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Zukunft der Arbeit (2): Das Ende des Büroschreibtischs
14.03.2012 Der Trend ist eindeutig: Der Arbeitsplatz der Zukunft wird vor allem eine Schnittstelle zwischen menschlichem Körper und virtueller Kommunikation sein, der feste Schreibtisch in einem konventionellen Büro gehört der Vergangenheit an, ebenso wie die Präsenzpflicht im Unternehmen. Deutschland ist dabei Vorreiter.
Deutschland bei mobilem Arbeiten führend
"Bis Ende 2013 wollen in Deutschland 92 Prozent der Firmen ihren Mitarbeitern das mobile und flexible Arbeiten gestatten, so fasst Slavica Simunovic , Senior Communications Manager bei Citrix System , das Ergebnis ihrer Umfrage "Global Workshifting Index" zusammen. Das IT-Unternehmen hat für eine Studie 1100 IT-Verantwortliche in elf Ländern nach ihrer Einstellung zu neuen Arbeitsmodellen befragt. Danach setzen- bereits heute 48 Prozent der deutschen Unternehmen auf mobiles Arbeiten,
- weltweit liegt dieser Wert erst bei 37 Prozent.
- Flexibilität hinsichtlich Zeit, Ort und Endgerät:
Wo entsprechende Richtlinien bereits in Kraft sind, heben 73 Prozent (weltweit: 71 Prozent) die verbesserte Mobilität ihrer Mitarbeiter als eines der Hauptargumente für die Einführung hervor. Außerdem geben 61 Prozent (weltweit: 63 Prozent) der Verantwortlichen an, dass sie Angestellten auf diese Weise das Arbeiten von zuhause aus ermöglichen. - Unterbrechungsfreie Anbindung im Störungsfall:
Eine überwältigende Mehrheit der Umfrageteilnehmer sieht in dem Vorantreiben des mobilen Arbeitens auch einen wichtigen Beitrag zur Geschäftskontinuität. So sind 85 Prozent (weltweit: 93 Prozent) der befragten IT-Verantwortlichen der Ansicht, dass die Desktop-Virtualisierung helfen kann, den Geschäftsbetrieb bei Störungen und unvorhergesehenen Zwischenfällen aufrecht zu erhalten. - Reduzierung von Mieten, Reise- und Personalkosten:
Flexibleres Arbeiten, die Einbeziehung von Homeoffices und alternative Arbeitszeiten sorgen bei den Unternehmen in vielen Bereichen für Kosteneinsparungen. So stellt für weltweit 45 Prozent der Befragten die Senkung der Personalkosten einen wichtigen Faktor dar. Für 39 Prozent der Unternehmen erleichtern mobile Arbeitszeitmodelle zudem das Rekrutieren von Arbeitnehmern in Regionen mit geringerem Lohnniveau. Die mögliche Senkung der Gebäudekosten beziehungsweise Mieten spielt für insgesamt 38 Prozent der Arbeitgeber eine Rolle. Positive Auswirkungen auf den Umweltschutz und die Nachhaltigkeit nennen 26 Prozent als einen ihrer Beweggründe. - Anwerbung hochqualifizierter Mitarbeiter:
Insgesamt 45 Prozent (weltweit: 51 Prozent) der Unternehmen sehen in flexiblen Arbeitsangeboten außerdem einen Wettbewerbsvorteil im Werben um hochqualifizierte Arbeitskräfte. Ebenso bestätigte fast die Hälfte aller teilnehmenden Unternehmen, dass sie nun auf ein deutlich größeres Knowhow und einen umfassenderen Wissenspool zurückgreifen können, als dies bei starren Arbeitsstrukturen der Fall gewesen ist. Dies sei vor allem auf die bessere Anbindung von Partnern, Auftragnehmern und freien Mitarbeitern zurückzuführen.
Berufstätige erwarten Trend zu dezentralem Arbeiten
Einer Befragung der auf den Mittelstand spezialisierten Sage Software GmbH zufolge (Die Arbeitswelt der Zukunft ), sieht die deutliche Mehrheit der Befragten einen klaren Trend zum dezentralen Arbeiten:- Auf die Frage, für wie realistisch sie das Szenario halten, künftig von überall auf der Welt auf ihren PC-Arbeitsplatz zugreifen zu können, gaben 80 Prozent der Befragten an, diese Vorstellung sei "sehr" oder "eher" realistisch.
- Immerhin 58 Prozent halten dieses Szenario auch für sehr erstrebenswert oder erstrebenswert.
- In die gleiche Richtung tendieren die Zahlen zum Thema Homeoffice: Zwar kann aktuell nur rund ein Drittel der Befragten (30 Prozent) von zuhause aus arbeiten. 45 Prozent würden sich ihren Arbeitsplatz aber außerhalb der Firma einrichten wollen, um ihre Arbeit effizienter zu erledigen.
Trend zum Coworking Space
Das Beta-Haus ist im Grunde nichts anderes als eine Ansammlung von Schreibtischen mit Internetzugang, die man für eine bestimmte Zeit anmieten kann. Sozusagen die "stoffliche Verstetigung des Netzwerkgedankens, der die heutige Welt so grundlegend bestimmt", wie es Betahaus-Gründer Christoph Fahle ausdrückt. Zusammen mit anderen hat der ehemalige Student der Politologie 2009 das Betahaus aus der Taufe gehoben.
Hier braucht es keine Mietverträge und man muss sich weder um das Toilettenpapier noch um die Heizung kümmern. An den rund 120 Schreibtischen arbeiten Freiberufler wie Architekten, Journalisten oder Grafiker, die vor allem ihre örtliche Ungebundenheit und Flexibilität eint. Und die hier - anders als im Homeoffice - eine kreative Atmosphäre und vielleicht sogar künftige Geschäftspartner vorfinden.
Social Intranet: Das Werkzeug der wissensorientierten Unternehmen
Mit 'Social Business' sichern Unternehmen ihre Wettbewerbsfähigkeit in der Informations- und Wissensgesellschaft. Wege zur erfolgreichen Einführung zeigt ein Whitepaper:Whitepaper abrufen
Das zentrale Moment dabei ist die Anbindung des Schreibtisches an das Internet. Das Betahaus ist so auch Ausdruck eines Lebensgefühls, aber auch die Widerspiegelung von flexiblen Strukturen der Arbeit, in denen sich Freiberufler bewegen.
Derartige Coworking Spaces gibt es mittlerweile viele, etwa in Köln, dort wird in den Zeiträumen zusätzlich eine Kinderbetreuung für arbeitende Mütter und sogar ein hauseigener Fitnessraum für das Schwitzen zwischendurch angeboten. In all diesen Modellen steht die Flexibilität des Arbeitens und die Vereinbarkeit von Familie und Beruf im Mittelpunkt.

