Jetzt zum Webinar anmelden
November 2026 · Unser Geburtstagsgeschenk
35 Jahre iBusiness.
Im November alles frei lesen.
Zum Jubiläum öffnen wir alle iBusiness-Inhalte: vom 1. bis 30. November, für alle, ohne Anmeldung und ohne Bezahlschranke.
Alle Inhalte im November kostenlosRegistrieren Sie sich kostenlos und abonnieren Sie anschließend den iBusiness-Newsletter. So bleiben Sie bei den Themen auf dem Laufenden, die für Sie zählen.
Interaktivagenturen: Wo der Umsatz in den kommenden Monaten herkommen soll
02.06.2021 Auch an vielen Digitalagenturen ist die Corona-Pandemie nicht spurlos vorbeigegangen. Dennoch sind die Dienstleister optimistisch. Eine Sonderauswertung der iBusiness-Datenbasis zum aktuellen Internetagentur-Ranking zeigt, woher die Umsätze stammen, welche Branchen Aufträge vergeben und wo Potenziale liegen, beziehungsweise was die Agenturen umtreibt.
HANDLUNGSRELEVANZ
|
|
Operativ |
Strategisch |
Visionär |
|
Technik |
|
|
|
|
Medien |
|
|
|
|
Wirtschaft |
|
|
|
|
|
heute |
morgen |
übermorgen |
Hintergrund: In den Vorjahren hatte das Internetagentur-Ranking deutlich mehr Agenturen gelistet als in diesem Jahr. Klar ist, Covid-19 hat viele Digitalagenturen und deren Kundenunternehmen hart getroffen. Die Pandemie hat die Digitalisierung zwar in vielen Bereichen stark vorangetrieben, aber auch viele Agenturkunden besonders aus den Branchen Tourismus, Automotive, Events & Messen oder dem stationären Handel, vor existenzielle Fragen gestellt. In der Folge wurden Investitionen gerade im Marketing zurückgefahren oder größere Digitalisierungsprojekte auf die lange Bank geschoben. Das dürfte für den einen oder anderen Fall zu unbefriedigenden Umsatzzahlen geführt haben; ein Grund, sich nicht am Ranking zu beteiligen. Eine Sonderauswertung der iBusiness-Datenbasis zum aktuellen Ranking enthüllt, woher die Umsätze der deutschen Digitalagenturen stammen, welche Branchen investieren und wo Potenziale für Agenturen brachliegen.
Und das zeichnet sich bereits im aktuellen Ranking ab. So zeigt eine Auswertung der aktuellen Subrankings, in denen die jeweils umsatzstärksten Dienstleister nach Anwendungsbereich gelistet werden, dass sich die Umsätze, zumindest bei den großen Agenturen, im Corona-Jahr in den Geschäftsbereichen stark verschoben haben. Die Umsätze der Top-20-Agenturen im Segment Digitale Transformation, Strategie und Beratung sind im Vergleich zum Vorjahr im Schnitt um 30 Prozent gestiegen. Leicht zugelegt (5,4 Prozent) haben die Agenturumsätze rund um das Plattform-Geschäft, E-Commerce und Services, während die Umsätze der Top-20-Agenturen aus dem Bereich Digitale Werbung/Kommunikation um fast 25 Prozent eingebrochen sind.
Nach Tätigkeitsbereichen betrachtet, setzen die deutschen Full-Service-Internetagenturen über ein Drittel (35 Prozent) des Branchen-Umsatzes mit technischen Projekten um. 12,9 Prozent Umsatzanteil entfallen auf den Bereich Beratung/Strategie. Weitere 12,4 Prozent der gesamten Branchen-Erlöse stammen aus dem Sektor Account-/ Projektmanagement. 10,2 Prozent der Einnahmen werden mit Konzeption (User Experience Design) und weitere 9,9 Prozent mit Art Direction (User Interface Design) erzielt. Auf inhaltliche Umsetzungen entfallen 6,8 Prozent der Agenturumsätze.
Mit technischen Projektumsetzungen wird nicht nur der höchste Umsatzanteil der Agenturen erwirtschaftet, dort sind auch die meisten MitarbeiterInnen angestellt: Ein Drittel (33,8 Prozent) aller Beschäftigten der größten deutschen Digitalagenturen haben im Bereich Technische Umsetzung/Development ihren Arbeitsplatz. Weitere tragende Tätigkeitsbereiche für die gesamte Branche sind die Bereiche Strategie/Beratung und Projektmanagement, in denen zusammen ein Viertel (25,4 Prozent) aller fest Angestellten ihren Wirkungskreis hat.
Ein Blick in die Verteilungen zeigt, wie sehr sich das traditionelle Frauenbild bei Deutschlands größten 159 Agenturen in der Mitarbeiterverteilung widerspiegelt: So arbeiten am meisten Frauen in traditionellen Frauenberufen. Exakt zwei Drittel (66 Prozent) aller Verwaltungsstellen sind bei Agenturen mit Frauen besetzt. Ebenfalls Frauendomänen bei Digitalagenturen sind mit jeweils 60 Prozent die zwei "Du als Frau bist doch gut in Kommunikation"-Ressorts: Social Media und Public Relation/Content-Development.
