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Woher deutsche Zeitungen ihren Video-Content beziehen

04.07.2008 Der Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger hat eine Liste veröffentlicht, welche Zeitungstitel Bewegtbilder auf ihrer Internetpräsenz anbieten. iBusiness sagt, wer den Markt mit Video-Content beherrscht. Eines ist schon jetzt erkennbar: Hauptsache kostengünstig.

 (Bild: Hightext Verlag)
Bild: Hightext Verlag
Auf über 60 Prozent der Webauftritter deutscher Tages- und Wochenzeitschriften wird den Lesern Viedo-Content angeboten. In konkreten Zahlen reichern mittlerweile 396 Zeitungstitel ihre Websites mit Video-Berichterstattung an. Das geht aus einer Linkliste   hervor, die der Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger   (BDZV) zusammengestellt hat.

Hauptsächlich nutzen die Verlage (45 Prozent) Video-Content von externen Lieferanten oder ergänzen ihre Eigenproduktionen (44 Prozent) mit Material von außen. Gerade einmal elf Prozent der vom BDZV gelisteten Redaktionen setzten ausschließlich auf eigenproduzierte Videos.

Bei den Video-Lieferanten steht die kostenlose Video-Plattform ZoomIn   unangefochten an erster Stelle. ZoomIn ist ein europäischer Videonachrichtendienst, der mittlerweile in den Niederlanden, Belgien, Frankreich, Spanien, Italien und Deutschland aktiv ist. ZoomIn produziert täglich circa 150 Nachrichtenvideos in acht Sprachen aus den Rubriken Inland, Ausland, Börse, Sport, Film, Besonderes, Trends und Unterhaltung. ZoomIn fungiert dabei als Medienpartner und finanziert sich über integrierte Werbung in den Videoclips. Im Gegenzug können die Redaktionen die gelieferten Video-Inhalte kostenlos einbinden. Allerdings sind die Themen der Videos rein überregional und orientieren sich vermehrt an Boulevardthemen.

Rund 15 Prozent der Zeitungen lassen sich ihren bewegtbildlichen Content von Nachrichten-Agenturen wie dpa   oder AFP   liefern oder kooperieren mit lokalen TV-Sendern. Einige Bedeutung für den Markt haben auch RTV   von der Bertelsmann-Tochter   Deutscher Supplement Verlag   mit neun Prozent und der KinoTrailer-Dienst Now-on-Screen   (NOS), den rund sieben Prozent der Zeitungsredaktionen als Content-Lieferant für ihr Bewegtbild-Angebot einsetzten. Die Nachrichtenagentur Reuters stellt vier Prozent der Video-Inhalte den Zeitungstiteln zur Verfügung.

Da die iBusiness-Auswertung auf den öffentlich zugänglichen Linklisten des Verbandes basiert, wurden die Ergebnisse nicht um von mehreren Titeln genutzte Webpräsenzen bereinigt. Denn mitunter nutzen unterschiedliche Regionaltitel eines Verlages ein einheitliches Nachrichtenportal. So die Verlagsgruppe M. DuMont Schauberg  , deren regionale Zeitungstitel wie zum Beispiel die Bonner Rundschau, Kölnische Rundschau oder die Rhein-Sieg Rundschau alle auf das Nachrichtenportal Rundschau-Online   verlinken. Eine solche bereinigte Analyse stellt der BDZV seinen Mitgliedern kostenlos zur Verfügung. Eine kostenpflichtige Version der Analyse soll folgen.
Thema: Woher deutsche Zeitungen ihren Video-Content beziehen

Kommentar von Olaf Groß

Video-Content: Der Anfang ist gemacht, aber auch nicht mehr

Immer mehr Tageszeitungen bieten ihren Lesern im Internet Videomaterial an. Doch eine in sich schlüssige Bewegtbild-Strategie ist bei den Verlagen und Redaktionen noch nicht zu erkennen.

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 (Fotoatelier Koch)
Bild: Fotoatelier Koch
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