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Bündnis fordert stärkere Ausrichtung der Digitalisierung an Umweltzielen

06.09.2022 Mehr Teilhabe weltweit, mehr Gerechtigkeit, mehr Ressourenschutz: Ein Bündnis aus 13 Organisationen fordert von der Politik und der Digitalwirtschaft mehr Dienst an der Gesellschaft.

 (Bild: Pixabay/Nachhaltigkeit)
Bild: Pixabay/Nachhaltigkeit
Mit mehr als 60 Forderungen   wenden sich 13 Organisationen aus Umwelt,- Klima- und Naturschutz, Digitalpolitik, Entwicklungszusammenarbeit und Wissenschaft an die Bundesregierung, die Europäische Union und politische Akteure. Ihr Appell: Die Digitalisierung müsse stärker in den Dienst der Gesellschaft und des "sozial-ökologischen Wandels" gestellt werden. Digitale Technologien sollten durch "gleichberechtigte gesellschaftliche Teilhabe und innerhalb der planetaren Grenzen zur Verbesserung von Lebensbedingungen und der Umwelt beitragen anstatt durch explodierenden Energiebedarf, Ressourcenverbrauch und mangelnde Teilhabe vor allem des Globalen Südens existierende Krisen noch weiter zu verschärfen", wie es in einer Mitteilung heißt. Die bestehende Digitalstrategien erachten sie als nicht ausreichend.

Anlass der Veröffentlichung ist die "Bits & Bäume"-Konferenz für Digitalisierung und Nachhaltigkeit  , die vom 30. September bis 2. Oktober 2022 in Berlin stattfindet. Die Organisationen fordern, dass die Politik die strategischen Rahmenbedingungen für die Digitalisierung am Natur-, Klima- und Ressourcenschutz sowie am Erhalt der Biodiversität ausrichtet. Die Digitalisierung müsse ein weltweit faires Wirtschaftssystem unterstützen. Bei der Gestaltung der globalen Digitalwirtschaft und -politik sollten lokale Gemeinschaften, zivilgesellschaftliche Gruppen und indigene Völker aktiv einbezogen werden.

"Die digitale Wirtschaft ist gefordert, ökologische und soziale Verantwortung entlang der gesamten Wertschöpfungskette zu übernehmen", sagt Thomas Korbun, Wissenschaftlicher Geschäftsführer am Institut für ökologische Wirtschaftsforschung (IÖW). "Digitalunternehmen müssen in die Pflicht genommen werden, Informationstechnologien und -infrastrukturen ohne Kompensation klimaneutral und an einer Kreislaufwirtschaft orientiert herzustellen und zu betreiben." Auch automatisierte Entscheidungssysteme bedürften stärkerer Regulierung: "Wir fordern, dass Mitbestimmungs- und Grundrechte in den Daten und Algorithmen gewahrt werden, die der Entscheidungsfindung zugrunde liegen. Prüfkommissionen unter zivilgesellschaftlicher Aufsicht sollten dies sicherstellen, Auflagen formulieren und Nichteinhaltung sanktionieren können." Eine Schlüsselrolle im Kampf gegen Ernährungskrisen spiele zudem die Digitalisierung in der Landwirtschaft, dafür fordert das Bündnis einen "umfassenden Rechtsrahmen".

Zu den Organisationen zählen unter anderem Brot für die Welt  , der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND)  , der Chaos Computer Club  , das Forum InformatikerInnen für Frieden und gesellschaftliche Verantwortung (FIfF)   sowie das Institut für ökologische Wirtschaftsforschung (IÖW)  .
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