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Digitaler Wandel in Bibliotheken: Kulturelle Bildung spielt tragende Rolle
07.09.2018 Eine aktuelle Studie zeigt, dass Kulturelle Bildung für über 80 Prozent der Großstadtbibliotheken und rund 40 Prozent der Gemeindebibliotheken von wesentlicher Bedeutung bei der Gestaltung der Digitalisierung ist.
Demnach hat die kulturelle Bildung bei der Gestaltung des digitalen Wandels hohe Bedeutung. Mit rund 120 Millionen Besuchen pro Jahr zählen die circa 7.400 Öffentlichen Bibliotheken in Deutschland zu den am meisten frequentierten Kultur- und Bildungseinrichtungen. Neben einem Bestand von 90 Millionen physischen Medien können derzeit mit 72 Millionen fast ebenso viele virtuelle Medien in Bibliotheken ausgeliehen werden.
Zusätzlich werden Tablet-Rallyes, Gaming-Events, Workshops mit VR-Brillen oder 3D-Druckern angeboten. Die Angebote reichen dabei von Leseförderung, Literaturvermittlung, Schreib- und Medienwerkstätten und Ausstellungen bis hin zu Konzerten, Gaming und vielfältigen Kombinationsformen. Zudem gaben 75 Prozent der Bibliotheksleitungen an, durch digitale Angebote Kultureller Bildung ein jüngeres Publikum besser anzusprechen zu können. Auch die Räume wandeln sich - Leselounges, Makerspaces oder Lernorte mit PCs kommen hinzu. Allerdings vollzieht sich der Wandel in den ländlichen und kleinstädtischen Umgebungen anders und langsamer als in den großstädtischen.
Die Digitalisierung bietet auch neue Chancen für Kooperationen: Eine deutliche Mehrheit der Bibliotheken sieht laut Studie besonders großes Potenzial bei Schulkooperationen und in der Zusammenarbeit mit Kitas. Die Studie zeigt auch, dass im Zuge des digitalen Wandels neue fachliche Anforderungen an das Personal in Bibliotheken entstehen und die Digitalisierung die Mitarbeit auch nicht-bibliothekarischer Fachleute erfordert, vor allem von Experten aus der Kulturellen Bildung, der Medienbildung und der Informationstechnologie. Ein deutliches Gefälle zwischen Stadt und Land zeigt sich in Ausstattungs- und Entwicklungsfragen. Aus der Umfrage geht weiterhin hervor, dass ideelle und finanzielle Unterstützung von Seiten der Politik für die Weiterentwicklung der Bibliotheken essentiell ist.
