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Vielversprechende Oberfläche: Welches Potenzial in Interactive Whiteboards steckt

08.12.2010 Interactive Whiteboards werden die Schulnische verlassen. Mit der interaktiven Tafel kommt das Collaborative Working des Mitmachnetzes in den Konferenzraum: als kraftvolles Rationalisierungs- und Kommunikationstool.

 (Bild: eBeam)
Bild: eBeam
 (Bild: eBeam)
Bild: eBeam
Interactive Whiteboards werden ihr Nischendasein beenden und den Präsentations- und Tagungs- und Seminarmarkt erobern. Dafür ist das kontinuierliche Anziehen der Verkäufe dieses und im vergangenen Jahr ein Trendindikator.

Denn vergangenes Jahr machten interaktive Whiteboards erstmalig einen weltweiten Umsatz von mehr als einer Milliarde Dollar, dieses Jahr knackten die Verkaufszahlen die Millionen-Marke. Was bei Stückpreisen von 1.500 bis 2.000 Euro bei den meisten Modellen zu weiteren Umsatzsteigerungen führen dürfte.
International sind die interaktiv-digitalen Alternativen zur Kreidestaub-Tafel im Kommen, auch Deutschland schließt sich langsam an.

In anderen Ländern sind Interactive Whiteboards bereits etabliert. Bestes Beispiel und Vorreiternation in Europa ist England. Während im Vereinigten Königreich in drei von vier Klassenzimmern eines hängt, Tendenz weiter steigend, sind in Deutschland etwa fünf Prozent der gut 1,2 Millionen Klassenräume damit ausgerüstet.

Doch auch hier steigt die Verbreitung der interaktiven Tafellösungen, die Desktop-Funktionen dorthin holen sollen, wo aktuell noch mehrheitlich Schiefertafeln hängen.

Die Hersteller unterdessen hoffen auf ein großes Geschäft und loben die Möglichkeiten der digitalen Tafeln über den grünen Klee: Das Whiteboard kann den Unterricht beleben und die medial aufgeschlossenen Schüler begeistern. Doch ist es bei Weitem nicht damit erledigt. Enormes Potenzial für das interaktive Whiteboard liegt darin, Räume an das Internet anzukoppeln, in denen bisher offline - mit Flipchart und Tafel gearbeitet wurde: Das kann jeder Raum in einer Agentur oder Firma sein, in dem sich die Mitarbeiter zur Konferenz versammeln.

Der unerschlossene Markt: Tagungen, Konferenzen, Präsentationen...

Doch die eigentliche Zahl, die Interactive Whiteboards attraktiv macht, ist nicht die der Klassenräume, sondern die der Konferenz-, Seminar- oder Tagungsräume. Hier liegt enormes Potenzial brach für Systemintegratoren und alle anderen, die im Enterprise 2.0 tätig sind.

Denn was das interaktive Whiteboard für privatwirtschaftliche Arbeitsabläufe so spannend macht, ist die Abschaffung eines Medienbruchs: Die Digitalität endet an der Schwelle zum Tagungsraum - das digitale Whiteboard holt sie mit herein: Anstatt die Ergebnisse etwa eines Brainstormings auf eine Flipchart zu schreiben und dann von Hand abzutippen, verwandelt man sie nun mit Schrifterkennungssoftware umgehend in ein Dokument, das gemailt, bearbeitet und online gestellt werden kann.

Das beschleunigt Arbeitsabläufe und eröffnet allen ein Geschäftsfeld, die sich um innerbetriebliche Kommunikationslösungen kümmern: Sie stellen für Unternehmen den Kontakt zum Hersteller her, bei dem sie interaktive Tafeln mit Rabatt bekommen und installieren anschließend das System im Unternehmen.

Allerdings ist dabei immer vorausgesetzt, dass die Vermarktung und Betreuung der Kunden nicht mit dem Verkauf endet. Für einen nachhaltigen Erfolg des Whiteboards ist weitergehende Hilfestellung nötig. Nur so kann die Industrie sicherstellen, dass die Boards im Klassenzimmer ankommen. Gelingt dies, können sie von dort aus noch auf andere Bereiche wie Fortbildung, Kultur, Werbung oder Präsentation ausstrahlen.

