nicht gelungen ist, diese differenzierte Haltung stärker im besagten Papier zu untermauern. Dies hätte doch allen Vorrang haben müssen, um gerade gegenüber Freelancern eine offenere Haltung zu neuen Arbeitsformen zu markieren.

|Unternehmen 2020: Wie sieht die Arbeistwelt der Zukunft wirklich aus|
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Thema: Das böse Internet: Warum Verbände und Gewerkschaften mit dem Internet nicht klarkommen

Kommentar von Markus Howest

Chance verpasst

Die Dienstleistungsgewerkschaft ver.di hat mit ihrem jüngsten Papier eine wichtige Chance vertan Signale in die neue Welt zu senden.

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Markus Howest, iBusiness (edelfedern.de)
Bild: edelfedern.de
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