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Börsengang in großem Stil: Zalando und Rocket Internet visieren IPO an

02.06.2014 Onlinehändler Zalando   hat seine Rechtsform, die im Dezember 2013 von einer GmbH zu einer AG gewandelt wurde, nun in eine Europäische Aktiengesellschaft (Societas Europaea/SE) transformiert. Die Berliner firmieren damit ab sofort als Zalando SE. Die neue Rechtsform habe keine Auswirkungen auf das operative Geschäft, Firmensitz bleibt Berlin. Damit wird der Börsengang des Online-Modehauses, über den seit Monaten wild spekuliert wird, immer wahrscheinlicher. Allerdings könnte das Vorhaben der Zalando-Mutter Rocket Internet   für weitaus mehr Aufsehen sorgen. Die Startup-Schmiede, hinter dem die Brüder Oliver, Marc und Alexander Samwer stehen, visiert selber das Börsenparkett an.

Mit Änderung der Rechtsform wird außerdem Kai-Uwe Ricke , ehemaliger Vorstandsvorsitzender der Deutschen Telekom    und derzeitiges Mitglied des Aufsichtsrats von United Internet  , in den Zalando-Aufsichtsrat einziehen. Martin Weber verlässt zeitgleich den Aufsichtsrat. Erstmals ziehen zusätzlich drei Vertreter der Arbeitnehmer in das Gremium ein: Christine de Wendel für Frankreich, Christoph Stark aus dem Logistik-Bereich und Benjamin Krümel aus dem Mode-Einkauf.

Mit dem Vollzug der angekündigten Wandlung in eine Aktiengesellschaft steht dem Börsengang Zalandos zumindest formal nichts mehr im Weg. Die Personalie Ricke wird bereits als weiteres Zeichen für den bevorstehenden Börsengang gewertet. Erst vor wenigen Wochen hieß es aus Finanzkreisen, dass verschiedene Investmentbanken das Börsendebüt des Berliner Unternehmen für September vorbereiten. Nachdem die schwedischen Wagniskapitalisten Kinnevik  , mit 36,5 Prozent größter Zalando-Gesellschafter, ihren Anteil auf knapp 1,4 Milliarden Euro bewertet haben, würde der Berliner Online-Händler etwa 3,8 Milliarden Euro wert sein.

Allerdings hat Zalando ein großes Problem: Obwohl das 2008 gegründete Unternehmen einer der umsatzstärksten deutschen Online-Shops ist, kommt es nach wie vor nicht aus den roten Zahlen heraus. 2013 stand laut Unternehmensbilanz einem Umsatz von 1,8 Milliarden Euro ein Verlust von 115 Millionen Euro gegenüber.

Zudem wollen die Finanznachrichtenagentur Bloomberg und die FTD   erfahren haben, dass Zalando-Inkubator Rocket Internet selbst mitten in den Vorbereitungen zum Börsengang steckt. Morgan Stanley  , JP Morgan   und Berenberg   seien bereits mit der Prüfung des IPO beauftragt worden, der demnach noch für 2014 angestrebt wird. Die Bewertung für die Rocket Internet, gegründet 2007 von den Berliner Samwer-Brüdern, bewege sich zwischen drei bis fünf Milliarden Euro.
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