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E-Learning erlebt durch Web 2.0 Renaissance
15.11.2006 Die ELearning-Branche scheint sich noch nicht einig darüber zu sein, ob das Web 2.0 Gedeih oder Verderb bringt: Während die Veranstalter der Karlsruher Learntec schon "das Ende des klassischen E-Learnings" sehen, wird E-Learning aus Sicht des Deutschen Netzwerks der ELearning-Akteure (D-ELAN) durch das Web 2.0 eine Wiedergeburt erleben.
und netzgestützte Dienste, so wird vermutet, führen zur Verdrängung traditioneller Lernformen.
Aus Sicht des Deutschen Netzwerks der E-Learning Akteure (D-ELAN) sei eine grundlegende Diskussion zur Zukunft des elektronischen Lernens begrüßenswert. Die
Zeit des E-Learnings sei deshalb "aber noch lange nicht vorbei". Vielmehr eröffneten Web 2.0- Anwendungen neue, viel versprechende Perspektiven der Interaktion von Lernenden
und des User-Generated Content, ohne dass dabei auf die gewachsenen Erfahrungen aus Didaktik und computergestützter Lehre verzichtet werden könne. "E-Learning ist lebendiger denn je - tatsächlich erfährt es durch die neuen Instrumente sogar eine
Renaissance. Entscheidend für den Erfolg so genannter Social Software im Zusammenhang mit E-Learning wird die Passgenauigkeit sein, mit der sie Lernangebote erweitert", betont D-ELAN.
Ebenso wichtig werde die Frage, ob die neuen Anwendungsformen es mehr als bislang schaffen werden, die Teilhabe der Lerner am Bildungsprozess zu vergrößern. Denn Wikis und Blogs erlauben zum ersten Mal ein "E-Learning von unten", das von den Lernern gelebt und nicht von oben verordnet wird. Die oft gemachten
Versprechungen zum Selbstlernpotenzial des E-Learnings könnten nunmehr Wirklichkeit werden, hofft D-ELAN.
"Web-2.0-Anwendungen wie Blogging, Podcasting oder Wikis sind daher natürliche Elemente für die nächste Stufe des E-Learnings der Zukunft, und sie stehen gleichzeitig für eine spezifische Stärke des E-Learnings, nämlich seine Offenheit für neue
mediale Entwicklungen", ist der Vorstandsvorsitzende des D-ELAN, Dr. Lutz P. Michel, überzeugt. Entscheidend für den Erfolg von E-Learning sei dabei weniger der Einsatz bestimmter Techniken, sondern vielmehr die sinnvolle Einbettung und
Weiterentwicklung vorhandener und künftiger Bildungskonzepte.
Web 2.0-Lösungen böten vielfältige Arten des Content Sharing, für die Bildung von Lerncommunities, für die nächste LMS-Migration und würden sich zukünftig ihren festen Platz in der betrieblichen und privaten Weiterbildung sichern.
Auf dem Weg dahin seien allerdings Entscheider über diese Möglichkeiten eingehend zu informieren und die Mitarbeiter auf das neue Lernen vorzubereiten. "Web 2.0-Kompetenz fällt nicht vom Himmel, und das selbst gesteuerte Lernen bedeutet stets
auch Kontrollverlust. Wenn der einzelne Lerner als Akteur in den Vordergrund tritt, werden andererseits ganz neue Chancen für ein effektives Lernen eröffnet", ist D-ELAN überzeugt.
Schließlich sei noch der Beweis zu erbringen, dass Web-2.0-geprägtes E-Learning den Unternehmensinteressen entsprechen kann - auch das "neue" E-Learning
muss sich rechnen, sollte zur jeweiligen Unternehmenskultur passen und darf nicht Selbstzweck oder nur ein weiterer Hype sein.
D-ELAN-Vorstand Michel: "Eine Verdrängung konventioneller ELearning-Angebote, die sich insbesondere bei standardisierten Lernangeboten und klar umrissenen Qualifizierungsbedarf
bestens bewährt haben, ist aus Sicht des D-ELAN nicht absehbar. Im Gegenteil: Wie bei der Entwicklung vom reinen E-Learning zum Blended Learning geht es auch hier um eine Integration und die Entwicklung innovativer aber angemessener
Konzepte."