Die Technik: So funktionieren interaktive Whiteboards

Im Prinzip sind Interactive Whiteboards mittels Projektor auf eine Leinwand geworfene Benutzeroberflächen. Der Unterschied etwa zur Power-Point-Präsentation bei der der Desktop einfach auf eine weiße Wand geschmissen wird, ist die interaktive Projektionsfläche. Das Board selbst reagiert auf Berührung, die es an den angeschlossenen PC weiterleitet. So kann der Präsentierende entweder Dateien verschieben oder Ordner öffnen, ganz so wie wir es vom Prinzip des Touchscreens her kennen.

Aktuell bringen die Hersteller verschiedene Techniken in Umlauf; der Unterschied besteht meist darin, wie die Berührung und wo sie auf dem Board stattfindet für den Rechner in verwertbare Daten umgesetzt wird.



Whiteboardtypen im Überblick
Whiteboard-Typ
Analog resistive Whiteboards

Funktionsweise
Die Oberfläche der Boards besteht aus zwei Kunststofffolien, die mit einem Gitternetz aus Leiterbahnen beschichtet sind. Durch diese Leiterbahnen fließt schwacher Strom, Berührung verursacht einen Kontakt der Folien, der als Eingabe erkannt wird.

Besonderheiten
Mit bloßem Finger oder stiftartigem Gegenstand bedienbar. Die Funktion "Rechte Maustaste" ist nur mittels Knopf am Board selber nutzbar.
Modelle
SMART Board von SMART Technologies  

Elektromagnetische WhiteboardsUnter einer robusten Oberfläche verlaufen eng aneinanderliegende Leiterbahnen. Mithilfe eines speziellen Stiftes erzeugt man eine Spannungsänderung an diesen Bahnen.Elektromagnetische Whiteboards gibt es mit aktiven Stiften, die eine Batterie verwenden oder mit passiven Stiften, in denen sich eine Magnetspule befindet. Beides erlaubt sehr präzise Eingaben, was bei Grafiken hilfreich ist. Die Eingabe mittels rechter Maustaste ist über den Stift möglich, auch kann der Stift mit weiteren Funktionen programmiert werden.ACTIVBoard von Promethean, Interwrite Board von Interwrite Learning  
Trigonometrische WhiteboardsTrigonometrische Boards basieren auf Laser-, Ultraschall- oder Infrarot-Technologie. Die Oberfläche des Boards ist Nebensache: Es gibt Systeme die auf nahezu jeder Oberfläche funktionieren.Manche Systeme arbeiten mit einem Stift, der Infrarot- oder Ultraschallsignale aussendet, um die Berührungspunkte auf der benutzten Oberfläche zu orten. Andere Systeme spannen mittels Infrarot-Projektor ein unsichtbares Liniennetz über die Oberfläche auf, um die Kontakte zu erkennen - hierbei kann auch der Finger genutzt werden.Starboard FX von HITACHI  , eBeam von Legamaster  
Kapazitive WhiteboardsBerührung der Oberfläche mit dem Finger bewirkt eine kapazitive Erdverbindung: Schwacher Strom fließt vom Board durch den Nutzer und kann gemessen werden. Die Eckpunkte des Boards dienen dabei als Messpunkte; bekannt von der Oberfläche des iPhones beispielsweiseMultitouchfähig, kann nicht mit Handschuhen oder Fingernagel bedient werden, spezielle Stifte bieten Features wie rechte Maustaste oder FernbedienungsfunktionPanasonics   UB-T880 elite Panaboard (momentan einziger Anbieter dieser Technologie

Wachstum und Potenzial: Wie der Interactive-Whiteboard-Markt aussieht

Derzeit teilen sich vor allem zwei große Player den weltweiten Markt an Interactive Whiteboards untereinander auf: Das ist zum einen Smart Technologies, die das sehr verbreitete Smartboard anbieten. Daneben hat auch Promethean   mit verschiedenen interaktive Whiteboard-Typen eine starke Marktstellung erobert: Tatsächlich teilen sich beide etwa 75 Prozent des weltweiten Marktes.

Dass Interactive Whiteboards noch starkes, ausbaufähiges Potenzial besitzen, lässt sich am Mangel an offiziellen Statistiken bei zeitgleichem Wachstum abmessen. Verkaufszahlen von Interactive Whiteboards sind national wie international rar gesät - deutsche Marktforschungs- und Elektronik-Hersteller-Verbände haben die Interactive Whiteboards noch gar nicht als eigenständiges Produkt erfasst.

