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Studie: VoIP ist Wachstumsmotor im TK-Markt
22.10.2007 Für mehr als zwei Drittel der Fach- und Führungskräfte der Telekommunikationsbranche hat das Telefonieren via Internet als Telekommunikationsdienst bereits heute eine deutlich größere Bedeutung als das klassische Telefonieren. Auch vom Internetfernsehen erhoffen sich die Unternehmen "starkes Wachstum und hohe Margen". Die Akzeptanz beim Kunden ist bislang allerdings noch überschaubar.
Das größte Ertragspotenzial verspricht weiterhin das Geschäft mit DSL-Anschlüssen. Für 70,8 Prozent der befragten Entscheider ist das Breitbandinternet die wichtigste Technik. Verglichen mit anderen Übertragungsstandards holt VoIP allerdings weiter auf. Das Telefonieren über das Internet hat inzwischen einen annähernd gleich großen Stellenwert wie der Mobilfunkstandard UMTS. Mehr als jeder dritte befragte Entscheider stuft VoIP als eine der Top-3-Techniken bei der Übertragung von Daten und Sprache ein. Vor einem Jahr waren es nur gut 20 Prozent.
Hinter VoIP und der klassischen Festnetztelefonie gewinnt laut Studie auch das Internetfernsehen (IPTV) zunehmend an Bedeutung für die Telekommunikationsbranche: Rund 20 Prozent der Befragten zählen IPTV zu den wichtigsten Telekommunikationsdiensten. Das Online-TV profitiere vor allem von der hohen Verbreitung breitbandiger Internetzugänge. Fernsehen über das Internet werde somit in Zukunft weitere Marktanteile gewinnen. Die Anbieter würden die Investitionen in diesem Segment weiter forcieren. Laut Studie erwarten sie hier ein starkes Wachstum und hohe Margen. Vor allem mit zielgruppenspezifischen Inhalten von hoher Qualität wollen sie verstärkt Werbekunden auf die IPTV-Plattformen lotsen.
Das ist allerdings noch reine Zukunftsmusik, wie eine andere Studie ermittelt hat. So hat Deloitte herausgefunden, dass IPTV-Formate wie Timeshift-TV oder Video-on-Demand zwar erhebliche Potenziale böten, würden aber von den Verbrauchern derzeit nicht nachgefragt. Auf die Generierung von Zusatzerlösen über IPTV hoffen daher aktuell erst 25 Prozent der befragten TV-Anstalten (iBusiness berichtete).
Steria Mummert hat außerdem ermittelt, dass immer mehr Kommunikationsanbieter dazu übergehen, unterschiedliche Telekommunikationsdienstleistungen aus einer Hand anzubieten. Um Synergien zu nutzen und die Produktpalette zu erweitern, setzen Entscheider zunehmend auf 'Triple Play' oder sogar 'Quadruple Play', also Fernsehen, Telefon, Mobilfunk und Internet aus einer Anbieterhand. Derartige Angebote würden die Kundenbindung fördern und die Kosten im Backoffice senken, frohlocken die Studienautoren. Besonders bei den Unternehmen, die bei ihrem Umsatz und Gewinn in diesem Jahr ein Wachstum prognostizieren, spielen Triple Play und Quadruple Play laut Studie heute schon eine überdurchschnittlich große Rolle: 42,3 Prozent dieser Unternehmen sähen Triple Play als wichtigsten Wachstumstreiber im Telekommunikationsmarkt.
Die Studie 'Telco Trend' basiert auf einer Online-Befragung, die von Steria Mummert Consulting in Kooperation mit TeleTalk vom 1. Juni bis 31. Juli 2007 durchgeführt wurde. Dabei wurde untersucht, wie die Mitarbeiter der Telekommunikationsunternehmen heute und in Zukunft den Telekommunikationsmarkt einschätzen. Der Telco Trend wird regelmäßig durchgeführt.
