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Terrorgefahr durch Kriegsdrohnen
29.03.2016 Drohnen liegen im Trend. Und der Markt boomt. Branchenexperten schätzen, dass 2015 weltweit rund vier Millionen unbemannte Fluggeräte verkauft wurden - bis zu 300.000 davon allein in Deutschland. Doch mit der stark wachsenden Zahl verkaufter Drohnen steigt durch die unsachgemäße Handhabung nicht nur die Gefahr für den Luftverkehr.
Zunehmend werden Drohnen auch zu todbringenden Kampfmaschinen umgerüstet. Aber gegen diese Killer-Drohnen gibt es bisher weder Schutz noch Gegenmaßnahmen. Der Gesetzgeber scheint die Gefahren noch nicht erkannt zu haben oder zu ignorieren, wie der Hightech-Presseclub mitteilt. Das Bundesinnenministerium verweigert die Gesprächsbereitschaft.
In Deutschland gibt es noch nicht einmal eine Registrierungspflicht (wie seit kurzem in den USA). Wer Drohnen gewerblich nutzt, muss zwar viele Auflagen erfüllen. Privatleute fliegen aber völlig frei in der Gegend herum. Haben sehr oft keine Ahnung von den Gefahren, den Sicherheits- und Haftungsrisiken. "Obwohl die bestehenden Aufstiegsgenehmigungen einen sicheren Betrieb gewährleisten sollen, sieht die Realität leider zunehmend anders aus", so die Piloten-Vereinigung Cockpit .
Ob sie gegen Hochhäuser oder auf Skipisten krachen, ob sie über AKWs auftauchen, auf Sicherheits- oder Spionageflug sind, Drogen und ähnliches direkt ins Gefängnis fliegen, landende Verkehrsjets nur knapp Kollisionen oder Abstürzen entgehen, nur in Ausnahmefällen können Besitzer identifiziert werden. Neben einer Registrierungs- fehlt es auch an einer Schulungspflicht hierzulande. Und der Trend ist ungebrochen, wie die Cebit zeigte: "Es hat mich überrascht, wie groß das Interesse war, gerade auch bei professionellen Anwendern", erzählt Aussteller Lothar Assenmacher von der Kasseler Leica Geosystems . Seine Aibotik X6-Drohne hat sechs Rotoren und kostet 28 000 Dollar - die dreitägige Schulung gibt es gratis dazu.
Dabei sind die Warnungen schon sehr alt: Vor dem drohenden Digitalkrieg hatte beispielsweise iBusiness bereits im Jahr 2011 gewarnt.
Am Drohnenhimmel herrscht Wild-West-Stimmung.
Antidrohnensysteme sind noch nicht im Handel erhältlich. Die US-Luftsicherheitsbehörde FAA hat nach jährlich mehreren hundert Pilotenberichten über Drohnensichtungen das SkyTracker-Abwehrsystem für den Einsatz an den großen Airports des Landes gerade getestet. Das US-Unternehmen Battele in Columbus versucht mit dem Drone-Defender mit Radiowellen in einem breiten Frequenzspektrum bisher mit mäßigem Erfolg Fernsteuerung oder GPS-Signal zu stören.Einzig das Kasseler Start-up Dedrone , das demnächst sein Headquarter nach San Francisco verlegt, hat ein angeblich wirkungsvolles System zur Drohnen-Ortung entwickelt: Das Multi-Sensor-System soll die je nach Typ und Modell variierenden Merkmale wie Form, Geräusch, Größe und Bewegungsmuster mit mehreren Sensoren erkennen - auch Drohnen, die wie Vögel aussehen, Drohnen, die gleiten und Drohnen, die mit Autopilot fliegen und keine Frequenzen senden.
Aber einen Aus-Knopf oder einen Selbstzerstörungsmechanismus, um sich gegen Drohnen-Attacken wehren zu können, gibt es bisher nicht. Hersteller und Politik sind gefragt, bevor man - wie immer völlig überrascht - die ersten Katastrophen erleben muss.
