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StudiVZ: Jetzt droht auch noch eine Strafanzeige
13.08.2007 Holtzbrinck wird die Horror-Meldungen nicht mehr los: Nachdem vergangene Woche erst das Studenten-Portal StudiVZ mit Ekel-Videos für Negativ-PR sorgte, macht jetzt der kleine Bruder SchülerVZ Schlagzeilen. Wegen Pornografie und Volksverhetzung droht den Portalbetreibern eine Strafanzeige.
"SchülerVZ ist für Kinder freigegeben und trotzdem wird hier pornographisches Material zur Verfügung gestellt und der Holocaust geleugnet", klagt der Schwetzinger Ralf S. , der die Strafanzeige stellte. Anlass für die Anzeige sind von Nutzern eingestellte pornographische Fotos und Namen von Nutzergruppen, die auf rechtsextreme Inhalte hindeuten. Die Inhalte erfüllen angeblich die Straftatbestände der Volksverhetzung (Paragraf 130) des Strafgesetzbuches und der Verbreitung pornographischer Schriften (Paragraf 184).
SchülerVZ (Selbstdarstellung: "SchülerVZ bietet genau das, was Schüler wollen") wurde im Februar 2007 von der StudiVZ Ltd. gestartet. Damals hatte noch StudiVZ-Gründer Evsan Dariani das Konzept verantwortet, der mittlerweile von StudiVZ-Investor Holtzbrinck Ventures in den Aufsichtsrat weggelobt wurde. Ein ausführlicher 'Verhaltenskodex' und ein eigenes Support-Team sollte eigentlich garantieren, dass es auf der Plattform zu keinen verbalen Ausschreitungen kommt.
Auf iBusiness-Nachfrage wollte StudiVZ-Sprecher Dirk Hensen keinen Kommentar zu den aktuellen Vorfällen abgeben. Er will erst abwarten, bis StudiVZ die Strafanzeige selbst vorliegt. Konstantin Urban , Managing Director von Holtzbrinck Ventures, dagegen war für eine Stellungnahme bis Redaktionsschluss nicht erreichbar. Zumindest letzterer müsste sich aber allmählich fragen, ob Holtzbrinck sich mit seiner 100-Millionen-Euro-Investition mittlerweile nicht mehr Schaden als Nutzen zufügt. Als vergangene Woche die Ekel-Videos von StudiVZ erstmals im Web kursierten, hatte Urban die vielen negativen Schlagzeilen rund um StudiVZ noch als "subjektive Wahrnehmung" der iBusiness-Redaktion abgetan.
Die Frage ist aber zunehmend, welcher Werbetreibende im Umfeld von SchülerVZ und StudiVZ eigentlich noch Werbung schalten lassen will. Schließlich hatte zuerst StudiVZ-Gründer Dariani für Aufsehen gesorgt, als er Frauen unangenehm zu Nahe kam. Dann wiederum müllte StudiVZ deutsche Schulen mit Flyern und Farbe zu. Vergangene Woche dann übertrat StudiVZ eindrucksvoll mit seiner Video-Kampagne die Grenzen des guten Geschmacks.
