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Die 12 größten SEO-Irrtümer des Jahres 2010
21.07.2010 Keine Suchmaschinen-Optimierung zu machen, ist langfristig schädlich. Allerdings falsches SEO zu machen, kann kurzfristig für ein Online-Projekt tödlich sein, weil es die Website aus dem Index pfeffert. Denn inzwischen sind viele SEO-Ratschläge veraltet, die noch vor kurzer Zeit das Nonplusultra waren.
Das Problem: Google verändert ihn und versucht, technische Maßnahmen, wie SEO eine ist, möglichst auszuschließen. Die Positionsveränderungen durch Google Caffeine sind ein Beispiel dafür.
Was inzwischen nicht mehr funktioniert:
1. "Wenn ich in möglichst vielen Blogs kommentiere, verbessere ich meinen Pagerank"
Kommentar-Spam durch SEOs hat sich zu einem der größten Problemen von Blog-Betreibern entwickelt. Offensichtliche (meist von Robot-Algorithmen generierte) Spam-Kommentare bekommt der Betreiber dank wirksamer Filtermechanismen so gar nicht erst zu Gesicht. Kommentar-Spam in Handarbeit ist durch Filter nicht zu erkennen. Macht nichts. Denn als Reaktion darauf hat sich mittlerweile als Quasi-Standard in alle Links im Kommentarbereich das rel="nofollow"-Attribut durchgesetzt. Das bedeutet nichts anderes, als dass der Suchmaschine gesagt wird: "ignoriere alle Links". Nachdem die Links in Kommentaren aber ausschließlich dafür gesetzt werden, damit die Suchmaschine sie nicht ignoriert (sondern statt dessen als relevanzfördernd wertet), wir damit der ganzen Methode der Sinn entzogen.Folge: Kommentare schaden nicht. Sie nützen nur nichts mehr.
2. "Viele Keywords im Footer steigert meine Suchmaschinen-Position"
Der Trick, Teile einer Webseite mit suchmaschinenrelevanten Schlüsselwörtern voll zu stopfen ("Keyword stuffing") und sie aus Usability-Gründen mittels CSS vor den Nutzern zu verbergen, hat zu harten Abstrafungen durch die Suchmaschinen geführt. In der Folge rieten in der Vergangenheit manche Suchmaschinen-Optimierer, solche Keyword-Wüsten ganz unten in die Websites einzubauen: Hier stört es den Nutzer nicht, aber es hilft.Das stimmt inzwischen immer weniger, denn
- erstens ist Content für Suchmaschinen umso relevanter, je weiter oben er auf der Seite erscheint. Keywords im Footer haben also im besten Fall nur ganz geringen Einfluss auf die Auffindbarkeit der Seite.
- zweitens erkennt Google inzwischen die Häufung von Keywords in der Regel und belegt solche Keyword-Farmen mit einem Malus
3."In die Meta-Tags im Head-Bereich gehören viele relevante Keywords"
Früher waren die beschreibenden Meta-Tags 'Keywords' und 'Description' wichtig, damit Suchmaschinen die vielen hunderttausende im Internet existierenden Webseiten zu indizieren. Heute, zwei Jahrzehnte später, werden sie kaum noch zur Indizierung berücksichtigt. Immerhin: Das Description-Tag zeigt die eine oder andere Suchmaschine im Suchergebnis als Beschreibungstext an. Man sollte also hier hinein schreiben, was ein suchender Mensch lesen soll.4."Wenn ich die Keywords einbaue, die laut Google Adwords häufig gesucht werden, wird meine Seite auch öfter gefunden"
Das stimmt aus zwei Gründen nicht mehr:- Erstens gibt es heute viiiiiel mehr SEOs, die viiiiel mehr Seiten auf relevante Suchwörter optimieren - der Konkurrenzkampf wird also immer stärker und es wird immer schwerer (und teurer und langwieriger), eine Seite nach oben auf der Suchwort-Ergebnisseite ("SERP") zu bringen
- zweitens erkennt Google, wenn ein Keyword nur aus SEO-Gründen platziert wird, weil inzwischen der gesamte Inhalte einer Webseite und die daraus resultierende semantische Wahrscheinlich analysiert wird. Ab einer gewissen Penetranz der Platzierung solcher (von Google als falsch eingestuften) Keywords führt das zum gegenteiligen Effekt: Die Website rast in den Ergebnisseiten in den Keller
5. "Je mehr relevante Schlüsselwörter, um so besser"
Eine hohe Keyword-Dichte ist sinnvoll. Eine zu hohe Keyword-Dichte allerdings ganz und gar nicht. Dann stuft die Suchmaschine die Seite inzwischen als Spam ein. In den einschlägigen SEO-Blogs kursieren die aktuellen Häufigkeitsverteilungen - zur Zeit heißt die Regel "Ein Keyword auf zwanzig normale Wörter". Aber die Google-Algorithmen werden täglich besser, weswegen dieser Wert einer ständigen Veränderung unterliegt.