 (Bild: Future Source Consulting)
Bild: Future Source Consulting



Wachstumsmarkt China

Das Überschreiten der Milliarden-Dollar-Marke im weltweiten Umsatz und über eine Million verkaufte Geräte 2010 werden erst der Anfang sein, so rechnen es die englischen Marktforscher von Futuresource Consulting   vor: 66 Länder auf der Welt haben die Forscher im Auge - und in denen gibt es insgesamt 31 Millionen Klassenräume. Rein theoretisch ein traumhaftes Potenzial. Besonderes Augenmerk sollte dabei China zukommen, schlussfolgern die englischen Marktforscher: 40 Prozent haben die Interactive-Whiteboard-Verkäufe in China dieses Jahr zugelegt. Etwa 650.000 Geräte dürften dort mittlerweile aufgehängt sein. Auch hier ist noch viel rauszuholen, rechnet man ein, dass China insgesamt viereinhalb Millionen Klassenräume hat.

Dieses Jahr, so prognostizieren die Experten, wird die Verbreitung von Interactive Whiteboards weiter auf äußerst stabilem Niveau anwachsen - jeder dritte Klassenraum auf der Welt soll bis Ende 2011 ein Interactive Whiteboard an der Wand haben. Der führende Hersteller Smart Technologies hat zuletzt Verkaufssteigerungen von über 40 Prozent im Vergleich zum Vorjahr hingelegt, so eine Pressemitteilung des Unternehmens. Doch bei aller Überzeugungskraft dieser Zahlen: Damit die Interactive Whiteboards ihren internationalen Erfolgskurs auch in Deutschland fahren, muss die Industrie aktiv handeln und neben Überzeugungsarbeit auch beratend tätig werden.

Denn selbst bei Bildungsträgern, die ein Interactive Whiteboard mit generellem Wohlwollen getestet haben, bleibt ein Rest Vorbehalt übrig, was die Durchschlagskraft des Unterrichts am Whiteboard angeht. In Deutschland verwenden neben privaten Einrichtungen aktuell einzelne Städte das Interactive Whiteboard in ihren Schulen: Zu den Vorreitern hier gehört die Stadt Hamburg, ein Bericht zu den Erfahrungen der mit Whiteboards ausgerüsteten Bildungseinrichtungen ist für jedermann online   einsehbar.

 (Bild: Future Source Consulting)
Bild: Future Source Consulting



Begeisterung unter Vorbehalt: Wie die Zielgruppe das Produkt Interactive Whiteboard sieht


Die Industrie wird den vorhandenen Enthusiasmus nur in Umsätze umwandeln können, wenn sie den Kunden näher entgegenkommt. Vor dem Verkauf brauchen die Schulen und Bildungseinrichtungen eine gründliche Beratung:
  • Welches Whiteboard ist für ihre Ziele angemessen? Welche Software verwendet das jeweilige Gerät?
  • Wie sieht die Kompatibilität mit vorhandener Computertechnologie aus?
  • Was sind Folgekosten eines bestimmten Systems wie etwa Wartung?

All das sind Fragen, für die Hersteller kompetente Antworten bereit haben sollten - denn so lässt sich die Kundenbindung erhöhen. Tatsächlich neigen die wenigen deutschen Städte, deren Schulen mit Interactive Whiteboards ausgerüstet sind, dazu, alle Geräte schulübergreifend von einem Hersteller zu beziehen. Auch Bildungseinrichtungen kaufen lieber standortübergreifend ein: Für die Käufer ist das eine Frage des einheitlichen Services und der Kompatibilität. Für die Hersteller ist es die enorme Gelegenheit, ihr Produkt bei überzeugender Beratung und passendem Serviceangebot gleich in größeren Margen zu verkaufen.



Doch die Industrie leitet momentan die meiste Energie in die wortreiche Lobpreisung der Interactive Whiteboards. Die Management Communication Pool AG   etwa, selbst ein Anbieter von Präsentationswerkzeugen und Display-Lösungen, preist ein gutes Dutzend Gründe an, warum eine Zukunft ohne Whiteboard undenkbar ist und die mitunter schmunzeln machen ("Es ist farbenfroh!", "Es ist interaktiv!").

Tatsächlich teilen weder die Lehrer noch die berichterstattenden Medien diese Begeisterung vorbehaltlos - stattdessen ist ein Konzert aus Pro- und Kontra-Rufen zu hören.

