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Große Chancen für Mittelständler durch ECommerce-Boom in China
29.12.2014 Das Online-Shopping in China wächst dramatisch: Bis 2016 wird das Handelsvolumen im E-Commerce die 586 Milliarden US-Dollar Grenze knacken. Deutsche Mittelständler, die im Reich der Mitte Erfolg haben wollen, sollten jetzt auf den Zug aufspringen. Doch es gibt Fallstricke.
Wer Erfolg bei den durchaus anspruchsvollen chinesischen Kunden haben will, benötigt eine gezielt auf den chinesischen Markt ausgerichtete Online-Verkaufsstrategie. E-Commerce funktioniert dabei nur in chinesischer Sprache, Englisch ist keine Option mehr.
Die Unterschiede beginnen bereits beim Online-Auftritt. Anders als die europäischen Internetkunden erwarten chinesische Online-Shopper keine Top-designte Benutzeroberfläche, sondern wünschen sich eine Seitenübersicht, auf der ruhig eine Vielzahl an Produkten und Bildern vorgestellt wird. Der Grund: Für die Asiaten zählt eine zeitoptimierte Durchsicht des Warenangebots deutlich mehr als beispielsweise einfache Navigation und Ästhetik.
Chinesische Einkaufsplattformen bieten für deutsche Mittelständler eine gute Möglichkeit, den Markteinstieg zum Endkunden zu finden. Die größte Plattform ist TMall vom Marktführer Alibaba . Das ECommerce-Portal verfügt derzeit über einen Marktanteil von knapp 60 Prozent. Etwa 70.000 chinesische und internationale Marken sind hier im Angebot, darunter beispielsweise vom deutschen Reinigungsgerätehersteller Kärcher . Die einfach strukturierte Benutzeroberfläche mit wenigen Navigationsunterpunkten wissen chinesische Kunden zu schätzen.
Ebenfalls anders als in Europa sind die Kommunikationsformen gestrickt. Während hierzulande Servicegespräche am liebsten per Telefon oder E-Mail stattfinden, erwarten chinesische User, dass beim Einkauf die Möglichkeit des Live-Chats gegeben ist. Auch Social Media spielen beim Kaufverhalten in China eine größere Rolle als etwa in Deutschland. Ein Konzept ist beispielsweise, Kunden über Spiele-Apps für das Smartphone anzubinden. Das demonstriert gerade sehr erfolgreich Bosch .
Auch das Zahlungssystem muss chinesische Besonderheiten berücksichtigen. Visa und Mastercard sind zwar bekannt, häufiger genutzt werden aber Zahlungsarten wie Unionpay, Alipay und T-Pay. Besonders das mit 50 Prozent Marktanteil weitverbreitete Alipay sollte jeder chinesische Online-Shop anbieten, lautet das Fazit der Asien-Experten.
