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Werbe-Streit: "StudiVZ gibt Kampagnendaten an Dritte weiter"
23.08.2007 Erneut sorgt StudiVZ für negative Schlagzeilen. Nicht nur, dass Investor Holtzbrinck Ventures anscheinend Werbung von anderen Web-2.0-Startups wie Verwandt.de auf dem Studenten-Portal rigoros verbietet. Auch als Werbetreibender von Holtzbrinck-fremden Unternehmen ist man nicht gerade in den besten Händen. So muss man als Werbekunde fürchten, dass Dritte Einsicht in die eigenen Kampagnendaten bekommen.
Der Web-2.0-Unternehmer wollte erneut einen Text-Teaser auf StudiVZ buchen, was seinen Angaben zufolge sowohl die Verantwortlichen des Studentenportals als auch Vermarkter GWP naturgemäß begrüßten. Bevor allerdings die Kampagne starten konnte, kam laut Schmidt das Veto von StudiVZ-Investor Holtzbrinck Ventures . "Verwandt.de wurde untersagt, weiter auf StudiVZ zu werben, weil wir eine Konkurrenz zu einer Beteiligung von Holtzbrinck darstellen würden", klagt Schmidt gegenüber iBusiness.
In der Tat: Holtzbrinck Ventures hatte sich Anfang Juni beim Start-Up FamilyOne beteiligt, wo Internetnutzer wie bei Verwandt.de Familienstammbäume anlegen können (iBusiness berichtete). Dass aber Holtzbrinck nun Werbung von Verwandt.de auf StudiVZ verbietet, bringt Schmidt auf die Palme: "Wenn Holtzbrinck künftig jegliche Werbung von Unternehmen verbietet, die in irgendeiner Weise eine Konkurrenz zu den zahlreichen Beteiligungen des Verlags darstellen könnten, wird StudiVZ von Werbetreibenden nie mehr als neutrale Plattform wahrgenommen." Seiner Einschätzung nach verkomme StudiVZ durch dieses Verhalten zur "Hauspostille" von Holtzbrinck.
Diese Sicht teilt Class van Delden , Bereichsleiter Internetbeteiligungen bei Holtzbrinck Networks, nicht. Ihm zufolge handelt es sich bei der Verwandt.de-Affäre lediglich um einen Einzelfall. So habe Familyone jetzt auf StudiVZ eine Kampagne gestartet, die aktuell noch andauere und damit gleichzeitige Werbung für eine Konkurrenten unmöglich mache. "Wir möchten ja nicht, dass die Holtzbrinck-Beteiligungen benachteiligt werden", argumentiert er.
Verwandt.de-Chef Schmidt aber glaubt einfach, dass StudiVZ-Vermarkter GWP bei seiner Buchung verschwitzt hat, dass Holtzbrinck an einer Familien-Community beteiligt ist. Diesen Vorwurf weist aber Vermarkter GWP zurück. "Es gibt eindeutig keine Ausschlusskundenlisten, die in irgendeinem Zusammenhang zu anderen Holtzbrinck-Beteiligungen stehen", verteidigt sich Carsten Schwecke , Direktor Online der GWP. "Dieses stünde im absoluten Gegensatz zu unserem Vermarktungsauftrag bei studiVZ."
Verwandt.de-Chef Schmidt besänftigen diese Erklärungen nicht. Denn für ihn ist es noch viel schlimmer gekommen. Wie er gegenüber iBusiness erzählt, habe ihm vor kurzem ein Mitarbeiter von Holtzbrinck Ventures zur "erfolgreichen Kampagne auf StudiVZ" gratuliert. "Ich frage mich, wieso ein Mitarbeiter von Holtzbrinck Ventures scheinbar von unserem Kampagnenerfolg weiß und dies gegenüber Dritten äußert", ärgert er sich. "Es handelt sich doch um zwei unterschiedliche Unternehmen und vertrauliche Daten."
StudiVZ-Sprecher Dirk Hensen hört auf Nachfrage von iBusiness "zum ersten Mal von diesem Vorfall". Und auch van Delden kann es sich nicht so recht erklären: "Ich gehe eigentlich davon aus, dass Kampagnendaten unter den Vertragspartnern bleiben", rätselt er. Verwandt.de-Chef Schmidt nützt das aber alles nichts. Er warnt daher Interessenten mittlerweile davor, auf StudiVZ Werbung zu schalten. Denn: "Als Werbetreibender muss man sich die Frage stellen, inwieweit Kampagnendaten vertraulich behandelt werden."
StudiVZ wäre übrigens gut beraten, seine Werbekunden nicht zu vergraulen. Denn wie eine aktuelle iBusiness-Analyse zeigt, ist die Werbeauslastung des skandalträchtigen Studentenportals nach wie vor gering. Was das für den Wert eines Mitglieds der Community bedeutet, lesen iBusiness-Premium-Mitglieder (und solche die es jetzt werden) exklusiv in der kommenden Ausgabe 18/2007 des Multimedia-Trendletters iBusiness Executive Summary (Erscheinungstermin: 10. September 2007). Die Analyse liefert allen Gründern, Investoren und Werbetreibenden wertvolles Knowhow für ihre kommenden Community-Pläne.
Zu: Werbe-Streit: "StudiVZ gibt Kampagnendaten an Dritte weiter"
irgendwie werde ich bei dem Artikel den Eindruck nicht los, das hier gerade eine Krähe der anderen doch das Auge auskratzt ;-))
Ich biete gerne Werbeplätze auf unserem Portal www.virtual-kicker.de an. Dort kann dann www.Verwandt.de gerne und ohne Ärger werben :-)
MfG Frank Sczepurek
