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Was Shops 2014 tun müssen: Die zehn Zukunftstrends der Kundenbindung
15.07.2014 Sind Shop und Onlinemarketing durchoptimiert - also: die Grenzen des Wachstums erreicht - wird für Onlineshops die Kundenbindung zum wichtigsten Renditebringer. Kundenbindung wird darum zum Megatrend im E-Commerce: Wer das Vertrauen bereits überzeugter Kunden bindet, wird am Markt überleben. Zehn Zukunftstrends zeigen, was Shops tun müssen, um für die kommenden Jahre aufgestellt zu sein.
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Statt weiter an der Konversion zu feilen oder viel Geld mit wenig Erfolg in die Kundenakquise zu pumpen, kann der Weg auch einfach lauten: den Lebenswert des einzelnen Kunden zu erhöhen. Diese Strategie empfehlen zahlreiche Online-Marketing- und ECommerce-Experten, die iBusiness befragt hat. Die Argumente für mehr Kundenbindung, statt verstärkte Kundenakquise: Bereits konvertierte Kunden lassen sich genauer ansprechen, weil Erkenntnisse über sie vorliegen, sie sind mehr Wert, weil sie dem Shop bestenfalls vertrauen und mehr auszugeben bereit sind. Und das Beste: Der Ausgabenposten Akquise ist bereits abgehakt, denn der Shop hat sie schon gewonnen.
Die Tipps der Kundenbindungsexperten lassen sich in ein Substrat aus zehn Trends fassen: Die zehn wichtigsten Maßnahmen für Kundenbindung, die Shops in den kommenden zwei Jahren anpacken müssen.
| Trend eins: Echtzeit-Service |
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Das bedeutet aber auch: Service muss sofort geboten werden - auf eine dringende Anfrage, auf Interesse zu einem Produkt müssen die Shops sofort reagieren. Damit wird Echtzeitservice zu einem Tool der Kundenbindung: Wenn Konsumenten wissen, dass sie sofort Hilfe bekommen, sinken Kaufbarrieren; ein Shop, der auch noch nach dem Kauf ohne Verzögerung berät, ist stark.
Knackpunkt: Eine stets erreichbare Hotline oder einen Rund-um-die-Uhr-Chatservice können sich nur die Amazons dieser Welt leisten, doch auch kleinere Shops haben mit einer guten Strategie die Gelegenheit mitzumischen:
- Der Chatroom eines Shops ist nur zu Besucherstoßzeiten besetzt und erreichbar
- Der Hinweis auf einen Livechat-Service wird nur während der tatsächlichen Geschäftszeiten eingeblendet
- Möglichst viel Stoff für Kundenfragen muss in prominent kommunizierten Selfservice-Tools aufgefangen werden - siehe Trend zwei.
| Trend zwei: Selfservice |
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- FAQs
- Suchleisten
- Blogs
- Customer Communities
- Apps
- Virtuelle Berater/Servicedatenbanken
- Serviceseiten
- Video-Tutorials
| Trend drei: Reale, größtmögliche Individualisierung |
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Um nicht in Daten zu ertrinken und vor dem schieren Individualisiserungsaufwand zu verzweifeln, gilt es, eine Datenstrategie zu entwickeln. Diese kann aus Beschränkung auf einige wenige Ziele und die Auswertung einer überschaubaren Zahl an Datensets bestehen - die Hauptsache ist, dass es zu wirklichen Maßnahmen kommt, anstatt dass es nur bei Vorhaben bleibt. Dabei kann Automation einen Beitrag leisten.
| Trend vier: Marketing-Automation |
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Außerdem setzen automatisierte Lösungen Kapazitäten frei, die die Mitarbeiter dann in anspruchsvollere strategische Probleme oder in Echtzeitservice investieren können.
| Trend fünf: Crossmedia |
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Beispielsweise sollte das physische Produkt selbst mit dem Onlinemarketing vernetzt und so zum Kundenbindungstool werden, sagt Stefan Hövel, geschäftsführender Gesellschafter bei der Strategieberatung für digitales Marketing Exelution Zoom GmbH . "Das geht entweder über digitalisierte Elemente wie QR-Codes, zukünftig Bilderkennung, NFC oder andere Technologien, notfalls über aufgedruckte URLs." Wenn das alles nicht möglich sei, sollte wenigstens ein Produkt-Code und eine Service-Website vorhanden sein, in die man diesen Code auch eingeben kann.