Pro und Kontra Whiteboard
Pro:
  • Die Begeisterung der Schüler für Technik wird zugunsten des Unterrichts instrumentalisiert.
  • Das Mitmachweb 2.0 hält Einzug in den Unterricht - die Lücke zwischen Schule (keine Neue-Medien-Nutzung) und Universität/Beruf (Power Point ist Pflicht) wird geschlossen.
  • Es lässt sich mit anderen Peripheriegeräten wie Kameras, Mikroskopen oder Scannern vernetzen, um den Unterricht spannender zu gestalten und eröffnet dem Lehrer neue Möglichkeiten.
Kontra:
  • Die Begeisterung der Schüler lässt nach kurzer Zeit merklich nach.
  • Oftmals scheitert die Adaption des neuen Mediums Whiteboard an der Fachkraft Lehrer, die in alte Muster des bekannten Frontalunterrichts zurückfällt.
  • Ein Nebeneinander von zwölf verschiedenen Softwares der rund 15 Anbieter in Deutschland führt zu Verwirrung und Inkompatibilität.

Ausbildung und Schulung als Schlüssel zum Erfolg

Dr. Mark Sebastian Pütz , vom Nachhilfe-Institut Studienkreis GmbH  , hat unlängst einen sechsmonatigen Praxistest mit IWBs in der Nachhilfe abgeschlossen. Das Ergebnis: "Interactive Whiteboards führen bei der Nachhilfe zu besonderen Mehrwerten, denn der Lernstoff wird abwechslungsreicher präsentiert, relevante Informationen werden schneller gefunden und der Unterricht macht den Schülern einfach mehr Spaß", sagt Pütz.

Das Konzept des Studienkreises beruht auf der individuellen Förderung von Schülern in der Gruppe. Dieser Gruppenunterricht wurde während des Praxistests nun mithilfe des Interactive Whiteboards unterstützt. Da das Whiteboard zunächst als Instrument des Frontalunterrichts daherkommt, hat der Studienkreis eine spezielle Form des Unterrichts entwickelt, um den Einsatz der IWBs an die individuelle Förderung einzelner Schüler anzupassen. Entscheidend sei dabei, sich nicht in technischen Spielereien zu verlieren, sondern die Stärken des Whiteboards für den individuellen Lernerfolg der Schüler zu nutzen.

Konkrete Empfehlungen für die Whiteboard-Verwendung in unterschiedlichen Fächern hat der Studienkreis im Praxisversuch entwickelt und fasst sie demnächst in einem umfassenden internen Bericht zusammen. Da interaktive Whiteboards auch in deutschen Schulen immer häufiger zum Einsatz kommen, ist es für einen Nachhilfe-Anbieter wichtig, Schülern denselben Standard zu bieten, glaubt Pütz: "Einzelne deutsche Städte gehen mit gute Beispiel voran und haben eine Vielzahl ihrer Schulen mit interaktiven Whiteboards ausgerüstet. Als Nachhilfe-Anbieter wollen wir diese Entwicklung mitgehen und statten daher im Jahr 2011 ca. 60 unserer Standorte mit IWBs für den Nachhilfe-Unterricht aus."
So wie sich Whiteboards also in den Schulen Deutschlands und in der Welt ausbreiten, so wird sich die Technik parallel dazu auch in privaten Weiterbildungseinrichtungen etablieren.

Welche Aufgaben die Interactive-Whiteboard-Industrie lösen muss

 (Bild: Jürgen Schlieszeit/myBoard)
Bild: Jürgen Schlieszeit/myBoard

Auch für den Lehrer Jürgen Schlieszeit , der das Interactive-Whiteboard-Wissens- und Informationsportal MyBoard.de   betreibt, hängt der Erfolg der Interactive Whiteboards in Deutschland am Knowhow der Lehrkräfte. "All die Probleme im Umgang mit den Boards haben in erster Linie etwas mit dem Fachwissen dessen zu tun, der damit arbeitet". Sollten die entsprechenden Budgets in den Schulen bestehen, kann auch der private Weiterbildungsmarkt davon profitieren, dass sich Whiteboards zunehmender Verbreitung erfreuen.

