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HP: "Second Life ist kein gutes Werbemedium für große Marken"

von sr

11.04.2007 Wenig Reichweite und ein schlechtes Werbeumfeld: Der Computer-Konzern Hewlett-Packard (HP) warnt Werbetreibende ausdrücklich vor Marketing-Aktivitäten in Second Life. Es sei denn, Werbetreibende hätten ein Interesse daran, dass ihre Kampagnen in der virtuellen Lebenswelt von "herumfliegenden Genitalien" begleitet werden.

 (Bild: Arctic)
Bild: Arctic
"Second Life ist zwar eine Web-2.0-Anwendung, die Werbetreibende erforschen und verstehen sollten", startet Eric Kintz , Vizepräsident Global Marketing bei Computer-Riese Hewlett-Packard  , seine Kampfansage   an Second Life  . "Vom Nutzen der Marketingaktivitäten in der virtuellen Lebenswelt bin ich aber nach wie vor nicht überzeugt."

Kintzs Einschätzung zufolge ist Second Life kein gutes Werbemedium für Markenartikler. "Die virtuelle Lebenswelt bedient in erster Linie die Wünsche von Erwachsenen", meint Kintz zweideutig. "Und wer will schon riskieren, dass sein Presse-Event von herumfliegenden Genitalien gestört wird?"
Laut HP erreichen Werbetreibende in Second Life zudem nur wenig potenzielle Interessenten. "Bei Second Life können sich maximal 100 Leute an einem Ort zur selben Zeit aufhalten", argumentiert Kintz. "Das ist nicht gerade eine beeindruckende Statistik für eine große Marke." Dazu kommt, dass viele IT-Administratoren den Zugang zu Second Life blocken. Und damit weitere mögliche Adressaten für Werbebotschaften außen vorlassen.

Nach Meinung der Kasseler Multimedia-Agentur Plusx    ist die Abrechnung von HP "mit Abstand die billigste Kampagne, um derzeit in den Medien im Zusammenhang mit Second Life erwähnt zu werden". Geschäftsführer Christoph Wörner : "Second Life oder eine ähnlich geartete Software werden das Internet revolutionieren. Für eine etablierte Marke ist ein Auftritt in Second Life nicht nur sinnvoll, sondern ein unbedingtes Muss, um ihre Stellung zu behalten."
Wörners Meinung nach wird der digitale Produktverkauf durch die Ansprache über digital personifizierte Verkäufer "ungeahnte Steigerungen" erfahren. Second Life sei daher insbesondere für Unternehmen und Institutionen mit einer breiten und großen Zielgruppe im B2C-Bereich interessant. Die Kasseler Agentur hat erst kürzlich für den Hessischen Rundfunk   ein Second-Life-Event realisiert.

Auch nach Einschätzung des Online-Vermarkters Orangemedia  , verantwortlich für eine Kampagne zum Windows Live Messenger   in Second Life, ist die virtuelle Lebenswelt sinnvoll und notwendig. Geschäftsführer Rasmus Giese : "Immer mehr Menschen sehen Second Life als zeitintensives Hobby. Und hohe Reichweite mit starkem Involvement ist doch der Traum eines Werbers." Und für Lisa Marahiel von Exozet    bietet Second Life "durch den enormen Medienhype sich gute Chancen, um Unternehmen oder Produkte innovativ darzustellen".

HP ist nicht der erste Großkonzern, der hart mit der virtuellen Lebenswelt ins Gericht geht. Erst vor gut einem Monat hatte Jochen Sengpiehl , Marketingleiter von Volkswagen   (VW) seinem Unmut gegenüber Second Life Luft gemacht: "Die Menschen sollten ihre Energie in der realen Welt einsetzen, statt sie in der virtuellen Welt zu vergeuden."
Ein Großteil der Nutzer sieht es übrigens ähnlich wie die prominenten Second-Life-Kritiker. So finden einer aktuellen Studie der Hamburger Agentur Komjuniti   zufolge die Angebote von Markenfirmen in Second Life bei Kunden nur wenig Anklang. 72 Prozent der befragten Second-Life-Nutzer sind enttäuscht von den Firmen-Angeboten in der virtuellen Welt. Und nur sieben Prozent der Studienteilnehmer können sich vorstellen, dass Second Life einen positiven Einfluss auf das Image der Marken ausübt oder das Kaufverhalten der Kunden beeinflusst (iBusiness berichtete).

Laut Second-Life-Betreiber LindenLab   sind derzeit mehr als fünf Millionen Nutzer in der virtuellen Lebenswelt registriert. Allerdings sind lediglich zehn Prozent aller registrierten Mitglieder auch regelmäßig in der 3D-Welt unterwegs.

Thema: HP: "Second Life ist kein gutes Werbemedium für große Marken"

Kommentar von sr

Angst vor Web 3.0

VW hat es vorgemacht, HP zieht jetzt nach: Second-Life-Bashing entwickelt sich immer mehr zu einem Trend unter den internationalen Großkonzernen. Kein Wunder, denn wie sollen sich diese Konzerne auch mit den Vorboten des Web 3.0 anfreunden können. Wenn sie doch noch nicht einmal vollständig im Internet 1.0 angekommen sind.

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 (Boris Giesl)
Bild: Boris Giesl
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Horst D. Deckert

Zu: HP:

Alles soll so bleiben wie es ist. Wie in der guten alten Zeit vor dem Internet. Endlich haben die klassischen Werbeagenturen auch ein Medium im Internet.

Als der Begriff "Inquisition" nicht mehr tragbar war, hat man sie in den 60er Jahren in "Glaubenskongregation" umgetauft. Man könnte dazu auch "second death" sagen, denn für Betroffene hat sich nicht viel geändert.

Für die "Geldvernichtungsmaschine klassische Werbung" wurde jetzt "Second Life" erfunden. Klingt doch eindeutig besser als "Second Death", oder?
Horst D. Deckert

Zu: HP:

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Als der Begriff "Inquisition" nicht mehr tragbar war, hat man sie in den 60er Jahren in "Glaubenskongregation" umgetauft. Man könnte dazu auch "second death" sagen, denn für Betroffene hat sich nicht viel geändert.

Für die "Geldvernichtungsmaschine klassische Werbung" wurde jetzt "Second Life" erfunden. Klingt doch eindeutig besser als "Second Death", oder?
Horst D. Deckert

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Horst D. Deckert

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Horst D. Deckert

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Als der Begriff "Inquisition" nicht mehr tragbar war, hat man sie in den 60er Jahren in "Glaubenskongregation" umgetauft. Man könnte dazu auch "second death" sagen, denn für Betroffene hat sich nicht viel geändert.

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