6. Um schnell Backlinks zu bekommen, baue ich mir die verlinkenden Seiten selber
Jahrelang war das goldene SEO-Rezept folgendes: Man baue eine Link-Bait (mache also eine Aktion, damit viele Seiten auf eine einzelne Seite verlinken) und nutze diese Webseite mit ihrem dann hohen Pagerank, um auf die eigentlich für den SEO relevanten Seiten zu verlinken, was dort wiederum für hohe Suchmaschinen-Positionen sorgt.Aus mehreren Gründen funktioniert diese Methode immer weniger.
- Die Suchmaschine erkennt anhand der IP-Adresse der verlinkenden Website, dass diese aus dem eigenen Haus stammt
- Die Suchmaschine erkennt, dass die verlinkende Seite inhaltlich nichts mit dem Link-Ziel zu tun hat, und ignoriert den Link als Ranking-Faktor
- Die Suchmaschine erkennt anhand des Verlinkungs-Musters, dass sich Webseiten lediglich gegenseitig hochpushen wollen und ignoriert die Links
- Die Suchmaschine erkennt anhand der einheitlichen Link-Ziele den SEO-Ansatz und ignoriert ihn
- Die Suchmaschine erkennt anhand des einheitlichen Linktextes den SEO-Ansatz und 9ignoriert ihn
7. "Ins "Alt"-Tag des Bildes gehören die relevanten Keyords
Das Alt-Attribute dient dazu, zum Beispiel dort, wo kein Bild angezeigt werden kann - beispielsweise bei einem barrierefreien Zugang - den Kontext darzustellen. Die Gewichtung bei der Relevanz ist, wenn überhaupt vorhanden, äußerst gering. Fällt Keyword-Stuffing aber auf, gibts Prügel.8. "Wenn ich möglichst viele Keywords streue, wird meine Seite öfter gefunden."
Das Gegenteil ist der Fall. Denn Google ermittelt die Relevanz einer Webseite anhand eines semantischen Musters ähnlicher Begriffe. Je weiter die Begriffe auseinander liegen, um so irrelevanter ist die Seite für Google. Ideal ist die Optimierung der Seite auf drei bis vier Schlüsselbegriffe, die inhaltlich nahe beieinander liegen.9. "Ich kaufe mir einfach Links"
Wäre in einer idealen SEO-Welt ein prima Gedanke. Funktioniert nur leider immer weniger, denn- erstens kennt Google die einschlägigen Link-Händler und straft entsprechende Links ab
- sind Seiten, auf denen gekaufte Links stehen, in der Regel inhaltlich wenig affin zu der Zielseite und geben ohnehin wenig Relevanz-Power
- werden beieinander stehende Links mit niedriger Affinität zueinander von Google als Link-Friedhof wahrgenommen und gar nicht beziehungsweise negativ verwendet
10."Für meine Kampagne brauche ich schnell noch SEO"
Wer eine neue Seite heute anmeldet, braucht Zeit. Denn die Crawler der Suchmaschinen kommen nur bei Webseiten oft vorbei, die sich oft ändern. Zudem werden Links nur dann als relevant von der Suchmaschine wahrgenommen, wenn sie beständig sind. SEO braucht also vor allem eines: Zeit.Für kurzfristige Kampagnen ist eine SEA-Kampagne im übrigen das bessere Mittel als eine SEO-Aktion.
11. "Irgendwann ist meine Webseite ausreichend optimiert."
Suchmaschinen verändern ihre Algorithmen täglich. SEO-Strategien, die heute funktionieren, können morgen schon überholt oder gar falsch sein. Ohne kontinuierliches Monitoring und dauerhafte Pflege ist eine gute Suchmaschinenposition auch schnell wieder verloren.12. "Um Suchmaschinenoptimierung kümmert sich mein SEO-Mann und meine Agentur
SEO ist mittlerweile ein ganzheitlicher Prozess, der nicht bei einem (technisch orientierten) Optimierer aufgehängt gehört, sondern in der Kommunikationsabteilung eines Unternehmens. SEO, Online-PR, Social-Media-Marketing und Landingpage-Optimierung gehören mittlerweile zusammen - sie sind getrennt überhaupt nicht mehr erfolgreich zu betreiben. Verantwortlich für SEO sind hingegen alle, die irgendwie mit Online-Inhalten zu tun haben. Wenn Texter, Redakteure, Produktverantwortliche keine Ahnung von SEO-Gesetzen haben, dann werden die Seiten, die sie erzeugen auch nur mit hohem Aufwand Suchmaschinen-Optimierbar sein.
