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Usability-Studie: Wo die führenden Onlineshops noch nachrüsten müssen

von sr

05.03.2007 Egal ob Navigation, Warenkorb oder Suchfunktion: Die größten deutschen Onlineshops offenbaren deutliche Mängel bei ihrer Usability, wie eine aktuelle Analyse zeigt. So haben Kunden beispielsweise bei große Probleme, Artikel aus ihrem Warenkorb wieder zu entfernen. Oder müssen sich bei Suchanfragen durch Trefferlisten mit über 5.000 Produkten quälen. iBusiness-Premium-Nutzer können das Ergebnis des Usability-Tests in fünf Videos nachvollziehen.

Die deutsche Tochter des US-amerikanischen ECommerce-Riesen, Amazon  , ist zwar der bekannteste Online-Buchhändler in Deutschland. Im Vergleich zu seinen direkten Konkurrenten Buch.de und Weltbild hat der ECommerce-Platzhirsch bei Nutzerfreundlichkeit und Usability deutlichen Nachholbedarf. Zu diesem Ergebnis kommt der 'User Experience Test Online-Buchshop' des Hamburger Dienstleisters SirValUse Consulting  .


Der Shop des Konkurrenten Buch.de   hingegen macht der Analyse zufolge einen deutlich besseren Eindruck bei der Usability. Der deutsche Onlinebuchshop Buch.de wurde von den Testpersonen in der Studie als "besonders informativ, gut strukturiert und übersichtlich" bewertet. Glück gehabt für die ECommerce-Verantwortlichen. Zum Vergleich: Die Homepage von Weltbild   wurde häufig als "zu überladen" kritisiert.


Oft offenbaren die Homepages der getesten deutschen Onlinebuchshops der Analyse zufolge noch deutliche Mängel. "Die Startseite muss Nutzer zum Verweilen einladen", kritisiert Studienleiterin Maren Meyer beispielsweise die Buch-Platzhirsche. "Dieser Aufgabe werden die Startseiten der getesteten Buchshops im Internet aber nur teilweise gerecht."
So wurde von den Testteilnehmern etwa bei der Webseite von Weltbild.de kritisiert, dass eine Navigation am linken Seitenrand fehlt. Bei Branchenprimus Amazon wiederum bewerteten die Tester die Startseite zwar als "informativ und strukturiert", bemängelten aber zugleich eine eher "blasse und kalte" Gestaltung.


Das Urteil der Shop-Tester bezüglich der Suchfunktion der untersuchten Online-Buchshops fiel oft schlecht aus. Meyer klagt: "Die Suche als wichtiger Weg zum Produkt wird von allen drei Shops nur unzureichend angeboten."

Bei Amazon und Buch.de lässt sich die Suche zwar bereits auf der Startseite gleich einschränken. Die Qualität der Suchergebnisse wurde jedoch bei allen drei Shops hinsichtlich Relevanz und Sortierung stark kritisiert. So wurden beispielsweise bei den beiden Anbietern Hörbücher und DVDs angezeigt, wo explizit nur nach Büchern gesucht wurde. Eine Suche bei Weltbild ergab sogar einmal eine Ergebnisliste mit 5.000 Treffern (Weltbild.de).


Was Produktbeschreibungen betrifft, wurde Amazon am besten bewertet. Die Seite liefert den Testern zufolge "umfangreiche und detaillierte Informationen". Buch.de enhält der Analyse nach hingegen weniger ausführliche Produktbeschreibungen, bei Weltbild.de fallen die Informationen sogar noch karger aus. Die SirValUse-Studie ergab zudem, dass im Shop von Weltbild bereits das Auffinden des Warenkorbs Schwierigkeiten bereitet. Im Warenkorb treten dann weitere Usability-Probleme auf: Vielen Probanden war beispielsweise nicht klar, wie Bücher aus diesem Warenkorb wieder entfernt werden können. Schließlich störten sich die Tester bei Amazon und Weltbild auch an den oft zu prominenten Produktempfehlungen, die auf den Warenkorb-Seiten erscheinen, obwohl sie bereits ein Produkt ausgewählt hatten.


Für die Studie hat SirValUse im Oktober und November 2006 die Usability der drei Onlineshops von Amazon, Weltbild und Buch.de per Eye-Tracking getestet. Die vollständige Studie können Interessenten zum Preis von 900 Euro bei SirValUse per E-Mail   anfordern.

Thema: Usability-Studie: Wo die führenden Onlineshops noch nachrüsten müssen

Kommentar von sr

Nicht nur die Großen machen Fehler

Die aktuelle Analyse zeigt die größten Verbrechen in Punkto Usability der führenden Onlinehändler auf. Und liefert damit Interaktiv-Dienstleistern wertvolles Knowhow für kommende Pitches und Kundengespräche.

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 (Boris Giesl)
Bild: Boris Giesl
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