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Usability-Studie: Was deutsche Internetnutzer an Web-2.0-Portalen bemängeln

07.12.2006 Laut einer aktuellen Usability-Studie gibt es große länderspezifische Unterschiede bei der Nutzung von Social-Networking-Sites. Im internationalen Vergleich zeigen sich besonders deutsche Internetnutzer auf Web-2.0-Portalen reserviert. Kein gutes Zeugnis stellt die Studie zudem Social-Networking-Platzhirsch MySpace aus.

In Deutschland, Italien und England dienen Social-Networking-Sites vorrangig der Pflege von Freundschaften oder Geschäftskontakten. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der Ludwigsburger User Interface Design GmbH    (UID), bei der Nutzerverhalten auf und Usability von Web-2.0-Portalen untersucht wurden. Der Studie nach veröffentlichen Internetnutzer aus Deutschland, Italien und England nur die nötigsten persönlichen Informationen auf Social-Networking-Sites. Beim Anlegen von User-Profilen schrecken die Europäer daher einheitlich davor zurück, Telefonnummer, Anschrift und EMail-Adresse zu veröffentlichen. Als Grund wird Spam-Gefahr angeben.

Internetnutzer in China hingegen suchen beispielsweise im Internet neue Freunde oder den Kontakt zu Fremden. Und erfinden aus Sicherheitsgründen fast immer eine neue virtuelle Web-Identität. In China geben die Befragten daher in der Regel auch nie ihre normale EMail-Adresse an.

Gemeinsamkeiten gibt es bei Chinesen und Deutschen bei der Web-2.0-Nutzung aber trotzdem: Laut der Studie spielen sowohl für deutsche als auch chinesische Nutzer die individuelle Ausgestaltung des eigenen Nutzerprofiles auf Social-Networking-Sites nur eine unbedeutende Rolle. In Großbritannien und Italien hingegen ist es anders: Dort wird das Profil sogar mit Musik unterlegt und die Individualisierung ist oft Teil eines Wettbewerbes unter Freunden.

Generell sind alle Nutzer von Social-Networking-Sites kaum davon überzeugt, dass Informationen in Nutzerprofilen glaubwürdig sind. Nur die englischen Nutzer sind der Studie nach von der Authentizität der Profile überzeugt. Ihrer Meinung nach würden falsche Informationen schnell von Freunden und bekannten Personen erkannt.

Die Studienautoren haben auch Nutzer von Social-Networking-Platzhirsch MySpace   die Usability des Portals bewerten lassen: "Zu viel Inhalt, aufdringliche Werbung und unstrukturierter Content" nerven demnach Europäer an MySpace. Alle Internetnutzer vermissen eine Erklärung, was das Portal anbietet und was man auf der Site machen kann. Probleme haben die Nutzer mit der Bedeutung von Begriffen wie Blog, Events, Schulen und Favoriten. Auch der Unterschied zwischen den Funktionen 'Stöbern' ('browse') und 'Suchen' ('search') ist den Nutzern nicht klar. Alle Nutzer wünschen sich das Portal zudem in ihrer Landessprache. Chinesen verstehen übrigens nicht einmal Sinn und Zweck des Portals: Laut der Studie wirkt Myspace auf sie wie eine Suchmaschine.

"Unsere Studie zeigt, dass MySpace sein Angebot an landes- und kulturspezifischen Besonderheiten anpassen muss, um den Bedürfnissen aller Internutzer optimal gerecht zu werden", warnt der Studien-Verantwortliche Jakob Biesterfeldt.
Thema: Usability-Studie: Was deutsche Internetnutzer an Web-2.0-Portalen bemängeln

Kommentar von Susan Rönisch

Keines für alle

Die internationale Web-2.0-Studie hat jetzt die kulturellen Unterschiede der Internetnutzung aufgedeckt. Sie zeigt, dass Menschen in verschiedenen Ländern Social-Networking-Websites auch ganz unterschiedlich nutzen. Dabei aber oftmals mit den gleichen Problemen zu kämpfen haben.

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 (Hightext)
Bild: Hightext
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