Deutlich unterdurchschnittlich besetzt sind die Kernkompetenzen der Agenturen: Neben der Qualitätssicherung sind das Strategie, Beratung und - ganz schwach - Programmierung. Basierend auf den von den Agenturen genannten Frauen-Prozentangaben im Fragebogen zum Internetagentur-Ranking haben wir pro Agentur die Zahl der Frauen, die in den jeweiligen Positionen arbeiten, errechnet und addiert. Diese Zahlen haben wir jeweils mit der Branchen-Gesamtmitarbeiterzahl pro Abteilung verglichen. Die folgenden Zahlen sind also Gesamtbranchen-Zahlen, nicht Mittelwerte:
Nicht abgefragt im Internetagentur-Ranking wurden die Geschäftsführungs-/Vorstandpositionen.
Transformation, Personal und Agilität: Welche Themen die Agenturen umtreiben
Bei der Abfrage verschiedener Thesen zum Markt der digitalen Wirtschaft gibt es ein Kernthema, das bei den Agenturen besonders hohe Zustimmung findet: "Auch das kommende Jahr wird ganz im Zeichen der Digitalen Transformation stehen." Das ist wenig verwunderlich, denn gerade die Pandemie hat verdeutlicht, dass das Digitale in nahezu allen Geschäftsprozessen der gesamten Wirtschaft und Industrie unumgänglich ist. Mehr denn je ist Digitale Transformation essenzielles Thema. Der Wunsch der Kundenunternehmen nach Digitaler Transformation bleibt zweifelsohne der Treiber im Agenturgeschäft. Bei immer mehr Unternehmen setzt sich die Erkenntnis durch, dass man seine (stark wachsenden) Online-Geschäftsfelder mit seinen klassischen Geschäftsfeldern vermählen muss, um in Zukunft wettbewerbsfähig zu sein.Entsprechend zieht das Geschäftsfeld rund um Strategie, Beratung und digitale Geschäftsprozesse bei den Digitalagenturen weiterhin stark an. Diese Entwicklung bestätigt auch die aktuelle Erhebung zum Wirtschaftsklima des Interaktivmarktes. Für Digitalagenturen haben sich digitale Geschäftsprozesse und internetgetriebene Transformation bereits zum wichtigsten Geschäftsfeld entwickelt. Vor allem die großen und mittelgroßen Agenturen haben in diesem Feld ihre Kompetenzen bereits gestärkt und bauen sie weiter aus.
Nicht zu entspannen scheint sich die Personalfrage. Die These "Größte Herausforderung ist, fachlich geeignetes Personal zu finden" findet seit Jahren regelmäßig höchste Zustimmung bei den befragten Agenturen. Das Thema ist nicht vom Tisch, denn überall in der deutschen Wirtschaft fehlt es an Fachkräften, der Weiterbildungsbedarf läuft aus dem Ruder. Es mangelt an Digital-Experten, die entsprechendes Know-how haben und digitale Prozesse managen, beziehungsweise umsetzen können. Besserung ist nicht in Sicht. Im Gegenteil. Fachkräftemangel in der Internetwirtschaft wird strukturell schlimmer:
- Der Digitalanteil in den Unternehmen steigt - immer mehr Arbeitnehmer brauchen Internet-Fähigkeiten.
- Die Dienstleisterszene, die digital Hochgebildete benötigt, wächst, weil PR-Agenturen und Berater, Systemhäuser und Werbeagenturen in das Geschäft um digitale Transformation und Internet-Kommunikation einsteigen.
- Aufgrund der großen Nachfrage steigen die Gehälter für Digital-Experten exorbitant.
- Der Anteil der Berufseinsteiger, die sich selbstständig machen, statt sich einstellen zu lassen, wächst.
- Die Zahl der Berufseinsteiger sinkt demografisch.
- Digitale Herausforderungen wachsen, wodurch die Anforderungen an digital beschäftigte Arbeitnehmer steigen.
Neben den 'Sonstigen Branchen' sind es vor allem 24 nennenswerte Branchen, mit denen die Agenturen ihre Umsätze machen. Mit 13 Prozent Anteil am Branchenumsatz machen Aufträge aus dem 'Handel und Versand' den höchsten Anteil im deutschen Agenturmarkt. Auf Aufträge 'Industrielle Verbrauchsgüter' entfallen 6,7 Prozent, gefolgt vom Kraftfahrzeugmarkt mit 6,3 Prozent. Abgenommen haben Medien-Projekte für Agenturen. Sie generieren aktuell nur 3,2 Prozent der Dienstleister-Umsätze, während sie im Vorjahr noch mit 5,2 Prozent Anteil am Umsatz zu Buche schlugen.
