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Amazon tappt in die Nazi-Falle
08.06.2009 Amazon gerät aktuell mächtig unter Druck. Deutsche Politiker fordern zum Boykott des Onlinehändlers auf, nachdem der Brandenburger Verfassungsschutz ein Amazon-Partnerprogramm auf dem NPD-Webangebot Nationales Netztagebuch entdeckt hatte.
Laut Recherchen des Tagesspiegels habe Amazon "rechtsextremistische Schriften" im Sortiment. Aus diesem Grund Auch bewertet der Berliner Verfassungsschutz die Partnerschaft zwischen Amazon und der NPD als "absolut problematisch". So droht der SPD-Politiker Walter Momper : "Wenn Amazon die Partnerschaft mit der NPD nicht kündigt, muss man die Firma boykottieren". Volker Ratzmann von den Grünen fordert zudem, dass Amazon sein Sortiment auf rechtsextremes Material durchforsten müsse und entsprechende Titel sofort herausnehmen müsse.
Amazon werde den Sachverhalt prüfen und "nach Abschluss der Prüfung adäquate Maßnahmen treffen", so der Onlinehändler gegenüber iBusiness. Wie diese Maßnahmen dann aussehen könnten, wollte Amazon-Sprecherin Christine Höger gegenüber iBusiness nicht konkretisieren. In der Tat besagt §10 Abs. 1b. der Teilnahmebedingungen an den Partnerprogrammen von Amazon, dass der Affiliate dafür Sorge zu tragen habe, dass auf seiner Webseite "keine Gewaltdarstellung, sexuell eindeutigen Inhalte oder diskriminierenden, beleidigenden, verleumderischen Aussagen oder Darstellungen hinsichtlich Rasse, Geschlecht, Religion, Nationalität, Behinderung, sexueller Neigung oder Alter auf seiner Website erscheinen".
Damit sieht sich Amazon allem Anschein nach außerhalb der Schusslinie. Wie das Unternehmen auch iBusiness noch einmal mitteilte, halte man sich stets an die Einschätzung von Gerichten, Staatsanwaltschaften und der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien. Ansonsten nehme man "bei der Beantwortung der Frage, ob ein Produkt vertrieben werden sollte, keine eigene Wertung vor".
Zu: Amazon tappt in die Nazi-Falle
http://www.tagesspiegel.de/berlin/Brandenburg-Amazon-NPD;art128,2818033