Ein anderes Problem, das die Hersteller bald lösen sollten, ist das der Kompatibilität: Das Nebeneinander von zwölf Betreibersoftwares verhindert einen durchschlagenden Erfolg des Interactive Whiteboards in Deutschland, weil es Schulen und Weiterbilder verwirrt und abschreckt, doch das ist nur eines der Probleme, die beseitigt werden müssen:

  • Verwirrung beenden
    Das Nebeneinander konkurrierender Betriebssysteme muss beendet werden. Eine Möglichkeit, dies zu erreichen, ist aktuell nur ein Branchenkonsens.
  • Ganzheitliche Betreuung der Schulen und Weiterbilder garantieren
    Die Schulen brauchen im Vorfeld genaue Informationen für maßgeschneiderte Lösungen: Welche Technologie und welcher Typ am besten in die entsprechende Schule passt, gehört mit ins Beratungspaket. Und hinterher müssen die Hersteller die Lehrer mit entsprechenden Unterrichtsmaterialien ebenso versorgen wie mit Schulungen zur optimalen Didaktik. Sonst wird das Interactive Whiteboard nichts weiter als eine sinnentleerte Hightech-Tafel.
  • Cloud-Computing nutzen
    Geschieht momentan noch nicht, ist aber eine aussichtsreiche Option: Betriebssoftware und Lehrmaterialien wandern in ein übergreifendes Bildungsportal, auf das die Board-Besitzer Zugriff erhalten.
  • Für Finanzierungen werben
    Neben der Ausbildung ist die Kostenfrage das größte Hindernis für den Erfolg der Interactive Whiteboards. Die Akzeptanz des Whiteboards ist abhängig davon, inwiefern die Länder Finanzmittel bereitstellen. Überzeugungsarbeit auf politischer Ebene ist essenziell: Und die sollte nicht aus einseitigen Lobpreisungen nach dem Motto "Neue Medien sind immer gut" bestehen. Besser sind ganzheitliche Konzepte, die die entsprechende Beratung und Schulung vor dem Verkauf der Ware und die Schulung danach umfassen. Und auch ein offener Umgang mit möglichen Nachteilen (Abgleiten in alten Frontalunterricht) muss offen diskutiert werden. Vereinzelt nutzen auch Verwaltungen schon interaktive Tafeln. Das Interesse bei den öffentlichen Geldgebern ist also da.

Weitere Wachstumsmärkte für das Interactive Whiteboard


 (Bild: Light Blue Optics)
Bild: Light Blue Optics

Vom Bildungssektor ausgehend gibt es für die Interactive-Whiteboard-Technologie noch weitere interessante Geschäftsfelder:

  • Museen können die Boards anwenden, um sich an die Medienerfahrungen der jungen Generation anzudocken und den Museumsbesuch zum interaktiven Erlebnis zu machen.
  • Für praktisch jedes größere Unternehmen bietet sich ein Interactive Whiteboard an, um Besprechungen effektiv abzuhalten: Per Handschrift-Erkennungssoftware lässt sich das Board wie eine Flipchart nutzen, jedoch sind die hier produzierten Texte sofort digital abrufbar und können mit einem Klick in den Mailverteiler der Besprechungsteilnehmer wandern. Weitgehend ungenutzt ist auch das Potenzial für international agierende Unternehmen: Die können das Whiteboard als Interface für Konferenzschaltungen nutzen. Dasselbe Dokument kann von der Berliner und Londoner Zweigstelle eines Konzerns aus geöffnet und gemeinsam bearbeitet werden.
  • Neue Technologien für interaktive Tafeln machen das interaktive Board zunehmend überflüssig. Mit dem interaktiven Projektor der Firma Light Blue Optics   lässt sich auf jede Oberfläche ein interaktives Board projizieren. Die Präzision reicht noch nicht an Systeme mit interaktiven Boards heran, doch eröffnet die Technik weite Möglichkeiten: Etwa für interaktive Displaywerbung im öffentlichen Raum. Es existieren bereits erste Studien  , die sich ausschließlich damit befassen, wie Passanten dazu verleitet werden können, lange mit einem interaktiven Display zu interagieren und dessen Steuerung intuitiv zu begreifen. Hier ist der Schritt getan, der das Interactive Whiteboard zum Instrument der Augmented Reality macht.
Thema: Vielversprechende Oberfläche: Welches Potenzial in Interactive Whiteboards steckt

Kommentar von Sebastian Halm

Unerschlossene Märkte mit großem Potenzial

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