Ein weiterer Ansatz zur Vernetzung von Online- und Offlinekundenbindung sind Newsletter, die auf reine Präsenzhandelsaktionen und -angebote hinweisen. Auch Mobile als eigener Themenkosmos mit Mehrwert wird relevant, sagt Jörg Rensmann, geschäftsführender Gesellschafter des Software- und App-Anbieters Infomantis GmbH : "Der Kunde soll das Smartphone auch nicht nutzen, um mein Produkt und meinen Preis mit möglichen Alternativen zu vergleichen. Über den Aufbau von mobilen Erlebniswelten muss es gelingen, dass der Kunde seine Zeit nutzt, sich mit meiner Markenwelt auseinanderzusetzen."
| Trend sechs: Datenbarrieren senken |
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| Trend sieben: Marketing ist tot, es leben Service und Content |
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Immer wieder werden beispielsweise Apps als Instrument der Kundenbindung gefeiert, da sie den Nutzer auf dem intimen Ort des Handys erreichen und - einmal installiert - eine durchaus hartnäckige Visitenkarte des Unternehmens sein können. Damit die Menschen sie aber auch nutzen, dürfen sie nicht zu Marketing-Schleudern verkommen, sondern müssen relevanten Mehrwert bieten - indem Apps stärker auf Service setzen als auf Werbebotschaften, lassen sie sich zu Kundenbindunsinstrumenten ausbauen: Stefan Höbel nennt als Beispiele die App, die das Dämpfer-Setup bei einem Mountainbike erklärt, oder die Rezepte-App als Ergänzung zu einem Küchengerät.
Dieser Trend wird von Apps auf alle Bereiche des E-Commerce ausstrahlen: Service, Content und Mehrwert ersetzen das Marketing, prognostiziert auch Paul Gebhardt, Geschäftsführer des Geschenkkarten- und Bonusprogramm-Anbieters Bonusbox : "Die Frage die sich jeder Onlinehändler stellen muss lautet: 'Wie schaffe ich es, einen Mehrwert neben dem eigentlichen Produkt anzubieten und so die Preisvergleichbarkeit zu minimieren?'" So erklärt ein Kaffeezubehöranbieter in einer Videoserie verschiedene Zubereitungsmethoden für Kaffee, ein Küchenzubehöranbieter legt ein eigenes Magazin auf.
| Trend acht: Legal Big Data |
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Big Data ist ein zweischneidiges Tool: Zum einen verzweifeln Marketers immer noch vor seiner nahezu unüberschaubaren Komplexität - zum anderen ist das technisch Machbare nicht zugleich auch das gesetzlich Erlaubte oder das vom Kunden Erwünschte. Shops müssen künftig Daten so anlegen und verwalten, dass stets einsichtig ist, welche Erlaubnisse ihnen die Kunden mit den Daten übertragen haben und welche nicht: Gemeinsam mit den Daten müssen die Permissions verwaltet und gepflegt werden - nicht nur um Rechtssicherheit zu erlangen, sondern auch um gegebenenfalls diese Permissions gezielt im Dialog mit dem Kunden auszubauen, sagt Sebastian Pieper: "Die Einholung, Verarbeitung, Archivierung aber insbesondere der Ausbau (Opt-Up) dieser Einwilligungen ist im Rahmen eines IT-gestützten Datennutzungsmanagements ein erfolgskritischer Faktor. Es gilt, den Schritt zu gehen von Big Data zu Legal Big Data."
| Trend neun: Ursachenforschung |
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Es kommt zunehmend darauf an, die vorhandenen Daten zu begreifen, statt immer größere Bestände aufzubauen, deren Aussagekraft im Dunklen liegt. Shops brauchen Datenstrategien, müssen Daten begreifen, wenige Sets auswerten, statt möglichst viele im Blick zu haben, und am Ende am eigenen Anspruch zu ersticken: "Kunden kaufen heute in den unterschiedlichsten Kanälen. Hierbei ist meist nicht eindeutig auszumachen, welche Marketing-Gattungen die Bestellung angestoßen oder verstärkt haben", sagt Rene Kulka. Und Sebastian Pieper sieht drei große Herausforderungen, um die Antriebe und Werkzeuge von Kundenbindung richtig zu begreifen:
- Erfolgsrelevante KPIs müssen bekannt sein,
- die Wirkungszusammenhänge zwischen den KPIs müssen bekannt sein oder erforscht werden
- neue kritische Erfolgsfaktoren müssen identifiziert werden.
| Trend zehn: Nutzerhierarchisierung |
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Bei der Kundenbindung wird es immer mehr eine Hierarchisierung der Nutzer nach Wert geben - doch das heißt nicht zwingend, dass die Kunden mit den vollsten Warenkörben am stärksten umworben werden: Ralph Sonntag , Berater und Hochschullehrer der Hochschule für Technik und Wirtschaft Dresden prognostiziert, dass die Identifikation und Ansprache von Influencern, von Meinungsmultiplikatoren, besonders wichtig wird, deren Stimme etwa in sozialen Medien Gewicht hat: "Hierfür sehe ich spezielle Word-of-Mouth-Kampagnen als ein Instrument."

